Querschnittsaufgaben
Deutsche iOC-Sektion
Am 1. Juli 1997 übernahm das BSH von
Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresfor
schung die Führung der Sekretariatsgeschäfte für
die Deutsche lOC-Sektion, für die das Auswärtige
Amt den Vorsitz hat. Der Präsident des BSH ver
tritt seitdem Deutschland in der Zwischenstaatli
chen Ozeanographischen Kommission (IOC) der
UNESCO. Er löste Prof. Dr. G. Hempel ab.
Hauptaktivitäten des Sektionssekretariats
waren (a) durch besondere Aktionen und Veran
staltungen im Rahmen des Internationalen Jahrs
des Ozeans auf die Bedeutung der Meere hinzu
weisen, (b) einen Workshop über die künftige
deutsche Entwicklungshilfe-Politik in der Meeres
forschung zu planen und (c) den deutschen
Programmbeitrag zum Globalen Ozeanbeobach
tungssystem (GOOS) zu erarbeiten.
Neukonzeption des Bund/Länder-Meßprogramms
für die Meeresumwelt von Nord- und Ostsee
(BLMP)
Die Arbeiten zur Neukonzeption des BLMP
wurden 1997 abgeschlossen. Mit einer Grund
satzerklärung der Umweltminister Norddeutsch
lands und des Bundes und der Unterzeichnung
der Geschäftsordnung des BLMP am 16. Juni
1997 wurde die gemeinsame und vereinheitlichte
Überwachung der Meeresumwelt von Nord- und
Ostsee in Kraft gesetzt. Das BSH hat im BLMP
die Funktion des Sekretariates zugewiesen
bekommen. Der Meeresumwelt-Datenbank (MU-
DAB) im DOD wurde die Sammlung und Archivie
rung der Meßergebnisse des BLMP übertragen.
Unter Mitwirkung des BSH haben die Fach
arbeitsgruppen für die Nordsee und die Ostsee
im Jahr 1997 die inhaltliche Gestaltung des ge
meinsamen Meßprogramms weitergeführt sowie
den Entwurf für die chemischen und biologischen
Untersuchungen im Jahr 1998 erarbeitet. Das
zukünftige Untersuchungsprogramm wird sich auf
der Basis nationaler und internationaler Anforde
rungen (OSPAR, HELCOM) auf zwei Schwer
punkte konzentrieren: die Überwachung von
Schadstoffen und deren Auswirkungen sowie die
Überwachung von Nährstoffen und Eutrophie
rungserscheinungen. Im Vordergrund stehen da
bei die Untersuchungen der zeitlichen Entwick
lung von Stoffen und deren Auswirkungen.
Flächenhafte Untersuchungen sind reduziert wor
den.
Während des Hochwassers der Oder im
Juli/August hat das BSH die Sondermeßpro
gramme auf Schadstoffeinträge im Stettiner Haff
und der Pommerschen Bucht koordiniert und, wo
nötig, zusätzliche Messungen angeregt. In die
Meßkampagnen wurden im Rahmen der Helsinki-
Konvention (HELCOM) schwedische und polni
sche Hilfsangebote integriert, so daß eine um
fangreiche Situationsbeschreibung möglich wur
de. Im Januar 1998 wird auf deutsche Anregung
in Hamburg ein internationaler Workshop durch
geführt werden, der die Meßergebnisse zusam
menstellen und eine Einschätzung der Belastung
der Meeresumwelt durch das Hochwasser qeben
soll.
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