Meereskunde
Markt ein entsprechendes Gerät verfügbar, das
sich schon bei anderen Anwendungen bewährt
hatte. Die „Zymark Auto Trace SPE Workstation“
(Abb. 12) wurde mit Erfolg erprobt und eingesetzt,
um Standardlösungen, Meerwasserproben und
zertifizierte Referenzmaterialien auf Spurenme
talle zu analysieren. Die Hardware und Software
des Analysensystems erlaubte es, alle hier not
wendigen Schritte des Trennungsgangs zu pro
grammieren und durchzuführen. Es zeigte sich
schnell, daß einige aus Edelstahl gefertigten
Hardware-Teile Ursache für die Kontaminationen
der Meerwasserproben sind. Nachdem diese
Teile durch solche aus Kunststoff ersetzt worden
waren, gingen die Kontaminationen auf vernach
lässigbare Werte zurück. Wiederholte Mehrfach
analysen ergaben niedrige Standardabweichun
gen und gute Wiederfindungsraten für die zer
tifizierten Referenzmaterialien CASS-2 (Meer
wasser aus den Küstengewässern) und NASS-4
(Meerwasser aus dem offenen Ozean). In beiden
Fällen zeigten die Ergebnisse eine gute Überein
stimmung mit den für die Referenzmaterialien
zertifizierten Konzentrationen. Die Richtigkeit und
Reproduzierbarkeit der Analysenwerte bewies die
Zuverlässigkeit des automatisierten Trennverfah
rens.
Da die Zymark-Station verschiedene Arbeits
weisen ermöglicht, können andere Trennungs
gänge, Extraktionschemikalien und Säulenharze
ohne weiteres verwendet werden. So ist die Me
thode auch für die Analyse verschiedenartiger
Wasserproben oder Spurenmetallkombinationen
durch Festphasen-Extraktion einsetzbar. Ein Ar
beitsgerät mit sechs parallelen Trennsäulen
(Sechs-Kanal-Modell) und eine im BSH definierte
und modifizierte Software ermöglichte es schließ
lich, eine vollständige Analyse in ungefähr 100
Minuten automatisiert durchzuführen.
Untersuchungen zum Nachweis des möglichen
legalen Eintrags von schädlichen Stoffen
in die Nordsee durch Chemikalientanker
Die Studie wurde im Auftrag des BSH von
der Forschungsstelle für die Seeschiffahrt e.V.
durchgeführt. Hauptziel der Untersuchung war die
Bestandsaufnahme der nach MARPOL, Anl. II,
aus dem Bereich der deutschen Nordseeküste
eingeleiteten Restmengen von als Massengut
transportierten flüssigen Stoffen. Zur Erreichung
dieses Hauptziels dienten verschiedene Unter
ziele:
- Ermittlung der Art und Menge der in den deut
schen Nordseehäfen importierten flüssigen
schädlichen und sonstigen Stoffe in Bulk;
- Beschreibung der zugehörigen Tankschiffe und
deren Route;
- Feststellung des Verbleibs der Ladungsreste;
- Festlegung der anfallenden Restmengen, die
in die Nordsee eingeleitet werden, unter
Berücksichtigung der importierten Ladungen
und der eingesetzten Tankschiffe.
Neben der Hauptzielsetzung sollte ergän
zend ein möglichst umfassendes Bild über den
Tankschiffsverkehr und den Transport von Stof
fen nach MARPOL, Anl. II, für den gesamten
Bereich der Nordsee und die schiffsbetrieblichen
Abläufe und Abgabe-/Einleitgewohnheiten auf
Tankschiffen aufgezeigt werden.
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