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Full text: Jahresbericht 1997

Meereskunde 
ln den Jahren 1994 bis 1996 wurden drei 
KUSTOS-Meßkampagnen zu verschiedene Jah 
reszeiten unter Einsatz von bis zu vier For 
schungsschiffen in der Deutschen Bucht durchge 
führt. Übergeordnetes Ziel war die Erfassung des 
Jahresganges der küstennahen Stoff- und Ener 
gieflüsse unter Berücksichtigung des Überganges 
Land - Meer. Die Werte an den Schnittstellen 
zum Watt (10 m Tiefenlinie) wurden in Zusam 
menarbeit mit dem Projekt TRANSWATT gemes 
sen und ausgewertet. Zur Validierung und Weiter 
entwicklung von hydrodynamisch-numerischen 
Strömungsmodellen für die Nordsee, darunter ein 
Schwebstoffmodell und ein Modell zur Simulation 
der Nährstoffflüsse und der Primärproduktion, 
wurden bei jeder Meßkampagne an mehreren 
Positionen in der Deutschen Bucht Meßgeräte 
ausgelegt. Erstmalig wurden in der Deutschen 
Bucht auch vertikal auflösende Strömungsmes 
sungen über einen längeren Zeitraum durchge 
führt. 
Die Meßwerte wurden genutzt, um die Remi- 
neralisation von Nährstoffen (z. B. Phosphat) an 
hand der Kenntnis über Zeitpunkte und Stärke 
von Resuspensionsereignissen am Meeresboden 
zu interpretieren. Ebenfalls wurden anhand dieser 
Datensätze die nord- bzw. südwärts gerichteten 
Wasser- und Schwebstofftransporte durch einen 
Ost-West-Schnitt nördlich von Helgoland über 
Teilzeiträume des jeweiligen Experimentes ab 
geschätzt. Der nordwärts gerichtete Transport 
von Schwebstoffen im Zeitraum vom 24. April bis 
10. Mai 1995 lag z. B. zwischen -575 x 10 3 Ton 
nen und 279 x 10 3 Tonnen pro Tag. 
Während der Experimente im Sommer 1994 
und im Frühjahr 1995 wurde mit dem Schlepp 
meßsystem „Delphin“ die vertikale Verteilung der 
Parameter Temperatur, Salzgehalt, Dichte, Trü 
bung (Rückstreuung) und Fluoreszenz auf kü 
stennormalen Schnitten nördlich von Helgoland 
hochauflösend gemessen. Auf den Vertikalschnit 
ten lassen sich u.a. Auftriebsgebiete, Gebiete er 
höhter biologischer Produktion sowie horizontale 
und vertikale Schichtung von Temperatur, Salz 
gehalt und Dichte deutlich identifizieren. Die 
Kenntnis über die vertikale Verteilung der o. g. 
Parameter und insbesondere über die Lage von 
Sprungschichten war für eine Interpretation der 
Untersuchungen mit den Schöpferproben unent 
behrlich. Die horizontale Verteilung von Salzge 
halt und Temperatur in der Oberflächenschicht 
(bis 5 m Tiefe) wurde analysiert. Dabei wurden 
Position und Intensität der haiinen Frontalzone 
und ihre zeitliche horizontale Verlagerung über 
Zeiträume von etwa drei Wochen untersucht und 
dokumentiert. Im Sommer 1994 wurde eine Fron 
talzone angetroffen, die eine Woche lang sta 
tionär war und damit eine deutliche Barriere zwi 
schen Küsten- und Nordseewasser darstellte. Im 
Frühjahr 1995 war aufgrund stärkerer Gradienten 
diese Barriere noch intensiver ausgeprägt, ihre 
Lage und Intensität variierten stark. Der Aus 
tausch zwischen Küsten- und Nordseewasser 
war damit stärker eingeschränkt als im Sommer 
1994. 
Im Projekt TRANSWATT (Transport, Trans 
fer und Transformation von Biomasseelementen 
in Wattgewässern) wurden Strömungen und 
Wasseraustausch im Wattenmeer mit hochauflö 
senden numerischen Modellen untersucht. Um 
saisonale Unterschiede der Nährstofffracht zwi 
schen Wattenmeer und Küstenwasser zu erken 
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