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2. Beschaffung von Meßinstrumenten und -einrichtungen.
Nach der Gründung des Instituts ergab sich zunächst die Aufgabe, die für die
Aufnahme der Arbeiten notwendigen Meßinstrumente und -einrichtungen zu
beschaffen. Der noch verbliebene — leider recht bescheidene — Teil des Meßinstrumenten-Bestandes
der früheren Nautisch-technischen Abteilung der Seewarte
konnte übernommen werden. Ein weiterer Teil elektrischer Meßinstrumente
sowie elektrisches Material und einzelne Teile wurden aus Schrott- und
Sammellagern früherer Marinedienststellen geborgen. So konnten nach Instandsetzung
der Geräte und Bereitstellung einiger Räume drei behelfsmäßige Laboratorien
soweit eingerichtet werden, daß einige praktische Arbeiten aufgenommen
bzw. die Konstruktion und der Aufbau notwendiger Hilfseinrichtungen begonnen
werden konnten. Im Kompaßprüf haus wurde ein Etalon aufgebaut, das
erlaubt, Magnetkompasse auf ihre Funktion unter den verschiedensten magnetischen
Bedingungen zu untersuchen.
3. Verbesserungsarbeiten an nautischen Geräten:
a) Kompaßgeräte:
Zur Zeit sind Untersuchungen im Gange über Methoden zur breitenbeständigen
D-Kompensierung von Magnet-Kompassen; ein Pendelgerät zum Studium des
Einflusses horizontaler Beschleunigungen auf Magnet-Kompaß-Systeme wurde
entworfen und in der Institutswerkstatt hergestellt; ein Rütteltisch ist im Bau
begriffen. Die mit Hilfe dieser beiden Geräte aufzunehmenden Untersuchungen
haben die Verbesserung des mechanischen Verhaltens von Kompaß-Systemen
zum Ziel. Für die Untersuchung von Magnet-Kompaßstählen für Kompaßbau
und Kompensierung ist der Entwurf eines Prüfgerätes in Arbeit. Die Formbeständigkeit
von Kompaßrosen aus Kunststoff wird in Dauerversuchen geprüft;
schon früher anderweitig begonnene Versuche, Kompaßrosen aus Glas
herzustellen, werden fortgesetzt. Wer öfter Kompaßkompensierungen durchführt,
weiß, daß eine genaue Einstellung des Krängungsmagneten mit Hilfe der
Vertikalfeldwaage wegen der schwierigen Ablesung oft mühsam ist. Es wird
daher versucht, durch eine Neukonstruktion diesen Mangel abzustellen.
Ein alter Wunsch aller Seefahrer ist ein leichter und kleiner Kreiselkompaß
mit geringem elektrischen Leistungsbedarf; besonders ist ein solches Gerät erwünscht
für die kleinen Vermessungsfahrzeuge des Instituts. Seiner Konstruktion
dient eine Reihe im Gange befindlicher theoretischer und praktischer Untersuchungen
über Lagerfragen, zu deren Lösung eigene Hilfsgeräte konstruiert
werden.
Auf dem Gebiet der Fern-Kompasse laufen Versuche über Induktionssysteme
mit Fernanzeige. Im Rahmen dieser Versuche wird daran gearbeitet, die Geräte
zur Bestimmung der Meeresströmungen zu verbessern und eine einfache und
sichere laufende Registrierung der Meßergebnisse an Bord zu ermöglichen.
b) Astronomische und optische Geräte:
Die Gruppe „Astronomische und optische Geräte" bearbeitet zur Zeit die Konstruktion
eines Prüfgerätes für die Farbgläser der Positionslaternen. Mit seiner
Hilfe soll die bisherige subjektive Prüfung der Gläser, zu deren Durchführung
langjährige Erfahrung und eine überdurchschnittliche Farbtüchtigkeit des Auges
gehören, durch eine objektive Methode ersetzt werden.