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Full text: Jahresbericht 1997

Untersuchungen 
um den Tidenverlauf im gesamten Untersu 
chungsgebiet mit der geforderten Genauigkeit zu 
bestimmen. Im Juni/Juli sind die ersten Pegel 
messungen über einen Monat vor der nordfriesi 
schen Küste durchgeführt worden, sie wurden im 
November/Dezember wiederholt, um aus Grün 
den der statistischen Sicherheit mehrere Zeitrei 
hen an einem Ort zu gewinnen. 
Zur Erprobung des zweiten Verfahrens ist 
1996 in einer Machbarkeitsstudie eine Vermes 
sung mit Hilfe des NAVSTAR-GPS im Elbeästuar 
unter Beteiligung des Institutes für Erdmessung 
und des Institutes für Kartographie der Universität 
Hannover durchgeführt worden. Die Bearbeitung 
der Vermessungsdaten steht vor dem Abschluß. 
Für das Untersuchungsgebiet wurde die SKN- 
Fläche bezogen auf das Ellipsoid erstellt. Das Er 
gebnis zeigt, daß die Genauigkeit der Be 
schickungswerte besser als 0,1 Meter ist. 
Rhodamin-Ausbreitungsexperiment im Tiefen 
wasser der Ostsee (MAST-Projekt BASYS) 
Das BSH beteiligt sich an dem von der EU 
geförderten Ostsee-Projekt „Baltic Sea System 
Study“ (BASYS). Im Januar 1997 wurden in der 
Arkonasee und im Bornholmsgatt unmittelbar im 
Übergangsbereich zwischen dem ausströmenden 
Oberflächenwasser und dem einströmenden Tie 
fenwasser unterschiedliche Farbtracer (Rhoda 
min B, Rhodamin WT und Sulpho-Rhodamin) 
ausgebracht. Die Ausbreitung und Vermischung 
wurden im Anschluß an die Ausbringung und auf 
drei weiteren Fahrten im März (mit FS Gauß) und 
im Mai und August (mit Schiffen des IOW) unter 
sucht. Während die Ausbreitung des Farbstoffes 
unmittelbar nach der Ausbringung mit Fluores 
zenzsensoren am geschleppten CTD-System 
„Delphin“ vermessen werden konnten, mußte auf 
den folgenden Vermessungen im März, Mai und 
August wegen der starken Verdünnung der Nach 
weis des Farbstoffes mit Hilfe geschöpfter Proben 
vorgenommen werden. Dazu wurden die Proben 
mit einem HPLC-Verfahren (High Performance 
Liquid Chromatography) untersucht. 
Ein Teil der ausgebrachten Farbmenge (we 
niger als 10 kg) konnte noch am Ausbringungsort 
nahe der Dar-ßer Schwelle gefunden werden, der 
Rest hat sich mit dem in die Tiefe der Ostsee ein 
strömenden Wasser in das Bornholm Becken ver 
lagert. Die bisherigen Untersuchungen zeigen, 
daß der überwiegende Teil des Sulpho-Rhoda- 
mins isopyk-nisch (d. h. in einer Dichtefläche) 
transportiert wird. Es findet aber auch eine Vermi 
schung in der Vertikalen statt. Zur Zeit werden 
weitere Proben analysiert und die Daten des „Del 
phin“ aufbereitet. 
Magnetische und hydroakustische 
Untersuchungen zur Ortung chemischer 
Kampfstoffmunition in der Ostsee 
Von den 288 000 t Kampfstoffmunition, die 
in Deutschland bis 1945 produziert wurden, sind 
etwa 39 000 t in der Ostsee im Bornholm-Becken, 
im Gotland-Becken und am Südausgang des 
Kleinen Belts versenkt worden. Es ist sehr wahr 
scheinlich, daß auch bereits auf den Transport 
wegen zu den offiziellen Versenkungsgebieten 
Kampfstoffmunition über Bord gegeben wurde. 
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