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Kartennull u. a. wurde eine eingehende nonharmonische Bearbeitung der Ge
zeiten im Bereich der deutschen Nördseeküste an Hand möglichst gleichzeitiger
Beobachtungen begonnen. Bisher wurden auf Grund je einjähriger Beobach
tungen die halbmonatlichen Ungleichheiten in Hoch- und Niedrigwasserzeit
und -höhe und deren Fourier-Entwicklungen von mehr als 30 Orten, teils auch
für verschiedene Jahre, abgeleitet.-Im Zusammenhang hiermit ist auf Antrag
der Wasserstraßendirektion Kiel die Bearbeitung der entsprechenden Unter
lagen sowie der mittleren Tidenkurven zur Nipp-, Mi'tt- und Springzeit von
Tönning, Friedrichstadt und Nordfeld für verschiedene Jahre zwischen 1935
und 1945 begonnen und weitgehend gefördert worden; sie sollen Aufschluß
über die Veränderungen geben, die die Gezeiten der unteren Eider in diesem
Zeitraum infolge der starken Versandung und der Abdämmung erlitten haben.
Eine Neuberechnung der harmonischen Entwicklung des gezeitenerzeugenden
Potentials von Sonne und Mond wurde begonnen.
Aus einer umfangreichen Reihe bereits früher begonnener harmonischer
Analysen der Gezeiten an europäischen Pegelstellen nach je 64 harmonischen
Teiltiden sind die Analysen für die deutschen Häfen vorgezogen und die Be
freiung der Konstanten von dem Einfluß „störender Tiden" erheblich gefördert
worden. Im Zusammenhang damit werden Untersuchungen über die zweck
mäßige Gestaltung dieses Entstörungsprozesses angestellt und ein Schema für
die Ausführung harmonischer Analysen einschließlich Entstörungen mittels
Hollerith-Maschinen ausgearbeitet.
Anläßlich der (mit der Bearbeitung der Eider-Gezeiten zusammenhängenden)
Aufgabe, die Gezeiten eines seichten Flußlaufs aus den Anfangswerten an der
Mündung zu berechnen, wurde ferner ein Schema zur numerischen Integration
der zugehörigen partiellen Differentialgleichungen mittels Hollerith-Maschineh
ausgearbeitet.
4. Vorträge und Einzelveröffentlichungen
W. Horn sprach im astronomischen Kolloquium der Hamburger Sternwarte
über Gezeiten des Meeres und schloß die Handschrift einer Arbeit über „Non
harmonische Gezeitengrundwerte für die Küste Belgiens und die Nord- und
Westküste Frankreichs" ab.
c) Erdmagnetismus
1. Beobachtungen und Messungen
Das erdmagnetische Observatorium Wingst hat als einziges deutsches
Observatorium dieser Art seine Arbeiten ohne wesentliche Schäden infolge
des Krieges fast ununterbrochen durchführen können. Es wurden regelmäßig
zweimal im Monat die absoluten Messungen von Deklination, Horizontal
intensität und Inklination zur Basisabstimmung vorgenommen. Dazwischen
konnten Basiskontrollen bei H mit dem QHM bei Z mit einer zur Verfügung
gestellten Waage (B M Z) von La Cour erfolgen, so daß die Basiswerte als hin
reichend gesichert gelten können. Sprünge in den Basiswerten von D und H
traten gar nicht, bei Z zweimal auf. Die Registrierungen im Variometerhause
erfolgten mit zwei Systemen von D, H und Z. Nach 31 Skalenwertbestimmungen
(30 galvanometrische, 1 magnetometrische) waren die mittleren Skalenwerte beim
Hauptsystem: ep — 0 816'/mm; eh = 5.73 y/mm; ®z = 8.06y/mm Registr.-Gesctnv. 20 mm/h
Sturmsystem: sh = 5.7' /mm; sh =33 y/mm; ez =24 y/mm „ 3mm/h
Bedenklich für den Zustand der Instrumente und die Zuverlässigkeit der Regi
strierungen wirkte sich vorübergehend die starke Feuchtigkeit im Variometer