Jahresbericht
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1 Sortiermaschine mit Nummernsucher und Kontensucher, 1 Tabelliermaschine
D 11 mit Summenlocher, 1 Kartendoppler und 2 Rechenlocher 11. Sämtliche
Maschinen mit Ausnahme eines Rechenlochers, der besonders stark gelitten
hatte, wurden Anfang 1946 von der Deutschen Hollerith Maschinen A. G. in
Hamburg überholt und im August 1946 im Alten Wandrahm 4 aufgestellt.
Da hier Drehstrom zur Umwandlung in Gleichstrom von 110 Volt Spannung
nicht zur Verfügung stand und die Beschaffung eines geeigneten Aggregates
sich bis zum Februar 1947 verzögerte, konnten die Lochkarten-Maschinen erst
im März in Betrieb genommen werden. Der Maschinensatz wurde noch
ergänzt durch die bisher in der Abteilung IA befindlichen Maschinen, und
zwar durch 1 Motorwiederholungslocher, 1 Motorlochprüfer und 1 Sortier
maschine mit Fachzähleinrichtung. Im Dezember wurde auch die Ersatz-
maschine für den ausgefallenen Rechenlocher II aufgestellt.
Zunächst galt es, die für die harmonische Analyse der Gezeiten not
wendigen Lochkarten-Karteien, die sämtlidi in Greifswald zurückgelassen
werden mußten, neu herzustellen. So wurden mittels des Rechenlochers II
unter Mitverwendung der Sortiermaschine und des Kartendopplers in zehn
Sätzen zu je 8856 Lochkarten für 56 verschiedene Winkelgeschwindigkeiten
die Gruppen gelocht, mit deren Hilfe sich die Wasserstände für 65 verschie
dene Tiden sortieren lassen, und mittels cler Tabelliermaschine geprüft.
Von den bisher vorhandenen 108 Sätzen stündlicher Wasserstands
beobachtungen von je 369 Tagen für deutsche, niederländische, belgische,
französische, norwegische und dänische Orte wurden alle mit Ausnahme cler
letzteren von Hand gelocht und geprüft. Von etwa der Hälfte dieser Sätze
wurden nach Weiterverarbeitung mit dem Kartendoppler die Tagessummen
cler Wasserstände mittels der Tabelliermaschine geprüft. Anfang November
konnte dann mit der harmonischen Analyse der ersten neun deutschen Orte
begonnen werden; für das Ordnen und Tabellieren von je neun Orten sind
drei Sätze mit je 8856 Lochkarten erforderlich, die mittels des Karten
dopplers gelocht werden.
Zur harmonischen Analyse mittels Lochkarten wird im wesentlichen
zunächst noch ein Verfahren verwandt, das zuerst von Shicly angegeben und
später von Schureman übernommen wurde; es wurde um eine Anzahl früher
nicht ermittelter Tiden erweitert. Schureman's Verfahren zur Berechnung
der Störungen der einzelnen Tiden aufeinander wird hier jedoch als nicht
hinreichend angesehen. Die Herleitung von Werten für die Störungen wird
daher demnächst erneut lochkartenmäßig in Angriff genommen. Während
das Verfahren nach Schureman ohne Anwendung von Lochkarten gedacht
ist und auch durchgeführt werden kann, ist noch ein zweites Verfahren in
Vorbereitung, das sich eng an die Ausgleichsrechnung anschließt, mit Vorteil
aber nur als Lochkartenverfahren angewendet werden kann.
Ein Lochkartenverfahren zur Neuberechnung der harmonischen Ent
wicklung des gezeitenerzeugenden Potentials des Mondes wurde festgelegt
und erprobt; wegen des Fehlens des zweiten Rechenlochers mußte die Durch
führung noch aufgeschoben werden. Aus dem gleichen Grunde konnte das
au mehreren Beispielen bereits erprobte Verfahren zur numerischen Inte
gration von speziellen, nicht linearen partiellen Differentialgleichungen aus
der Hydrodynamik mittels Lochkarten noch nicht angewandt werden.
Versuchsweise durchgeführt wurden ferner die Ermittlung der Koeffi
zienten einer umfangreichen Fourier-Reihe, die Durchführung von Aus
gleichsrechnungen, das Auflösen von Systemen linearer Gleichungen, ins-
beondere durch Iteration, mittels verschiedener Lochkartenverfahren.