Dienste
passend wählen und wegen der unterschiedli
chen Wärmeentwicklung während der Kalibrier
vorgänge nicht ausreichend konstant halten. Da
her wurde eine Box mit auf ±0,5°C thermo-
statisiertem Innenraum gebaut, in der künftig die
Normale untergebracht sind.
Gespräche mit der Physikalisch Techni
schen Bundesanstalt (PTB) haben ergeben, daß
eine Akkreditierung für eine Kalibriergenauigkeit
auf 1 mK im Kalibrierlabor des BSH z. Zt. noch
nicht erteilt werden kann, da die PTB selber
Kalibrierungen mit der erforderlichen Genauigkeit
offiziell noch nicht durchführt.
■ Radioaktivitäts-Meßnetz
Das Meßnetz überwacht die Deutsche Bucht
und die westliche Ostsee auf erhöhte Radioakti
vität. Es besteht z.Zt. aus fünf Überwachungs
stationen außerhalb der Hoheitsgewässer (betrie
ben auf Stationen des BSH-Meßnetzes), sechs
Stationen an den Küsten und auf Inseln und vier
ortsunabhängigen Stationen auf Schiffen des
BSH. Die Überwachungsgeräte registrieren die
Brutto-Gammastrahlenaktivität im Meerwasser.
Die Meßergebnisse werden stündlich zum BSH
zur Auswertung übertragen, die ausgewerteten
Daten täglich an das Integrierte Meß- und Infor
mationssystem zur Überwachung der Umwelt
radioaktivität (IMIS) des Bundesumweltministeri
ums weitergeleitet. 1997 ist im Meßnetz keine
erhöhte künstliche Radioaktivität registriert wor
den.
Die Entwicklung eines neuen, mit Gamma-
spektrometrie arbeitenden Überwachungsgerätes
wurde abgeschlossen. Das Gerät ist bereits auf
zwei Küstenstationen eingebaut. Es erkennt über
ein Schnellverfahren Konzentrationen künstlicher
Radioaktivität, die kleiner als die Variabilität der
natürlichen Radioaktivität im Meer sind; die Art
der Aktivitätsquelle kann über das gemessene
Gammastrahlenspektrum identifiziert werden. Mit
der Entwicklung der zugehörigen Auswertesoft
ware zur Berechnung, Darstellung, Bewertung
und Zusammenfassung der Meßergebnisse wur
de begonnen.
■ Seegangsmeßnetz
Seegangsmessungen in Küstennähe sind
für Forschungsvorhaben und die Erstellung von
Seegangsklimatologien (typische und extreme
Seegangsverhältnisse) für Gutachten wichtig.
Insbesondere werden aktuelle Seegangsinforma
tionen benötigt
- von den Verkehrszentralen der Wasser- und
Schiffahrtsverwaltung,
- von den BSH-Schiffen zur Beurteilung der
Arbeitsmöglichkeit im jeweiligen Einsatzgebiet
und
- vom Geschäftsfeld Seeschiffahrt des
Deutschen Wetterdienstes in Hamburg zur
Beratung der Küstenschiffahrt.
Nutznießer sind die Küstenschiffahrt,
Schleppschiffahrt, Sportschiffahrt und Lotsenver
setzschiffe.
Vier Meßpositionen sind derzeit in Betrieb
(beim UFS Elbe, bei NSB II, Helgoland und
Westerland). Außerdem nutzt das BSH die See
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