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Full text: Jahresbericht 1997

Meereskunde 
(PAK) und an halogenierten Kohlenwasserstoffen 
(CKW) ermittelt werden. Hierbei interessierte be 
sonders die Fragestellung, ob Seegebiete, die im 
direktem Einfluß europäischer Industrien liegen, 
signifikant höher belastet sind als andere Seege 
biete. Überraschenderweise zeigte sich, daß ei 
nige der untersuchten Komponenten auch in den 
Sedimenten vor Spitzbergen in unerwartet hohen 
Konzentrationen vorliegen. Teilweise sind die Ge 
halte signifikant höher als die, die in der inneren 
Deutschen Bucht gefunden werden. Hierbei han 
delt es sich vor allem um Naphthalin und Phenan- 
thren und deren alkylierte Homologe, die vorwie 
gend in Erdöl- und Kohleprodukten enthalten 
sind. Mit hoher Wahrscheinlichkeit sind diese 
Stoffe geochemischen Ursprungs, da auf Spitz 
bergen große Kohlevorkommen existieren, die 
teilweise bis an die Oberfläche reichen. Durch 
Erosion, z. B. durch Gletscherabrieb, könnten 
diese Verbindungen ins Meer gelangt sein. Inzwi 
schen wurden auch einige chlorierte anthropo 
gene organische Verbindungen, wie das Hexach 
lorbenzol (HCB) (Abb 11), in deutlich erhöhten 
Konzentrationen vor Spitzbergen nachgewiesen. 
Da für diese Komponente keine natürliche Quelle 
bekannt ist, muß das HCB anthropogenen Ur 
sprungs sein. 
■ Untersuchung akuter Verschmutzungen 
durch Öl und andere Chemikalien 
In Strafverfahren wurden 1997 in 34 Fällen 
Ölproben verglichen und dabei 213 Proben unter 
sucht. 
Ende Mai 1997 beteiligte sich das BSH an 
einer Übung zur Erfassung von auf dem Meer trei 
benden Ölfilmen aus der Luft (Intercomparlson 
Exercise 1997), an der die Ölüberwachungsflug 
zeuge aller Nordsee-Anrainerstaaten teilnahmen. 
Dabei wurden vom Schiff aus Schichtdickenmes 
sungen an den Ölfilmen durchgeführt, um die in 
den Flugzeugen eingesetzten Instrumente zu ka 
librieren und zu überprüfen („Ground Truth“ Mes 
sungen). 
Überwachung von langfristigen Klima 
schwankungen in Nordsee und Nordostatlantik 
■ Untersuchungen zu den meridionalen Trans 
porten von Wärme, Süßwasser und Salz und 
ihren Schwankungen auf klimarelevanten 
Zeltskalen im Nordatlantik 
Mit der Meteor-Reise M 39/3 im Juni 1997 
wurden die im Sommer 1993 begonnenen Arbei 
ten zur Bestimmung der meridionalen Transporte 
von Wärme, Süßwasser und Salz und ihrer lang 
fristigen Schwankungen auf 48° N im Nordatlan 
tik fortgesetzt. Diese Reise war ein Beitrag zur in 
tensiven Feldphase des World Ocean Circulatlon 
Experiments WOCE im Nordatlantik. Die Arbeiten 
anderer Institutionen tragen wesentlich zur Ein 
ordnung der eigenen Daten bei. Die Datensätze 
dieser für das Klimageschehen Nordeuropas 
wichtigen Größen aus den Jahren 1957, 1982, 
1993, 1994 und 1996 erlauben erstmals systema 
tische Untersuchungen über die Veränderungen 
wesentlicher Bestandteile der thermohalinen Zir 
kulation. Die seit 1993 beobachtete dramatische 
Abkühlung der Zwischenwasser des Nordatlan 
tiks in Tiefen zwischen 1000 und 2000 m im Be 
reich des Labrador-Seewassers klingt nach dem 
Erreichen des irischen Kontinentalabhangs ab. 
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