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Full text: Jahresbericht 1946

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Sämtliche Vorausberechnungen für das Jahr 1946, auch für die ausländischen 
Bezugsorte, wurden beim Gezeitendienst angefertigt. Die Berechnungsarbeit für 
das Jahr 1947 beschränkte sich wieder auf das friedensübliche Maß, da das 
Hydrographie Department, Admiralty, London, der Service Hydrographique 
de la Marine, Paris, und der Algemeene Dienst van den Rijkswaterstaat, 
s'Gravenhage, den Austausch von Vorausberechnungen entgegenkommender 
weise wieder aufgenommen haben. Die Handschrift der „Gezeitentafeln 1947" 
wurde, ähnlich wie bereits beim Jahrgang 1946, gänzlich mit der Schreib 
maschine als Vorlage zur unmittelbaren Wiedergabe nach einem photomecha 
nischen Druckverfahren hergestellt. 
Die große 1938 fertiggestellte Gezeitenrechenmaschine mit 62 Tiden konnte noch 
nicht wieder aufgestellt werden. Die Vorausberechnungen für die deutschen Be 
zugsorte wurden wie bisher nach einem nonharmonischen Verfahren angefertigt. 
Nach Vereinbarungen mit den Marschenbauämtern Husum und Heide sowie 
mit dem Wasserstraßenamt Emden wurde die laufende Auswertung der Pegel 
aufzeichnungen aus dem Bereich dieser Ämter wiederaufgenommen. Die 
übrigen Wasserstraßen- und Wasserbaubehörden stellen wieder regelmäßig 
ihre Wasserstandslisten zu und haben fehlende oder in Verlust geratene Listen 
nachgesandt, so daß die langjährig bestehende Kartei und Sammlung der 
Gezeitenbeobachtungen lückenlos fortgeführt werden konnte. 
Eine größere Anzahl von Gutachten und Auskünften über Gezeiten und 
Gezeitenströme an Schiffahrtskreise, Behörden und Privatpersonen wurde 
erteilt. Insbesondere wurde für den Deutschen Seefischerei-Almanach ein Bei 
trag „Meereskunde der Nord- und Ostsee" geliefert. 
2. Windstau- und Sturmflutwarndienst 
Der Dienst wurde bereits im Herbst 1945 mit meteorologischer Unterstützung 
und im Dienstgebäude des Meteorological Office of the Royal Air Force, 
Hamburg - Fuhlsbüttel, Wiederaufgenommen. Zunächst konnten Sturmflut 
warnungen nur durch den Nordwestdeutschen Rundfunk, ab November 1945 
jedoch dank verständnisvoller Mithilfe der Reichspostdirektion Hamburg auch 
wieder durch Posttelegramme besonderer Dringlichkeit an feste Besteller ver 
breitet werden. Die Zahl der Besteller, fast ausnahmslos Behörden, ist auf 
über 70 angestiegen. Die Empfänger sind nach geographischer Lage und 
Gefahrengrenzen, von der ab Warnungen gewünscht werden, in 18 Gruppen 
eingeteilt. Die unterste Grenze liegt bei 0,75 m über dem örtlichen mittleren 
Hochwasser. Im Jahre 1946 wurden an 41 Tagen insgesamt 52 Warnungen 
ausgegeben und 582 Wobs-Telegramme versandt. An Dienststellen in Hamburg 
werden die Warnungen durch Fernsprecher ausgegeben. Außer über den Nord 
westdeutschen Rundfunk werden Vorhersagen außergewöhnlicher Erhöhungen 
oder Erniedrigungen der Hochwasser auch als Warnmeldungen für die Schiff 
fahrt über Elbe-Weser-Radio und Kiel-Radio verbreitet. Es ist beabsichtigt, die 
bisher nur für innere Zwecke bestimmte tägliche Vorhersage des Wind- und 
Luftdruckeinflusses auf die Hochwasserhöhen ab 1. Januar 1947 wieder wie 
vor dem Kriege als täglich zweimalige Wasserstandsvorhersage für die 
deutsche Nordseeküste und deren Flußgebiete im Nordwestdeutschen Rund 
funk an die Stelle der bisherigen Verlesung von (ausschließlich astronomischen) 
Vorausberechnungen aus den „Gezeitentafeln" treten zu lassen. 
3. Besondere Arbeiten 
Als Grundlage für Gezeitenvorausberechnungen, für die Bildung von Ge 
zeitenunterschieden, die Beschickung von Lotungen der Seevermessung auf
	        
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