Jahresbericht
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See auf deren weitere Verwendbarkeit hin. Die Kartei erdmagnetischer
Meßpunkte sowie die der Fachliteratur wurden wesentlich ergänzt.
b) Im Observatorium Wingst (s. Abb. 3 und 4 auf Anl, 9)
wurden die Arbeiten planmäßig dnrchgeführt. Seit 1939 liegen alle Mes
sungen und Registrierungen ohne Unterbrechung vor, so daß eine lückenlose
Auswertung möglich sein wird.
Infolge der Säkularvariation war eine Neujustierung der Registrier
instrumente erforderlich. Dazu wurde im Frühjahr ein zweites System auf-
gestellt, mit welchem für die Zeit der Neu justierung des Hauptsystems die
Registrierungen im Juli und August ersetzt bzw. kontrolliert wurden. Beim
H-Unifilar ist beim Umbau die Ausschlagsrichtung geändert worden, so daß
jetzt bei allen Variometern die A usschlagsri eilt ringen nach oben positiv sind.
Bei der Z-Waage wurde der Temperatur-Koeffizient durch umfangreiche
Versuche herabgesetzt. Sein genauer Wert soll im Winter bestimmt werden.
Nach der Neujustierung traten bei allen drei Variometern Basissprünge
auf, die durch eine Vielzahl von absoluten Messungen unter Kontrolle ge
halten werden konnten.
Außer einer magnetischen Skalenwertbestimmung wurden neben rela
tiven erstmalig absolute galvanische Skalenwertbestimmungen durchgefülirt.
Der Spulenfaktor wurde aus den ermessenen Daten der Spulen errechnet
und ergab innerhalb der Meßgenauigkeit für alle drei Variometer die
selben Werte wie die magnetische Bestimmung.
Nach der Neujustierung ergaben die Skalenwertbestimmungen im Mittel
beim Hauptsystem gp = 0,8177mm, £h = 5,84 y/mm, g z = 5,52 y/mm, Reg.-
Geschw. 20 mm/min. Sturmsystem e n = 5,67mm; e H = 28 y/mm, e y --30 //mm,
Reg.-Geschw. 3 mm/min.
Für die Durchführung der absoluten galvanischen Skalenwertbestim
mungen wurden neue Helmholtzspulen hergestellt, Schaltbretter gefertigt
und installiert, so daß jetzt an allen Variometern beider Systeme die Skalen
werte absolut und relativ bestimmt werden können.
Die Überprüfung der vor dem Krieg auf See benutzten Tauchgeräte
wurde fortgesetzt. Der Doppelkompaß II wurde einer gründlichen Über
holung unterzogen; dabei wurden die Optik verbessert und die Konstanz des
Rosenabstandes besser gesichert.
Das bei G. Schulze, Potsdam, gründlich überholte Nadelgalvanometer
für die Erdinduktor-Messungen wurde auf höchste Empfindlichkeit gebracht
und nach Herstellung einer besseren Ablesevorrichtung für die Inklinations-
Messungen wieder in Betrieb genommen.
Die Basismessungen wurden stets sofort ausgewertet; von den laufenden
Registrierungen des Hauptsystems wurden laufend achtstündliche graphische
Mittel gebildet, so daß vorläufige Tagesmittel und Monatsmittel verfügbar
waren. Variationsangaben wurden auf Anfrage an das Observatorium
Niemegk, das Vermessungsinstitut der T. H. Hannover und das Institut für
Vermessungstechnik in Hemmelmark gegeben.
Die dreistündlichen erdmagnetischen Kennziffern wurden in Monats-
bzw. Vierteljahrestabellen sowie graphisch dargestellt und auf Anforderung
laufend den folgenden Dienststellen zur Verteilung gestellt:
Astronomer Royal-London
Commandant Français, Serv. de Prédictions Jonosphériques. Freiburg/Br.
Russischer Vertreter im Board of Directors, Berlin
Geophysikalisches Institut, Göttingen
Fraunhofer Institut. Freiburg/Br.