accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Jahresbericht 1946

48 
verloren hatte, erforderte zunächst die Beschaffung geeigneter Diensträume. 
Durch das Entgegenkommen der Hamburger Sternwarte in Bergedorf wurden 
zwei Räume im Anbau des großen Refraktors, zwei Beobachtungshütten für 
Durchgangsinstrumente und ein Pfeiler im Uhrenkeller der Sternwarte zur Ver 
fügung gestellt. Die Kabelverlegung sowie die Stark- und Schwachstrominstalla 
tion für sämtliche Räume des Zeitdienstes und die Aufstellung der Akkumula 
torenbatterien mit Ladeschalttafel sowie die Verlegung mehrerer Antennen 
gelangten im Sommer 1946 zum Abschluß. 
Bei der Neubeschaffung der instrumentellen Ausrüstung gestaltete sich die 
Entwicklung insofern günstig, als es gelang, verschiedene während der letzten 
Kriegsjahre an Firmen und Institute entliehene Zeitdienstgeräte zurückzuer 
langen. Es handelte sich hierbei u. a. um eine Kleinquarzuhr, Rieflersche Pendel 
uhren, einen Wachspapierchronographen, eine Gibbsche Zeitwaage, ein Schalt 
pult, einen Kurzzeitzeichensignalgeber, einen Druckchronographen — der hier 
für erforderliche 20-Watt-Verstärker wurde Ende 1946 geliefert — sowie weitere 
Präzisionspendel- und Schaltuhren, Empfänger, Gleichrichter, Netzgeräte, Relais 
usw. Neu erworben wurden zwei elektrisch angetriebene Wachspapierchrono 
graphen mit je vier Federn und 1 cm sec -1 Vorschubgeschwindigkeit. Diese Ge 
räte wurden, soweit sie betriebsfähig waren, aufgestellt und an die entsprechen 
den Leitungen angeschlossen. Die Aufhängung einer Schaltuhr wurde im Früh 
jahr, die zweier Präzisionspendeluhren für die Zwecke der Zeitbewahrung gegen 
Ende des Berichtsjahres vorgenommen. Für die astronomischen Zeitbestimmun 
gen stellte die Hamburger Sternwarte ein älteres Durchgangsinstrument von 
A. Repsold & Söhne mit gebrochenem Fernrohr — freie Öffnung 77 mm, Brenn 
weite 737 mm — leihweise zur Verfügung. Nach Überholung sämtlicher opti 
schen und mechanischen Teile und Auswahl eines geeigneten Niveaus konnten 
im November die Instrumentalkonstanten bestimmt werden, so daß mit den 
ersten Zeitbestimmungen gegen Ende des Berichtsjahres begonnen werden 
konnte. Nach Aufnahme dieser astronomischen Zeitbestimmungen wird gemäß 
einer Vereinbarung mit der Hamburger Sternwarte, von der augenblicklich die 
Kurzzeitzeichen über den Nordwestdeutschen Rundfunk abgegeben werden, der 
gesamte Funkzeitzeichendienst von der Gruppe ,,Zeitmeßwesen" des Deutschen 
Hydrographischen Instituts wahrgenommen werden. Mit einem im Frühjahr 
überholten Spezial-Allwellen-Empfänger wurden seit Mitte 1946 in Verbindung 
mit einem von der Gruppe entwickelten Spezialverstärker regelmäßig die Funk 
zeitzeichen von Rugby, GBR und Pontiose, FYP, auf den Wachspapierchrono 
graphen registriert. 
Für die zukünftige Herstellung der für diese Zeitsignalaufnahmen und auch 
für die Zeitbestimmungen ¡sowie ¡sonstige Vergleiche erforderlichen Kontaktver 
bindungen wurde Mitte 1946 ein großes und erweiterungsfähiges Schaltpult ent 
wickelt, das für 14 Chronographenfedern 50 Schaltmöglichkeiten je Feder ge 
stattet, und dessen Fertigstellung Anfang 1947 zu erwarten ist. 
Da geeignete Quarzuhren, auf die wegen ihrer großen -Gangkonstanz ein 
modernes Zeitdienstinstitut kaum verzichten kann, nicht vorhanden waren, 
wurde der Vorschlag des Herrn Dr. Rieckmann von der Physikalisch-Techni 
schen Reichsanstalt zur leihweisen Zurverfügungstellung eines AEG-Quarz- 
generators (Anl. 10, 1) dankbar angenommen. Das Gerät wurde im Juli in Betrieb 
genommen. Infolge Spannungsschwankungen war anfangs die Synchronisation 
zwischen dem Quarz und der Stimmgabel nicht befriedigend, konnte jedoch 
durch den Einbau eines Spannungsgleichhalters beseitigt werden. Zur Über 
brückung der mehrfach aufgetretenen vollständigen Netzunterbrechungen wurde
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.