Überwachung
regelmäßig Wasser- und Sedimentproben und
analysiert diese auf Nährstoffe, gelösten Sauerstoff,
Schwermetalle, halogenierte Kohlenwasserstoffe,
Erdöl-Kohlenwasserstoffe, Radionuklide
und weitere Begleitparameter, die für die Bewertung
notwendig sind. Die Daten werden im Berichtsband
„Überwachung des Meeres“ veröffentlicht.
Überwachung auf radioaktive Substanzen:
Meerwasser
Künstliche radioaktive Substanzen wurden
in dem Routinemeßprogramm zur Durchführung
des Strahlenschutzvorsorgegesetzes in der Ostsee
und auf einem Streifen entlang der südlichen
Nordsee bis in Skagerrak und Kattegat überwacht.
Daneben wurden Proben auf einer Forschungsreise
mit dem VWFS Deneb von
Monaco nach Hamburg entnommen. Weiter beteiligte
sich das BSH auf Einladung der IAEO an
einer Forschungsreise auf dem japanischen
Forschungsschiff Bosei Maru in den Pazifik, um
Proben für ein weltweites Programm (MARAD,
Research on Worldwide Marine Radioactivity) zu
entnehmen und zum Teil auf langlebige Radionuklide
zu analysieren.
Mit der Überwachung der Meeresumwelt auf
künstliche Radionuklide
- sollen mögliche Einträge aus kerntechnischen
Anlagen in Nord- und Ostsee erkannt werden,
- soll die Veränderung der Kontamination der
Nordsee infolge der Einleitungen aus den
europäischen Wiederaufbereitungsanlagen in
La Hague (Frankreich), Dounreay und Sellafield
(beide Großbritannien) beobachtet werden
und es
- soll die Veränderung der Kontamination der
Ostsee, die überwiegend durch den Reaktorunfall
von Tschernobyl im Jahre 1986 verursacht
wurde, verfolgt werden.
Die Untersuchungen konzentrierten sich auf
die Nuklide Cs-134 (Halbwertszeit T = 2,05 a),
Cs-137 (T = 3 a), Sr-90 (T = 29a), Tritium (T =
12 a), Pu-239, 240 (T = 24 000 bzw. 6500 a),
Pu-238 (T = 88 a) und Am-241 (T = 433 a) als
Leitnuklide zur Verfolgung der Kontamination des
Meeres.
Die großräumige Verteilung künstlicher Radionuklide
wurde dabei durch Wasserproben aus
dem Kanal, der südlichen Nordsee, dem Skagerrak,
dem Kattegat und aus der gesamten Ostsee
überwacht. In der Nordsee ging die Konzentration
der künstlichen Radioaktivität für alle untersuchten
Gebiete weiter leicht zurück, da die Wiederaufbereitungsanlagen
Sellafield an der Irischen
See und La Hague im Kanal die Einleitungen in
den letzten Jahren für die meisten Radionuklide
reduziert haben. Im Wasser der Nordsee liegt die
Kontamination mit Cs-137 und Sr-90 nur noch
gering über dem Hintergrundwert, wie er durch
die oberirdischen Kernwaffentests der sechziger
Jahre im Oberflächenwasser des Nordatlantiks
vorhanden ist. Allerdings nimmt seit 1993 die
Konzentration des Radionuklids Tritium wieder
zu, da die Wiederaufbereitungsanlage La Hague
die Einträge deutlich erhöht hat. Der scheinbare
Rückgang des Gehaltes 1996 (s. Abb. 7) ist darauf
zurückzuführen, daß zum Zeitraum der Überwachung
eine Wassermasse in der Deutschen
41