Meereskunde
Vollversammlung verabschiedet. Im Mittelpunkt
der empfohlenen Maßnahmen steht weiterhin der
Austausch des Ballastwassers auf See.
■ London-Übereinkommen 1972
Das BSH beteiligt sich an den Verhandlun
gen in der „Wissenschaftlichen Arbeitsgruppe“
und der Konsultationssitzung der Vertragspar
teien des weltweit geltenden Übereinkommens
über die Verhütung der Meeresverschmutzung
durch das Einbringen von Abfällen und anderen
Stoffen vom 29. Dezember 1972 (London-Über
einkommen 1972).
In der Sitzung der „Wissenschaftlichen Ar
beitsgruppe“ des London-Übereinkommens wur
de schwerpunktmäßig mit der Erarbeitung von
Leitlinien für die Entsorgung von Abfällen auf See
begonnen. Es handelt sich hierbei um Abfälle, die
gemäß dem im letzten Jahr verabschiedeten Än
derungsprotokoll zum London-Übereinkommen
als Ausnahmen eines generellen Verbots noch
grundsätzlich auf See beseitigt werden dürfen.
So wurden Leitlinien für die Entsorgung von
Öl- und Gasplattformen, von Klärschlamm, von
„sperrigen“ Teilen und von Fischabfällen beraten.
Deutschland setzt sich in den Verhandlungen mit
Nachdruck dafür ein, daß landseitige Alternativen
zur Beseitigung der Abfälle auf See (z. B. Ver
schrottung von Stahlplattformen) ein starkes Ge
wicht in den Leitlinien erhalten. Stehen aus Um
weltsicht höherwertige Entsorgungswege (z. B.
Recycling) zur Verfügung, dürfen die Abfälle
grundsätzlich nicht auf See beseitigt werden. In
der Konsultationssitzung der Vertragsparteien
konnten noch keine Leitlinien verabschiedet wer
den. Aus formalen Gründen wurde die „Wissen
schaftliche Arbeitsgruppe“ mit der Überarbeitung
der Leitlinien beauftragt.
Globales Ozeanbeobachtungssystem (GOOS)
Das BSH vertrat Deutschland auf der 3. Sit
zung des intergouvernementalen Komitees
GOOS, auf der durchgreifende Fortschritte für die
weitere Planung und die Verbesserung des Orga
nisationsaufbaus erzielt wurden. Die sog. GOOS-
Prinzipien und der GOOS-Strategieplan wurden
verabschiedet. Das bisherige GOOS Strategy
Sub-Committee und das wissenschaftliche Bera
tungsgremium J-GOOS wurden zu dem GOOS
Steering Committee zusammengelegt.
Das BSH baute die Organisationsstrukturen
für eine geplante Planung und Umsetzung von
GOOS in Deutschland aus. Es bemühte sich,
deutsche Fachleute in verschiedene GOOS-
Gruppen zu entsenden und Unterstützung von
wissenschaftlichen Einrichtungen für die Beteili
gung Deutschlands an GOOS zu gewinnen.
Der Programmbeitrag des BSH für GOOS
wurde entwickelt. Auf der Basis dieses Entwurfs
erarbeitete das BSH mit meereskundlichen Insti
tuten und Behörden den deutschen Gesamtbei
trag für die Startphase von GOOS. Nach der Ab
stimmung mit den betroffenen Ressorts soll
dieses Programm auf dem für Oktober 1998 vor
gesehenen 1.GOOS Agreements Meeting als
deutscher Beitrag eingebracht werden.
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