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fullscreen: Jahresbericht 1997

Oder 
eintrag fand zwischen dem 2. und 8. August statt. 
Nach Modellergebnissen des BSH erreichte das 
Wasser der Flutwelle um den 30. August den Ein 
gang zum Piastowski-Kanal. Nach etwa 2 Wo 
chen seit Beginn des Eintrages in das Haff war 
das ursprüngliche Wasser des Großen Haffs 
durch Flußwasser weitgehend ersetzt worden. 
Erst um den 16. August erreichten erste Ausläufer 
der Flutwelle den Eingang zum Peenestrom, und 
etwa 5 Wochen nach Beginn des Eintrages in das 
Haff bestand das Kleine Haff zu etwa 70% bis 
80% aus dem Wasser der Flutwelle. 
Mit Ausnahme von Nitrat und Silikat waren 
die Nährstoffkonzentrationen im Haff nicht son 
derlich erhöht. Im Haff wurde nur ein kleiner Teil 
der Nährstofffracht durch Algenwachstum in orga 
nische Substanz umgesetzt. Aus diesem Grund 
waren auch keine Auswirkungen auf die Weich 
bodenfauna festzustellen. Die Metallkonzentratio 
nen im Wasser waren nicht außergewöhnlich 
hoch, und aus einer Palette von 26 häufig auftre 
tenden Pestiziden wurden nur zwei nachgewie 
sen (Atrazin, 2,4-Dichlorphenoxyessigsäure). 
■ Die Entwicklung in der Pommerschen Bucht 
Schon zu Beginn des Ereignisses (am 20. 
Juli) fand, wegen des großen Niveauunterschie 
des zwischen Haff und Ostsee, ein ungewöhnlich 
hoher Ausstrom von Haffwasser statt. Das Was 
ser der Oderflutwelle erreichte die Pommersche 
Bucht durch die Swina etwa am 30. Juli. Zu er 
kennen war dies an dem sehr niedrigen Salzge 
halt und den erhöhten Nährstoffkonzentrationen 
des in die Ostsee einströmenden Haffwassers. 
Anfänglich wurde das Flußwasser für eine sehr 
kurze Zeit entlang der pommerschen Küste nach 
Osten transportiert. Anfang August drehte der 
Wind jedoch auf Nordost, so daß der Swina-Aus- 
strom in Zungenform vor der Küste Usedoms in 
Richtung Rügen geführt wurde (vgl. Abb. 13). Die 
Ergebnisse der numerischen Ausbreitungsbe 
rechnungen des BSH bestätigen die aus Stations 
messungen abgeleiteten Verteilungsbilder. Die 
meteorologische Situation im August sorgte 
dafür, daß sowohl aus der Pommerschen Bucht 
als auch aus der Danziger Bucht kein belastetes 
Wasser in die zentrale Ostsee gelangte. 
Die Nährstoffkonzentration in dem vom 
Flußwasser angereicherten Teil der Pommer 
schen Bucht entsprach der bei Frühjahrshoch 
wässern auftretenden Konzentration. Nur Silikat 
war erheblich erhöht, was auf die erhebliche 
Menge von mineralischen Schwebstoffen im 
Flußwasser zurückzuführen ist. Aufgrund der 
großen Menge des Flußwassers (ca. ein Drittel 
des jährlichen Jahresabflusses) war aber die 
Menge der zusätzlich eingetragenen Nährstoffe 
sehr hoch (vgl. Tabelle). Die für die Jahreszeit 
unüblichen Nährstoffeinträge verursachten eine 
beträchtliche Algenblüte. Da das salzarme Fluß 
wasser als ca. 6 m mächtige Deckschicht über 
dem etwas salzigeren Ostseewasser lag und ei 
nen vertikalen Sauerstoffaustausch unterband, 
kam es durch den Abbau abgestorbener Plankto 
nalgen am Meeresboden zur Schwefelwasser 
stoffbildung. Dabei starben große Teile der Mee 
resbodenfauna ab. Die zur selben Zeit in der 
zentralen Ostsee beobachteten Blaualgen-Blüten 
standen in keinem Zusammenhang mit dem 
Hochwasser. 
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