frost, d. h. auch am Tage blieben die Lufttempera
turen unter dem Gefrierpunkt. Zeitweise lagen die
Mitteltemperaturen um -10°C. Entsprechend zü
gig verlief die Vereisung der Küstengebiete, die
bereits zur Jahreswende in den meisten Innen
fahrwassern zu stärkeren Behinderungen der
Kleinschiffahrt (Kutterfischerei, Seetouristik, Fähr
betrieb u. dergl.) führte (Abb. 1). Auch an den
Außenküsten der Ostsee hatte die Eisbildung
streckenweise eingesetzt. Zum Höhepunkt der
Vereisung an der Nordseeküste um den 12. Ja
nuar kam in den Wattengebieten sowie auf den
Zuflüssen bis in die Mündungsgebiete hinein
meist lockeres bis kompaktes 10-30 cm dickes
Treibeis vor. In den Wattenfahrwassern war die
Kleinschiffahrt teilweise eingestellt, sonst behin
dert.
Während an den deutschen Küsten nach
Länge und Umfang der Vereisung ein mäßiger
Eiswinter erreicht wurde, war im nördlichen Ost
seeraum lediglich ein schwacher Eiswinter zu ver
zeichnen. Dabei erstreckte sich die Eisbedeckung
der See maximal (am 18. 2. 1997) auf den Nord
teil des Bottnischen, den Ostteil des Finnischen
Meerbusens und auf Teile des Rigaischen Meer
busens. In den übrigen Gebieten kam es nur zu
einer Küstenvereisung.
Die Herausgabe gedruckter Eisberichte und
Eiskarten für den Ostseeraum begann am 12. De
zember 1996 und endete am 6. Juni 1997. Für die
deutschen Küstengewässer wurden in der Zeit
vom 24. Dezember 1996 bis zum 14. Februar
1997 spezielle Eisberichte und -karten herausge
geben (s. u.). Im Zeitraum vom 6. März bis zum
14. August wurden 47 Eis(berg)karten vom Neu
fundlandbankgebiet ausgestrahlt. Die Beratung
deutscher Forschungsschiffe (Meteor, Polarstern,
Poseidon, Valdivia) sowie von Kreuzfahrtschiffen
in polaren Gewässern (Barentssee bis Labrador
see, Antarktis) bildete vornehmlich im Sommer
halbjahr wie in den Vorjahren einen weiteren
Operationellen Arbeitsschwerpunkt. Auch einige
Yachten wurden in diesen Gebieten beraten. Die
Übertragung von eigenen, aus Satellitendaten
abgeleiteten Eiskarten und von überarbeiteten
ausländischen Eiskarten erfolgte über INMAR
SAT.
Die nachfolgende Tabelle gibt einen
Überblick über die vom Eisdienst herausgegebe-
nen Informationen und Produkte:
gedruckte Eisberichte 117
gedruckte Eiskarten 53
Berichte über Ostsee-Eisdienste 52
Berichte für Radiosender 51
Berichte für Mecklenburg-Vorpommern. 34
Berichte für die BMV-Pressestelle 23
Bildfunksendungen von Eiskarten 47
Eisgutachten und -Statistiken 23
Eisauskünfte (Telefon, Telefax) 325
spezielle Routenberatungen per Fax .... 85
Die deutschen Eisbeobachtungen des ver
gangenen Winters wurden in die Eisdatenbank
übernommen. Die statistische Aufbereitung und
Bearbeitung der Daten für die Nebenfahrwasser
der Küste Mecklenburg-Vorpommerns aus dem
Zeitraum 1956/57 bis 1992/93 wurden fortgesetzt.
Der DWD erhielt für den Betrieb des Seegangs
vorhersagemodells wöchentlich Gitterpunktwerte
über die Eisverteilung im Nordatlantik und in der