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Full text: Jahresbericht 1997

109 
ECDIS 
chen Datensätzen der hydrographischen Dienste. 
Sie dürfen deswegen nur in Verbindung mit aus 
rüstungspflichtigen Seekarten benutzt werden. 
Erwähnung finden müssen hier noch die 
hybriden Systeme, die mehr als einen der ge 
nannten Systemtypen in einem Seekartenarbeits 
platz für die wahlweise Verwendung bereitstellen. 
Jede der nur einzeln aktivierbaren Betriebsarten 
muß die darauf anwendbaren oben angegebenen 
Leistungsanforderungen erfüllen und der entspre 
chenden Prüfung unterzogen werden. Für jede 
dieser Betriebsarten müssen ebenfalls die oben 
angegebenen Einschränkungen der Verwendbar 
keit angenommen werden. In der Konsequenz 
heißt das, daß nur in denjenigen Seegebieten ein 
vollwertiger Papierseekartenersatz vorliegt, in 
denen die Betriebsart ECDIS mit den entspre 
chenden Datensätzen aktivierbar ist. Von dieser 
Regelung abweichende Lösungen werden z. Z. in 
internationalen Gremien diskutiert. 
Prüfpunkte für den kartographischen Anteil 
der Kartensysteme 
Im Prüfungsablauf wird zunächst die Einhal 
tung allgemeiner Anforderungen für nautische 
Systeme überprüft. Die deutsche Norm „Naviga- 
tio-Begriffe, Abkürzungen, Formelzeichen, gra 
phische Symbole“ (DIN 13312) wird für die Über 
prüfung der verwendeten Maßeinheiten, Koordi 
natenangaben, permanenten Anzeigen und An 
zeigen zu Bedienfunktionen herangezogen. An 
hand der Bedienhandbücher zum Prüfling erfolgt 
eine erste praktische Erprobung aller darin be 
schriebenen Funktionen auf Übereinstimmung 
von Beschreibung und Ausführung, auf Richtig 
keit und auf Plausibilität. Grundsätzlich wird eine 
in sich einheitliche Bedienstruktur erwartet, um 
Fehlbedienungen durch den Benutzer zu vermei 
den. 
Als weiteres werden die grundsätzlichen 
Eigenschaften der Bildschirmdarstellung geprüft. 
Dazu gehören die Gesamtabmessungen der 
Seekartendarstellung, die dafür nutzbare Fläche, 
die Cursorgestaltung, die Bildaufbau- und Bild 
erneuerungsraten bei z. B. Maßstabsänderung 
oder Verschiebung des Bildschirmausschnittes. 
Der True-Motion-Reset z.B. bewirkt ein Zurück 
setzen des Schiffssymbols mit gleichzeitigem 
Verschieben des Kartenausschnitts und dem 
automatischen Laden von Kartendaten. Er muß 
ausreichend früh vollzogen werden, um sicherzu 
stellen, daß jederzeit in Bewegungsrichtung der 
Eigenschiffsposition ein genügend großer Karten 
ausschnitt für eine vorausschauende Beobach 
tung durch den Benutzer zur Verfügung steht. 
Im Zusammenhang mit der Überprüfung der 
in dem Seekartensystem verwendeten Daten 
basis und der dargestellten Seekarteninhalte 
werden z. Z. die für die betrachteten Seegebiete 
verfügbaren Papierseekarten als Prüfreferenz 
herangezogen. Von den Systemen werden In 
dexübersichten und/oder Listen über die instal 
lierten Zellen bzw. Karten sowie Informationen 
über die verwendeten Kartengrundlagen und 
deren Aktualität bereitgestellt. Diese Informatio 
nen sind wichtige Grundlage für die verglei 
chende Prüfung mit der Papierseekarte. Der Nut 
zer des Systems erhält daraus Kenntnis über den 
verfügbaren Datenbestand und den Zeitpunkt der 
letzten Aufdatierung. Die Wirksamkeit der Mecha
	        
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