Ostsee. Die Migration des Rechnersystems erfor
derte für die digitale Herstellung des gedruckten
Eisberichts umfangreiche Programmumstellun
gen, die jetzt auch dessen Verbreitung (inkl. Eis
karten) über elektronische Post (E-Mail) ermögli
chen. Die Dokumentation der Eisverhältnisse im
Ostseeraum in den Eiskarten wurde routinemäßig
durch Aufnahmen der NOAA-Wettersatelliten un
terstützt.
Wasserstandsvorhersage- und Sturmflutwarn-
dienst
Vorhersagen und Warnungen für die deut
sche Nordseeküste wurden im 24-Std.-Dienst von
der Hamburger Dienststelle ausgegeben. Die Kü
sten Mecklenburg-Vorpommerns und Schleswig-
Holsteins wurden von der Dienststelle in Rostock
aus versorgt.
Rundfunkanstalten im norddeutschen Raum
verbreiteten regelmäßig morgens und abends die
Vorhersagen für die Hochwasser an der deut
schen Nordseeküste und die angrenzenden
Reviere. Wasserstandsvorhersagen für die Küste
Mecklenburg-Vorpommerns wurden halbtäglich
vom Landessender RMV in den 9.00- und 18.00-
Uhr-Nachrichten ausgestrahlt.
Die Verkehrszentralen der Wasser- und
Schiffahrtsverwaltung im Nordseeküstenbereich
erhielten ab Januar täglich alle 6 Stunden (02, 08,
14, 20 Uhr) per Fax Vorhersagen für die Hoch-
und Niedrigwasser in ihren Aufsichtsbereichen.
Im Ostseebereich erfolgte die tägliche Information
der Haupt-Revierzentralen Stralsund und Tra
vemünde fernmündlich über das interne Netz der
Wasser- und Schiffahrtsverwaltung.
Die Informationen wurden ab Mitte des Jah
res auf den WWW-Seiten des BSH angeboten.
Außerdem können die Wasserstandsvorhersa
gen telefonisch sowohl als Sprachansage ab
gehört als auch als Fax abgerufen werden.
1997 war etwa die Hälfte aller Hochwasser
in Hamburg (48%) und in Bremen (56%) höher
als das mittlere Hochwasser, und über die Hälfte
der Niedrigwasser in Hamburg (55%) in Bremen
(57%) niedriger als das mittlere Niedrigwasser. In
40 Fällen wurde eine Hochwasserwarnung (Er
höhungen um mehr als 0,75 m über dem mittleren
Hochwasser) ausgesprochen, davon in sechs
Fällen als Sturmflutwarnung (Erhöhungen um
mehr als 1,50 m über dem mittleren Hochwas
ser).14 mal wurde vor besonders niedrigen Was
serständen (niedriger als 1,0 m unter mittlerem
Niedrigwasser) gewarnt, wobei zu berücksichti
gen ist, daß nicht immer alle Warnungsempfänger
an der gesamten deutschen Nordseeküste von
der Erhöhung bzw. Erniedrigung betroffen waren
und gewarnt werden mußten.
Für die deutsche Ostseeküste wurde insge
samt 13 mal vor ungewöhnlich hohen bzw. niedri
gen Wasserständen (0,75 m bis 1 m Abweichung
vom mittleren Wasserstand) gewarnt. Hierzu
zählen auch je zwei Sturmflut- und Niedrigwas
serwarnungen (Abweichungen vom mittleren
Wasserstand über 1 m). 243 Warnungsempfän
ger werden benachrichtigt.
Mit den Sturmflutwarndiensten der Nieder
lande und Polens wurden Wasserstandsbeob
achtungen und Warnungen ausgetauscht. Das