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Full text: Jahresbericht 1997

Überwachung 
schungsschiffes Bosei Maru teil, um Proben mit 
den BSH-Wasserschöpfern bis in 6000 m Tiefe 
aus dem Pazifik für das lAEO-Projekt MARAD zu 
gewinnen, die von den beteiligten Laboren analy 
siert werden sollen. Durch dieses Projekt sollen 
neue Erkenntnisse über die Vertikalverteilung der 
langlebigen Radionuklide in den Weltozeanen ge 
wonnen werden. Ergebnisse dieser Reise werden 
erst Mitte 1998 erwartet. 
Die Bewertung der gemessenen Konzentra 
tionen in Nord- und Ostsee und anderen Meeres 
gebieten läßt in bezug auf eine mögliche Strah 
lenexposition des Menschen durch Fischverzehr 
oder Aufenthalt am Strand nach wie vor keine 
bedenkliche Strahlenexposition erwarten. 
Im Radioaktivitätsmeßnetz in Nord- und Ost 
see wurden 1997 keine außergewöhnlich hohen 
Aktivitätskonzentrationen im Meerwasser regi 
striert. 
Bewertung der französischen Nukleartests 
im Südpazifik 
Auf Bitten der IAEO, Wien, beteiligt sich das 
BSH an einer internationalen Studie zur Bewer 
tung der französischen Nukleartests (1966 bis 
1996) auf den Atollen Mururoa und Fangataufa in 
Französisch-Polynesien. Mehr als 70 Experten 
aus vielen Teilen der Welt tragen zu dieser Studie 
bei. Das BSFI hat dabei die Koordinierung einer 
Arbeitsgruppe übernommen, die die hypotheti 
sche Ausbreitung radioaktiven Materials von den 
Atollen Mururoa/Fangataufa im engeren und wei 
teren Kreis des Südpazifiks durch Zirkulation und 
Vermischung im Meer untersucht. Die Arbeiten 
hierzu waren für alle Beteiligten im Jahr 1997 
wegen des straffen Zeitplans außerordentlich 
intensiv. Die Studie wird voraussichtlich im Früh 
jahr 1998 beendet. 
Abschätzung der Strahlenbelastung 
(MAST-Projekt MARINA-BALT) 
Unter Federführung des dänischen National 
Laboratory, Roskilde, ist das BSH an dem von 
der Europäischen Union finanzierten Projekt 
MARINA-BALT beteiligt. Ziel des Projektes ist die 
Abschätzung der Strahlenbelastung der Bevölke 
rung der Europäischen Gemeinschaft durch 
das Radioaktivitätsinventar in der Ostsee. Zwei 
gleichartige Projekte (MARINA und MARINA- 
MED) haben sich mit der Strahlenbelastung aus 
dem Nordatlantik und dem Mittelmeer befaßt. 
Das BSH koordiniert die Sammlung und Auf 
bereitung von Radioaktivitätsmonitoringdaten aus 
allen Ostseeanrainerstaaten, die bisher noch 
nicht in internationalen Datenbanken, wie z. B. 
der HELCOM-MORS-Datenbank, erfaßt waren. 
Die Sammlung von Altdaten wurde 1997 abge 
schlossen. Dabei wurden 3100 bisher unveröf- 
fentliche Datensätze aufgenommen. 
Der Abschlußbericht wird der Europäischen 
Kommission im September 1998 vorgelegt. 
Radioaktive Substanzen in Schwebstoff 
und Sediment 
Die meist feinkörnigeren Sedimente der Ost 
see führen zu prinzipiell höherer Anreicherung 
von Schadstoffen. Daher finden sich grundsätz- 
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