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Full text: Jahresbericht 1997

Meereskunde 
Vollversammlung verabschiedet. Im Mittelpunkt 
der empfohlenen Maßnahmen steht weiterhin der 
Austausch des Ballastwassers auf See. 
■ London-Übereinkommen 1972 
Das BSH beteiligt sich an den Verhandlun 
gen in der „Wissenschaftlichen Arbeitsgruppe“ 
und der Konsultationssitzung der Vertragspar 
teien des weltweit geltenden Übereinkommens 
über die Verhütung der Meeresverschmutzung 
durch das Einbringen von Abfällen und anderen 
Stoffen vom 29. Dezember 1972 (London-Über 
einkommen 1972). 
In der Sitzung der „Wissenschaftlichen Ar 
beitsgruppe“ des London-Übereinkommens wur 
de schwerpunktmäßig mit der Erarbeitung von 
Leitlinien für die Entsorgung von Abfällen auf See 
begonnen. Es handelt sich hierbei um Abfälle, die 
gemäß dem im letzten Jahr verabschiedeten Än 
derungsprotokoll zum London-Übereinkommen 
als Ausnahmen eines generellen Verbots noch 
grundsätzlich auf See beseitigt werden dürfen. 
So wurden Leitlinien für die Entsorgung von 
Öl- und Gasplattformen, von Klärschlamm, von 
„sperrigen“ Teilen und von Fischabfällen beraten. 
Deutschland setzt sich in den Verhandlungen mit 
Nachdruck dafür ein, daß landseitige Alternativen 
zur Beseitigung der Abfälle auf See (z. B. Ver 
schrottung von Stahlplattformen) ein starkes Ge 
wicht in den Leitlinien erhalten. Stehen aus Um 
weltsicht höherwertige Entsorgungswege (z. B. 
Recycling) zur Verfügung, dürfen die Abfälle 
grundsätzlich nicht auf See beseitigt werden. In 
der Konsultationssitzung der Vertragsparteien 
konnten noch keine Leitlinien verabschiedet wer 
den. Aus formalen Gründen wurde die „Wissen 
schaftliche Arbeitsgruppe“ mit der Überarbeitung 
der Leitlinien beauftragt. 
Globales Ozeanbeobachtungssystem (GOOS) 
Das BSH vertrat Deutschland auf der 3. Sit 
zung des intergouvernementalen Komitees 
GOOS, auf der durchgreifende Fortschritte für die 
weitere Planung und die Verbesserung des Orga 
nisationsaufbaus erzielt wurden. Die sog. GOOS- 
Prinzipien und der GOOS-Strategieplan wurden 
verabschiedet. Das bisherige GOOS Strategy 
Sub-Committee und das wissenschaftliche Bera 
tungsgremium J-GOOS wurden zu dem GOOS 
Steering Committee zusammengelegt. 
Das BSH baute die Organisationsstrukturen 
für eine geplante Planung und Umsetzung von 
GOOS in Deutschland aus. Es bemühte sich, 
deutsche Fachleute in verschiedene GOOS- 
Gruppen zu entsenden und Unterstützung von 
wissenschaftlichen Einrichtungen für die Beteili 
gung Deutschlands an GOOS zu gewinnen. 
Der Programmbeitrag des BSH für GOOS 
wurde entwickelt. Auf der Basis dieses Entwurfs 
erarbeitete das BSH mit meereskundlichen Insti 
tuten und Behörden den deutschen Gesamtbei 
trag für die Startphase von GOOS. Nach der Ab 
stimmung mit den betroffenen Ressorts soll 
dieses Programm auf dem für Oktober 1998 vor 
gesehenen 1.GOOS Agreements Meeting als 
deutscher Beitrag eingebracht werden. 
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