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Full text: Jahresbericht 1947

Jahresbericht 
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Auf einer weiteren Fernleitung wurde ab Januar 1947 die Nornialfre- 
quenz von 1 kHz laufend an den Nord westdeutschen Rundfunk übermittelt, 
die anfangs nur dazu diente, die Synchronisation der Magnetophone zu über 
wachen. später jedoch außerdem regelmäßig auf der Hamburger Trägerwelle 
als Meßton zur Ausstrahlung gelangte. Die Abgabe der Frequenz erfolgt 
zur Zeit noch mit einer Genauigkeit von 1.10' 7 . Auf besonderen Wunsch des 
Nordwestdeutschen Rundfunks wurde ab Mitte April auf derselben Fern 
leitung zusätzlich die Normalfrequenz von 50 Hz für einige Monate über 
mittelt. deren Aussiebung im Bedarfsfälle auf der Empfängerseite keine 
nennenswerten Schwierigkeiten verursachte. Eine Steigerung der Frequenz 
genauigkeit auf 1.10‘ 8 wird in Kürze dadurch möglich sein, daß die Ent 
nahme der fern vermittelten Normalfrequenz aus der Rohde & Schwarz'schen 
Anlage erfolgt. Hierfür wurden zwei besondere Leitungsverstärker für 
50 Hz und 1 kHz entwickelt und gebaut, die nicht nur eine gegenseitige Be 
einflussung der verschiedenen Abnehmer vermeiden, sondern auch bezüglich 
Unempfindlichkeit gegenüber Netzspannungsschwankungen, E 1 nterdrückung 
'on Störspannungen und Oberwellen sowie Betriebssicherheit allen an sie 
gestellten Anforderungen genügen. 
Einem weiteren Wunsche des Nordwestdeutschen Rundfunks Rechnung 
tragend, wurde ein 440 Hz-Stimmton-Erzeuger entwickelt, um zusätzlich 
eine laufende Vermittlung des Kammertones für akustische und sonstige 
Meßzwecke mit der gleichen, oben genannten Frequenzgenauigkeit zu er 
möglichen. Bei diesem Gerät, das am Ende des Berichtsjahres in Betrieb 
genommen wurde, wird aus der verfügbaren gereinigten Normalfrequenz 
von 1 kHz durch Verzerung und Heraussiebung der 11. Oberwelle eine 
Zwischenfrequenz von 11000 Hz erzeugt, die dann in zwei getrennten Unter 
teilungsstufen jeweils um den Faktor 5 :1. zunächst auf 2 200 Hz und schließ 
lich auf den gewünschten Stimmton von 440 Hz untersetzt wird. 
Der Mangel an hochwertigen Geräten und die beträchtliche Schwierig 
keiten bei der Beschaffung geeigneter Apparate machte sich besonders 
hemmend bei der Entwicklung eines modernen Zeitdienstes durch das Fehlen 
eines Spezialkurzwellenempfängers hoher Selektivität bemerkbar. Aus die 
sem Grunde mußte bisher u. a. auf die laufende Registrierung der mit 
größter Genauigkeit ausgestrahlten nordamerikanischen Quarzuhrenzeit 
zeichen der Station WWV verzichtet werden. Die bisherigen Bemühungen, 
diesem fühlbaren Mangel abzuhelfen, wurden stetig fortgesetzt. 
Solange die weiteren bei der Firma Rohde & Schwarz bestellten Teile 
der Normalfrequenzanlage und Quarzuhren noch nicht geliefert sind, mußten 
mit Rücksicht auf die in den Herbst- und Wintermonaten zu erwartenden 
Stromabschaltungen die Pendeluhren in stärkerem Maße als geplant für die 
Zeitbewahrung (eine luftdichte Riefleruhr) und für die Zeitkundgebung (eine 
offene Riefleruhr) herangezogen werden. Letztere steuert den einen der 
beiden Kurzzeit Signalgeber, während der andere von einer Quarzuhr ange 
trieben wird. Eine besondere Relaisschaltung am 50 Hz-Ausgang der Signal- 
quarzuhr bewirkt dabei im Falle einer Störung bzw.. Stromabschaltung auto 
matisch die notwendige Umschaltung auf die genannte Riefleruhr. 
Das im vorigen Berichtsjahr entwickelte Schaltpult gelangte Mitte 1947 
zur Auslieferung. Nach seiner Einfügung in die bestehende Anlage sind nun 
am Ende des Berichtsjahres die Vorarbeiten für den Funkzeitzeichendienst 
im wesentlichen abgeschlossen. Darüber hinaus wurden die Vorarbeiten für 
die Abgabe eines Onogo- und wissenschaftlichen Koinzielenzsignals fort 
gesetzt.
	        
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