Nr. 2 —1947
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gerät wurde an Stelle der bisherigen vergriffenen neu verfaßt; daneben
wurden einige nautisch-astronomische Anfragen beantwortet.
Über weitere Veröffentlichungen und Vorträge dieses Referats vgl. Liste
im Anhang.
3. Zeitdienst, Chronometrie
Da der geplante Umzug nach Tollerort aufgegeben werden mußte, er
wies es sich zu Beginn des Berichtsjahres als notwendig, einen Wechsel in
den Bergedorfer Diensträumen vorzunehmen. Die gesamte Zeitdienstanlage
wurde aus dem kleineren Nordzimmer in das größere Südzimmer verlegt.
Die hierdurch erforderlich werdenden Installationsarbeiten im Verein mit
häufigen Stromabschaltungen. Heizungsmangel und Verkehrsschwierigkeiten
während des langen und schweren Winters 1946/47 beeinträchtigten sämtliche
Wiederaufbauarbeiten erheblich. Die fiir 1948 beabsichtigte Übersiedlung
des Zeitdienstes nach Hamburg verursachte bereits gegen Ende des laufen
den Jahres erneute Vor- und Planungsarbeiten.
Nach Beseitigung verschiedener instrumenteller Mängel wurden die
astronomischen Zeitbestimmungen an dem von der Hamburger Sternwarte
zur Verfügung gestellten Repsoldschen Durchgangsinstrument fortgesetzt.
Sie zeigten, wie dies mit Rücksicht auf Konstruktion, Kleinheit und Alter des
Instrumentes nicht anders zu erwarten war, Ergebnisse, die den Anforde
rungen der modernen Quarzuhren nicht entsprechen. Um trotzdem bis zur
Beschaffung eines besseren Instrumentes die Abgabe von hochwertigen Zeit
zeichen zu ermöglichen, wurde mit der Hamburger Sternwarte eine Verein
barung getroffen, nach der beide Institute unter Ausnutzung ihrer astrono
mischen und technischen Möglichkeiten das Kurzzeitzeichen künftig gemein
sam über den Nord westdeutschen Rundfunk abgegeben werden.
Für die Zeitbewahrung und -kundgebung wurde Ende Juni von der Fir
ma Rohde & Schwarz, München, ein erster Teil der großen Normalfrequenz
anlage, bestehend aus Netzfcld, Spannungsgleichhalterfeld, Quarzuhrenfeld.
Nebenuhrenfeld, zwei Vervielfacherfeldern und einem Zeitdifferenzmeßfeld
(s.Abb.5 auf Aul.10), geliefert. Die Anlage dient einer besonders genauen Zeit-
bewahrungund gestattet außerdem die Abgabeder Normalfrequenzen von 1Hz,
50 Hz. 1 kHz, 10 kHz. 100 kHz und 1 MHz mit einer Genauigkeit von 1.10" 8 und
einer Leistung von 2 bis 5 Watt. Das Zeitdifferenzmeßfeld ermöglicht nicht
nur den elektrischen Vergleich der einzelnen Uhren untereinander, sondern
auch die automatische Gleichstellung der hierfür eingerichteten Uhrwerke
mit einer Genauigkeit von 0 S .001. Nach mehrwöchiger Einlaufzeit wurden
mittels laufender Registrierung der wissenschaftlichen Koinzidenzsignale
von Paris-Pontoise und Rugby vergleichende Genauigkeitsmessungen zwi
schen dieser Anlage und dem 1946 in Betrieb genommenen AEG-Quarzgene-
rator angestellt und gleichzeitig die Frequenzkonstanz beider Uhren durch
Überlagerung der beiden 100 kHz-Frequenzen mittels eines Kathoden-
strahloszillographen untersucht. Hierbei zeigte die Quarzuhr von Rohde &
Schwarz eine wesentliche höhere Gangkonstanz, so daß diese Uhr in der
weiteren Planung des Zeitdienstes als eine der Hauptuhren für die genaue
Zeitbewahrung Verwendung fand (s. Abb. 6 auf Anl. 10).
Die Zusammenarbeit mit der Eunküberwachung Itzehoe der Reichspost
oberdirektion wurde weiter ausgebaut und auf einer dauernd durchgeschal-
teten Postleitung ein laufender gegenseitiger Austausch der Quarzuhren-
Sekundenkontakte bzw. der Quarzuhrenstände gegen die astronomische
Zeitbestimmung durchgeführt, wobei fiir den Zeitdienst eine beachtliche Ge
nauigkeitssteigerung erzielt wurde.