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Volltext : Jahresbericht 1946

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2.  Beschaffung  von  Meßinstrumenten  und  -einrichtungen.
Nach  der  Gründung  des  Instituts  ergab  sich  zunächst  die  Aufgabe,  die  für  die
Aufnahme  der  Arbeiten  notwendigen  Meßinstrumente  und  -einrichtungen  zu
beschaffen.  Der  noch  verbliebene  —  leider  recht  bescheidene  —  Teil  des  Meßinstrumenten-Bestandes
  der  früheren  Nautisch-technischen  Abteilung  der  Seewarte ­
  konnte  übernommen  werden.  Ein  weiterer  Teil  elektrischer  Meßinstrumente ­
  sowie  elektrisches  Material  und  einzelne  Teile  wurden  aus  Schrott-  und
Sammellagern  früherer  Marinedienststellen  geborgen.  So  konnten  nach  Instandsetzung ­
  der  Geräte  und  Bereitstellung  einiger  Räume  drei  behelfsmäßige  Laboratorien ­
  soweit  eingerichtet  werden,  daß  einige  praktische  Arbeiten  aufgenommen ­
  bzw.  die  Konstruktion  und  der  Aufbau  notwendiger  Hilfseinrichtungen  begonnen ­
  werden  konnten.  Im  Kompaßprüf  haus  wurde  ein  Etalon  aufgebaut,  das
erlaubt,  Magnetkompasse  auf  ihre  Funktion  unter  den  verschiedensten  magnetischen ­
  Bedingungen  zu  untersuchen.
3.  Verbesserungsarbeiten  an  nautischen  Geräten:
a)  Kompaßgeräte:
Zur  Zeit  sind  Untersuchungen  im  Gange  über  Methoden  zur  breitenbeständigen
D-Kompensierung  von  Magnet-Kompassen;  ein  Pendelgerät  zum  Studium  des
Einflusses  horizontaler  Beschleunigungen  auf  Magnet-Kompaß-Systeme  wurde
entworfen  und  in  der  Institutswerkstatt  hergestellt;  ein  Rütteltisch  ist  im  Bau
begriffen.  Die  mit  Hilfe  dieser  beiden  Geräte  aufzunehmenden  Untersuchungen
haben  die  Verbesserung  des  mechanischen  Verhaltens  von  Kompaß-Systemen
zum  Ziel.  Für  die  Untersuchung  von  Magnet-Kompaßstählen  für  Kompaßbau
und  Kompensierung  ist  der  Entwurf  eines  Prüfgerätes  in  Arbeit.  Die  Formbeständigkeit ­
  von  Kompaßrosen  aus  Kunststoff  wird  in  Dauerversuchen  geprüft; ­
  schon  früher  anderweitig  begonnene  Versuche,  Kompaßrosen  aus  Glas
herzustellen,  werden  fortgesetzt.  Wer  öfter  Kompaßkompensierungen  durchführt, ­
  weiß,  daß  eine  genaue  Einstellung  des  Krängungsmagneten  mit  Hilfe  der
Vertikalfeldwaage  wegen  der  schwierigen  Ablesung  oft  mühsam  ist.  Es  wird
daher  versucht,  durch  eine  Neukonstruktion  diesen  Mangel  abzustellen.
Ein  alter  Wunsch  aller  Seefahrer  ist  ein  leichter  und  kleiner  Kreiselkompaß
mit  geringem  elektrischen  Leistungsbedarf;  besonders  ist  ein  solches  Gerät  erwünscht ­
  für  die  kleinen  Vermessungsfahrzeuge  des  Instituts.  Seiner  Konstruktion ­
  dient  eine  Reihe  im  Gange  befindlicher  theoretischer  und  praktischer  Untersuchungen ­
  über  Lagerfragen,  zu  deren  Lösung  eigene  Hilfsgeräte  konstruiert
werden.
Auf  dem  Gebiet  der  Fern-Kompasse  laufen  Versuche  über  Induktionssysteme
mit  Fernanzeige.  Im  Rahmen  dieser  Versuche  wird  daran  gearbeitet,  die  Geräte
zur  Bestimmung  der  Meeresströmungen  zu  verbessern  und  eine  einfache  und
sichere  laufende  Registrierung  der  Meßergebnisse  an  Bord  zu  ermöglichen.
b)  Astronomische  und  optische  Geräte:
Die  Gruppe  „Astronomische  und  optische  Geräte"  bearbeitet  zur  Zeit  die  Konstruktion ­
  eines  Prüfgerätes  für  die  Farbgläser  der  Positionslaternen.  Mit  seiner
Hilfe  soll  die  bisherige  subjektive  Prüfung  der  Gläser,  zu  deren  Durchführung
langjährige  Erfahrung  und  eine  überdurchschnittliche  Farbtüchtigkeit  des  Auges
gehören,  durch  eine  objektive  Methode  ersetzt  werden.
            
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