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Full text: Jahresbericht 1997

Meereskunde 
Markt ein entsprechendes Gerät verfügbar, das 
sich schon bei anderen Anwendungen bewährt 
hatte. Die „Zymark Auto Trace SPE Workstation“ 
(Abb. 12) wurde mit Erfolg erprobt und eingesetzt, 
um Standardlösungen, Meerwasserproben und 
zertifizierte Referenzmaterialien auf Spurenme 
talle zu analysieren. Die Hardware und Software 
des Analysensystems erlaubte es, alle hier not 
wendigen Schritte des Trennungsgangs zu pro 
grammieren und durchzuführen. Es zeigte sich 
schnell, daß einige aus Edelstahl gefertigten 
Hardware-Teile Ursache für die Kontaminationen 
der Meerwasserproben sind. Nachdem diese 
Teile durch solche aus Kunststoff ersetzt worden 
waren, gingen die Kontaminationen auf vernach 
lässigbare Werte zurück. Wiederholte Mehrfach 
analysen ergaben niedrige Standardabweichun 
gen und gute Wiederfindungsraten für die zer 
tifizierten Referenzmaterialien CASS-2 (Meer 
wasser aus den Küstengewässern) und NASS-4 
(Meerwasser aus dem offenen Ozean). In beiden 
Fällen zeigten die Ergebnisse eine gute Überein 
stimmung mit den für die Referenzmaterialien 
zertifizierten Konzentrationen. Die Richtigkeit und 
Reproduzierbarkeit der Analysenwerte bewies die 
Zuverlässigkeit des automatisierten Trennverfah 
rens. 
Da die Zymark-Station verschiedene Arbeits 
weisen ermöglicht, können andere Trennungs 
gänge, Extraktionschemikalien und Säulenharze 
ohne weiteres verwendet werden. So ist die Me 
thode auch für die Analyse verschiedenartiger 
Wasserproben oder Spurenmetallkombinationen 
durch Festphasen-Extraktion einsetzbar. Ein Ar 
beitsgerät mit sechs parallelen Trennsäulen 
(Sechs-Kanal-Modell) und eine im BSH definierte 
und modifizierte Software ermöglichte es schließ 
lich, eine vollständige Analyse in ungefähr 100 
Minuten automatisiert durchzuführen. 
Untersuchungen zum Nachweis des möglichen 
legalen Eintrags von schädlichen Stoffen 
in die Nordsee durch Chemikalientanker 
Die Studie wurde im Auftrag des BSH von 
der Forschungsstelle für die Seeschiffahrt e.V. 
durchgeführt. Hauptziel der Untersuchung war die 
Bestandsaufnahme der nach MARPOL, Anl. II, 
aus dem Bereich der deutschen Nordseeküste 
eingeleiteten Restmengen von als Massengut 
transportierten flüssigen Stoffen. Zur Erreichung 
dieses Hauptziels dienten verschiedene Unter 
ziele: 
- Ermittlung der Art und Menge der in den deut 
schen Nordseehäfen importierten flüssigen 
schädlichen und sonstigen Stoffe in Bulk; 
- Beschreibung der zugehörigen Tankschiffe und 
deren Route; 
- Feststellung des Verbleibs der Ladungsreste; 
- Festlegung der anfallenden Restmengen, die 
in die Nordsee eingeleitet werden, unter 
Berücksichtigung der importierten Ladungen 
und der eingesetzten Tankschiffe. 
Neben der Hauptzielsetzung sollte ergän 
zend ein möglichst umfassendes Bild über den 
Tankschiffsverkehr und den Transport von Stof 
fen nach MARPOL, Anl. II, für den gesamten 
Bereich der Nordsee und die schiffsbetrieblichen 
Abläufe und Abgabe-/Einleitgewohnheiten auf 
Tankschiffen aufgezeigt werden. 
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