32
b) Vermessungsverband
1. Allgemeines
Die zur Dienstleistung für Wracksuche in der westlichen Ostsee zugeteilten
vier Kriegsfischkutter wurden mit vollständiger Spezialausrüstung (S-Geräte
für Wracksuche) an die Sowjetunion abgegeben und durch drei (später zwei)
Fischkutter ersetzt, deren Verwendung aber erst sieben Monate später wegen
Neubeschaffung der Spezialausrüstung erfolgen konnte. Im Dezember 1945
wurde das Vermessungsschiff „Meteor" an die Sowjetunion abgegeben, im
Juni wieder zugeteilt und am 1. November 1946 erneut abgegeben. Die Marine-
Vermessungsabteilung wurde als militärische Organisation am 17. April 1946
aufgelöst, die Besatzungen sämtlicher Vermessungsfahrzeuge aus dem Wehr
dienst entlassen. Nach mehrfachen politischen Überprüfungen konnte ein Teil
des Vermessungspersonals für den Dienst beim Deutschen Hydrographischen
Institut neu eingestellt werden. Die Vermessungsfahrzeuge wurden organisa
torisch und verwaltungstechnisch zuammengefaßt und der Sektion I des Deut
schen Hydrographischen Instituts als Vermessungsverband unterstellt.
Im Vermessungsplan 1946 des Deutschen Hydrographischen Instituts wurden
dem Verband diejenigen Aufgaben übertragen, deren Durchführung nach
Kriegsende für die Schiffahrt in Nord- und Ostsee von Bedeutung ist:
1. Vermessung der deutschen Küstengewässer einschließlich Flußmündungen.
2. Wracksuche auf den Hauptschiffahrtswegen.
3. Überprüfung der Seehandbücher.
4. Kontrolle bzw. trigonometrische Neubestimmung der Festpunkte.
5. Neuaufnahme der Pegelstellen.
2. Aufbau des Verbandes
Nach Zuweisung eines weiteren Vermessungsschiffes (ehemaliger Fisch
dampfer) und eines Peilbootes stehen heute dem Verband zur Durchführung
dieser Aufgaben folgende Fahrzeuge zur Verfügung (vgl. Anlage 8):
Vermessungsschiff „Paul Beneke" Peilboot „Hooge"
Vermessungsschiff „Teutoburger Wald" Peilboot „Ahne"
Peilboot „Rüden" Fischkutter „Rungholt".
Die Leitung des Vermessungsverbandes befindet sich auf dem Vermessungs
schiff „Paul Beneke" und hat folgende Aufgabengebiete:
1. Leitung und Steuerung des Ansatzes der Vermessungsfahrzeuge nach
den Weisungen des Deutschen Hydrographischen Instituts.
2. Vermessungslehrgänge, Nachrichtenwesen.
3. Ausrüstung der Fahrzeuge mit Minenabwehr- und Räumgeräten für Ver
messungsarbeiten in Seegebieten, die noch nicht fieigeräumt sind.
4. Verwaltung, Bekleidung, Verpflegung, Ausrüstung.
3. Jahreszeitplan
Innerhalb eines Jahres werden die Aufgaben folgendermaßen durchgeführt:
15. März bis 15. November: Vermessungsarbeiten in Nord- und Ostsee.
Wracksucharbeiten auf den Hauptschiffahrtswegen.
15. November bis Ende Dezember: Werftüberholung der Fahrzeuge. Vorlage
des Jahresberichtes des VermessungsvÖrbandes beim Deutschen Hydro
graphischen Institut.