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Full text: Jahresbericht 1997

Meereskunde 
Sie war ein in diesem Ausmaß bisher unbekann 
tes Signal und hat die großräumige Zirkulation 
des Nordatlantiks für die 90er Jahre bestimmt. In 
den Charakteristiken der Wassermassen in den 
europäischen Randströmen deuten sich erste Re 
aktionen der thermohalinen Zirkulation auf den 
Zusammenbruch des Nordatlantischen Zirkulati 
onsindex NAO im Winter 1995/96 an. Die Arbei 
ten zur Erklärung der Umwälzbewegung von 
warmen Oberflächenwassern zu kalten Zwischen- 
und Tiefenwassern mit Daten seit 1956 auf 48° N, 
36° N und 24,5° N und deren Auswirkung auf den 
nordwärts gerichteten Wärmetransport sind in Zu 
sammenarbeit mit Wissenschaftlern des P. P. 
Shirshov Instituts für Ozeanologie, Moskau, ab 
geschlossen und werden veröffentlicht. 
Nach einer intensiven Phase der Bestim 
mung von meridionalen Transporten im Nord 
atlantik seit 1993 sind die Vorarbeiten für ein 
regelmäßiges Monitoring dieser Größen abge 
schlossen. Die Einzelheiten der hierfür notwendi 
gen Feldarbeiten liegen in einem vertretbaren 
Rahmen. Sie lassen unter dem Gesichtspunkt ei 
nes längerfristigen Engagements für klimarele 
vante Zwecke, besonders unter den Notwendig 
keiten des Global Ocean Observing System 
GOOS, eine weiterreichende Planung zu. Neben 
der Wiederholung des hydrographischen Schnitts 
entlang ca. 48° N im Zeitraum von 2-5 Jahren 
gehört dazu die regelmäßige Bedienung des 
Frachtschiffprogramms in diesem Gebiet. 
Die Untersuchungen des atmosphärischen 
Antriebs, hier charakterisiert durch den Nordat 
lantischen Zirkulationsindex NAO, auf die ozeani 
sche Zirkulation und deren Kopplung an die der 
Nordsee, wurden fortgesetzt. 
■ Untersuchungen über den Einfluß des Nord 
atlantiks auf die Verteilung der Oberflächen 
temperaturen der Nordsee 
Die systematische statistische Auswertung 
der digitalen wöchentlichen Analysen der Ober 
flächentemperaturen der Nordsee für den Zeit 
raum 1968-1997 wurden fortgesetzt. Die diag 
nostische Analyse der raumzeitlichen Tem 
peraturschwankungen auf intrasaisonalen bis 
zwischenjährlichen Skalen ist Voraussetzung für 
den Aufbau von Vorhersageverfahren für die 
Temperaturentwicklung. Ein interessantes Zwi 
schenergebnis besteht in der signifikanten Korre 
lation des Temperaturfeldes - nicht nur in den 
Wintermonaten, sondern auch im Frühherbst - 
mit dem sog. winterlichen NAO-Index als Maß für 
die Stärke der winterlichen Westwindzirkulation 
über dem Nordatlantik. Das Korrelationsfeld 
zeichnet sich durch ein von der kontinentalen Kü 
ste her seewärts verbreiterndes Muster aus. Die 
Oberflächentemperatur ist danach in denjenigen 
Seegebieten stark vom NAO-Index, einem Maß 
für den atmosphärischen Einfluß, abhängig, die 
sich durch einen geringen Austausch mit ozeani 
schen Gebieten auszeichnen. Die Ein- und Aus 
stromgebiete der Nordsee dagegen sind eng mit 
dem NAO-Index verknüpft. Zur Untersuchung des 
Antriebs der Oberflächentemperaturen der Nord 
see durch die Oberflächentemperaturen des Nord 
atlantiks wurde ein entsprechend geeigneter, 
sehr umfangreicher Datensatz beschafft, mit des 
sen Aufbereitung, u.a. durch Visualisierung, be 
gonnen wurde. Teilergebnisse zur Abhängigkeit 
der Nordseetemperaturen vom NAO-Index wur 
den 1997 in der DHZ publiziert. 
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