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Volltext : Jahresbericht 1997

Überwachung

regelmäßig  Wasser-  und  Sedimentproben  und
analysiert  diese  auf  Nährstoffe,  gelösten  Sauerstoff, ­
  Schwermetalle,  halogenierte  Kohlenwasserstoffe, ­
  Erdöl-Kohlenwasserstoffe,  Radionuklide
und  weitere  Begleitparameter,  die  für  die  Bewertung ­
  notwendig  sind.  Die  Daten  werden  im  Berichtsband ­
  „Überwachung  des  Meeres“  veröffentlicht. ­

Überwachung  auf  radioaktive  Substanzen:
Meerwasser
Künstliche  radioaktive  Substanzen  wurden
in  dem  Routinemeßprogramm  zur  Durchführung
des  Strahlenschutzvorsorgegesetzes  in  der  Ostsee ­
  und  auf  einem  Streifen  entlang  der  südlichen
Nordsee  bis  in  Skagerrak  und  Kattegat  überwacht. ­
  Daneben  wurden  Proben  auf  einer  Forschungsreise ­
  mit  dem  VWFS  Deneb  von
Monaco  nach  Hamburg  entnommen.  Weiter  beteiligte ­
  sich  das  BSH  auf  Einladung  der  IAEO  an
einer  Forschungsreise  auf  dem  japanischen
Forschungsschiff  Bosei  Maru  in  den  Pazifik,  um
Proben  für  ein  weltweites  Programm  (MARAD,
Research  on  Worldwide  Marine  Radioactivity)  zu
entnehmen  und  zum  Teil  auf  langlebige  Radionuklide ­
  zu  analysieren.
Mit  der  Überwachung  der  Meeresumwelt  auf
künstliche  Radionuklide
-  sollen  mögliche  Einträge  aus  kerntechnischen
Anlagen  in  Nord-  und  Ostsee  erkannt  werden,
-  soll  die  Veränderung  der  Kontamination  der
Nordsee  infolge  der  Einleitungen  aus  den
europäischen  Wiederaufbereitungsanlagen  in

La  Hague  (Frankreich),  Dounreay  und  Sellafield
  (beide  Großbritannien)  beobachtet  werden
und  es
-  soll  die  Veränderung  der  Kontamination  der
Ostsee,  die  überwiegend  durch  den  Reaktorunfall ­
  von  Tschernobyl  im  Jahre  1986  verursacht ­
  wurde,  verfolgt  werden.
Die  Untersuchungen  konzentrierten  sich  auf
die  Nuklide  Cs-134  (Halbwertszeit  T  =  2,05  a),
Cs-137  (T  =  3  a),  Sr-90  (T  =  29a),  Tritium  (T  =
12  a),  Pu-239,  240  (T  =  24  000  bzw.  6500  a),
Pu-238  (T  =  88  a)  und  Am-241  (T  =  433  a)  als
Leitnuklide  zur  Verfolgung  der  Kontamination  des
Meeres.
Die  großräumige  Verteilung  künstlicher  Radionuklide ­
  wurde  dabei  durch  Wasserproben  aus
dem  Kanal,  der  südlichen  Nordsee,  dem  Skagerrak, ­
  dem  Kattegat  und  aus  der  gesamten  Ostsee
überwacht.  In  der  Nordsee  ging  die  Konzentration
der  künstlichen  Radioaktivität  für  alle  untersuchten ­
  Gebiete  weiter  leicht  zurück,  da  die  Wiederaufbereitungsanlagen ­
  Sellafield  an  der  Irischen
See  und  La  Hague  im  Kanal  die  Einleitungen  in
den  letzten  Jahren  für  die  meisten  Radionuklide
reduziert  haben.  Im  Wasser  der  Nordsee  liegt  die
Kontamination  mit  Cs-137  und  Sr-90  nur  noch
gering  über  dem  Hintergrundwert,  wie  er  durch
die  oberirdischen  Kernwaffentests  der  sechziger
Jahre  im  Oberflächenwasser  des  Nordatlantiks
vorhanden  ist.  Allerdings  nimmt  seit  1993  die
Konzentration  des  Radionuklids  Tritium  wieder
zu,  da  die  Wiederaufbereitungsanlage  La  Hague
die  Einträge  deutlich  erhöht  hat.  Der  scheinbare
Rückgang  des  Gehaltes  1996  (s.  Abb.  7)  ist  darauf ­
  zurückzuführen,  daß  zum  Zeitraum  der  Überwachung ­
  eine  Wassermasse  in  der  Deutschen

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