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Full text: Jahresbericht 1947

Jahresbericht 
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VI. NAUTISCHE TECHNIK 
1. Nautische Instrumente 
Wie im ersten Jahr nach der Aufnahme der Arbeiten hatte auch im ab 
gelaufenen Jahr die Tätigkeit des Referates „Nautische Instrumente“ in be 
sonderem Maße zu leiden unter dem Mangel an technischen Mitteln. Der 
Aufbau der Laboratorien konnte wegen der derzeitigen Schwierigkeiten in 
der Beschaffung von Meß- und Versuchseinriclitungen noch nicht auf den er- 
wünschten Stand gebracht werden. Die begonnenen Untersuchungen und 
Versuchsarbeiten konnten daher nur dadurch weitergeführt und zum Teil 
abgeschlossen werden, daß zahlreiche Geräte aus früher übernommenen 
Teilen durch Umbau ihrem Verwendungszweck; angepaßt wurden. 
a) Kompasse: 
Magnetkompasse. Die in Angriff genommenen Arbeiten zur Ver 
besserung des Magnetkompasses beziehen sich einerseits auf die Prüfung 
und Einführung neuer Baustoffe, andererseits auf die Ausarbeitung neuer 
Bauprinzipien, insbesondere für Rosensysteme. 
Was den ersten Teil der Aufgaben betrifft, so sind die bereits im vor 
hergehenden Jahresbericht erwähnten Versuche über die Formbeständigkeit 
von Kunststoffrosen zu Ende geführt worden. Die gleichfalls erwähnten Ver 
suche. Kompaßrosen aus Glas wegen der hohen Beständigkeit gegenüber 
chemischen und thermischen Einflüssen zu verwenden, konnten wegen der 
Schwierigkeit, die Glasdicke zur Verringerung des verhältnismäßig hohen 
Gewichtes der Glasrosen herabzusetzen, einstweilen noch nicht abgeschlossen 
werden. Auch ist die Frage der Farbe und des Farbauftrages zur Grundie 
rung und Beschriftung der Rosen trotz erzielter Fortschritte noch nicht end 
gültig gelöst. Die begonnenen Entwurfsarbeiten zu einem Prüfgerät für das 
Material der Kompaßmagnete und der Kompensiermittel wurden einstweilen 
unterbrochen wegen der Schwierigkeiten in der Beschaffung der notwendigen 
Meßeinrichtungen. 
Nachdem durch den Bau des im ersten Jahresbericht erwähnten Pendel 
gerätes und Rütteltisches die Voraussetzungen zu experimetellen Arbeiten 
auf dem Gebiet der Mechanik der Rosensysteme geschaffen waren, wurde 
der Bau eines verbesserten Rosensystems für Bootskompasse in Angriff ge 
nommen. Hierbei wird durch Verwendung scheibenförmiger Magnete ein 
vollkommener Ausgleich der Trägheitsmomente um alle horizontalen Achsen 
des Systems angestrebt, um den Kompaß unempfindlich gegen die — bei 
spielsweise in Rettungsbooten auftretenden — hohen Seegangsbeschleuni 
gungen zu machen. Dabei besteht Klarheit darüber, daß im Falle notwen 
diger Kompensierung voraussichtlich gewisse Schwierigkeiten (höherkreisige 
Deviation) auftreten werden. Für größere Schiffe wurde die* Entwicklung 
eines wirbelstromgedämpften Trockenkompasses aufgenommen. Dieser soll 
die Vorzüge des Trockenkompasses, nämlich den einfachen Aufbau und die 
geringe bewegte Masse des Rosensystems sowie das hier mögliche kleine 
magnetische Moment mit denen des Fluidkompasses, die hauptsächlich in der 
vorzüglichen Dämpfung bestehen, vereinigen, ohne die durch die Flüssig 
keitseinwirkung gegebenen Nachteile des letzteren zu besitzen. Ein erstes 
Modell wurde fertiggestellt. Ein auf Grund der bei seiner Prüfung ge 
wonnenen Erfahrungen verbessertes zweites Modell ist entworfen und wird 
zur Zeit aiigefertigt (s. Abb. 7 auf Anlage 11). 
Für die statische Prüfung von Magnetkompassen ist ein gegenüber den 
bisherigen Ausführungen verbessertes Modell eines Kompaßprüfstandes ent
	        
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