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Full text: Jahresbericht 1997

Untersuchungen 
kurzperiodischen Schwankungen überlagert, die 
im exponierten Wattenmeer mehrere Kelvin im 
Tagesverlauf erreichen können. In der Ostsee - 
besonders nordwestlich von Rügen - führen Auf 
triebsereignisse zu kurzfristigen Abkühlungen an 
der Wasseroberfläche. Die physikalischen Pro 
zesse, die diese zeitlichen Änderungen der Was 
sertemperatur beeinflussen, sind im operationei 
len Modell des BSH berücksichtigt. 
An sieben Küstenstationen - List, Helgo 
land, Cuxhaven, Bremerhaven, Leuchtturm Alte 
Weser, Norderney und Leuchtturm Kiel - wurden 
vom Modell berechnete Wassertemperaturen 
über einen Zeitraum von Juni 1993 bis Septem 
ber 1995 den Messungen gegenübergestellt. An 
allen Stationen ergab sich eine gute Übereinstim 
mung. Der Vergleich mit Satellitenaufnahmen der 
Oberflächentemperatur zeigte zudem, daß auch 
die räumliche Variabilität vom Modell qualitativ 
gut wiedergegeben wurde. 
Aus den vom operationellen Modell berech 
neten Temperaturen sind für 60 Küstenorte zwi 
schen Borkum und List an der deutschen Nord 
seeküste sowie Holnis und Ueckermünde an der 
deutschen Ostseeküste die klimatologischen Un 
terschiede für den Zeitraum September 1993 bis 
September 1995 ermittelt worden. Gegenstand 
der Untersuchung waren z. B. auch die für den 
Fremdenverkehr relevanten Badetemperaturen. 
An der Nordseeküste wiesen z. B. Westerland 
und Helgoland deutlich weniger „Badetage“ auf 
als andere Orte, an der Ostseeküste Weißenhäu 
ser Strand, Wustrow, Kloster und Kap Arkona. 
HIROMB 
Das Projekt HIROMB (High Resolution Ope 
rational Model of the Baltic) steht für ein operatio- 
nelles numerisches Modell zur Simulation der 
Zirkulation der Ostsee. Das Modell soll, ähnlich 
einer Wettervorhersage, täglich Kurzfristprogno- 
sen für die Vorgänge in der Ostsee liefern. 
HIROMB Ist ein auf viele Jahre angelegtes Pro 
jekt mit dem Ziel, ein solches Vorhaben durch 
internationale Zusammenarbeit zu erreichen, ge 
tragen von ozeanographischen Instituten bzw. 
Diensten der Ostsee-Anrainer. Jede der beteilig 
ten Einrichtungen erbringt einen spe-ziellen Bei 
trag, der sich mit denen der anderen zu einem Sy 
stem zusammenfügt. In umgekehrter Richtung 
steht diesen nationalen Einrichtungen das ge 
samte System (mit seinen Ergebnissen) zur Ver 
fügung. Als ein Hauptziel soll mit der numerischen 
Simulation durch HIROMB eine Basis für die 
Arbeit der einzelnen Länder in ihren Küstenab 
schnitten geliefert werden, insbesondere etwa bei 
der Verfolgung von Strömung und Ausbreitung. 
Die Arbeiten begannen 1994 mit einer Zu 
sammenarbeit zwischen SMHI in Norrköping und 
BSH. Der Beitrag des SMHI war eine geeignete 
Rechenanlage sowie ein numerisches Modell für 
die Wettervorhersage, der des BSH das operatio- 
nelle Modell für Nordsee und Ostsee, aus dem für 
HIROMB eine spezielle Variante für die Ostsee 
hergestellt wurde. 
Der operationeile Betrieb des Modells läuft 
stabil seit Herbst 1996, gegenwärtig mit einer 
Gitter-Auflösung von 5 km. Die nächstfolgende 
Ausbaustufe wird eine Rasterung von 1 Seemeile 
erreichen und auf der Massiv-Parallel-Rechenan- 
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