Nr. 2 — 1947
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Schwierigkeiten. Bei Aufgabe des Wohnschiffs ,.Jupiiei M müssen darüber
hinaus die Dienst- und Wohn raunte für die auf dem Schiff arbeitenden und
wohnenden Angehörigen des Instituts zum größten Teil neu eingerichtet
werden, da das Schiffsinventar nicht mitgenommen werden kann. Im Hin
blick auf diesen Bedarf, der durch das Landeswirtschaftsamt nur ungenügend
befriedigt werden kann, hat das Institut die zuständigen Stellen um Über
lassung von Unterkunfts- und Bürogeräten, die bei Auflösung des Deutschen
Minenräumdienstes frei werden, insbesondere um Überlassung der Biiro-
und Unterkunftseinrichtungen im Seemannshaus, gebeten.
b) Im Berichtsjahr wurden für die Beschaffung von technischen
Geräten und Verbrauchsstoffen sowie Reparaturen insgesamt 500 Auf
träge vergeben. Auch hier mußten zeitbedingte Schwierigkeiten, wie lang
wierige Verhandlungen mit den Wirtschaftsämtern auf Freigabe von Mate
rialscheinen, lange Lieferfristen der Lieferfirmen, von den Lieferfirmen ver
langte Zulieferung von Altmaterial und Ersatzteilen, die ihrerseits erst
wieder beschafft werden mußten, überwunden werden.
Der dringende Bedarf der Schiffe des Minenräumdienstes, der Handels
marine und der Fischerei an nautischen Geräten (Kompassen, Sextanten,
Doppclfernrohren usw.) konnte aus vorhandenen Beständen befriedigt
werden.
c) Die Beschaffung von technischem Papier sowie Zeichen- und
Schreibmaterial hat sich im Berichtsjahr gegenüber dem Vorjahr etwas ge
bessert.
Besondere Schwierigkeiten machte jedoch auch weiterhin die Beschaf
fung von hochwertigem Spezial-Zeichenpapier, wie es vor allem von der
Kartographie und den Vermessungsschiffen benötigt wird.
4. Verwaltungsmäßige und technische Betreuung der Vermessungsschiffe
Die seit Mai des Berichtsjahres durchgeführte unmittelbare Betreuung
der Vermessungsschiffe von Hamburg hat sich bewährt. Der Wegfall der
Zwischeninstanz, wie sie in der Leitung des Vermessungsverbandes bestand,
hat sich verwaltungsvereinfachend und beschleunigend ausgewirkt.
a) Die Versorgung der Schiffe mit der erforderlichen vermessungstech
nischen, seemännischen und maschinentechnischen Ausrüstung sowie der
laufende Nachschub an Verbrauchsmaterial aller Art bereitete weiterhin
g'roße Schwierigkeiten. Die uneingeschränkte Aufrechterhaltung des Schiffs
betriebes und die Neuausrüstung der Peilboote ..Atair“ und ..Wega“ konnte
im allgemeinen nur durch den Verbrauch noch vorhandener Bestände ermög
licht werden, die dadurch weitgehend anfgezehrt sind. Obgleich in kleinem
Umfange auf Bestände des Deutschen Minenräumdienstes und ehemaliger
Wehrmachtslager zurückgegriffen werden konnte, blieb die Neubeschaffung
im wesentlichen auf die Zuweisung der Hauptverwaltung des Seeverkehrs
und auf freihändige Beschaffung angewiesen.
Eine besondere Erschwerung bedeutete es. daß es aus Mangel an geeig
neten Räumen bisher noch nicht gelungen ist. die auf Hamburg und Kiel
verteilten Ausrüstungsgegenstände in einem Lager zusammen zu ziehen.
b) Technisch wurden alle Schiffe und Boote durch gründliche Werft
üb e r h o 1 u n g von Dezember 1946 bis März 1947 in fahrbereiten Zustand
versetzt, so daß sie, abgesehen von geringfügigen Störungen, in der Lage
waren, während der Vermessungssaison 1947 ohne besondere Ausfälle den
Dienst aufrecht zu erhalten.