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Volltext : Jahresbericht 1947

Jahresbericht

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erstenmal  seit  Kriegsende  wieder  möglich,  gut  fundierte  Eisauskünfte  und
Eisvorhersagen  zu  geben.  Dies  war  umso  wichtiger,  als  der  Winter  1946/47
in  seiner  Strenge  grofle  Anforderungen  an  die  Schiffahrt  stellte.
Neben  den  rein  praktischen  und  organisatorischen  Aufgaben  wurden
die  wissenschaftlichen  Arbeiten  des  Eisdienstes  weitergeführt.  Die  Untersuchungen ­
  zur  Schaffung  von  Grundlagen  für  die  Eisvorhersagen  gingen
weiter.  Die  Arbeiten  an  dem  Atlas  der  Eisverhältnisse  des  Nordatlantischen
Ozeans  mit  Übersichtskarten  der  Eisverhältnisse  im  ganzen  Nord-  und  Südpolargebiet ­
  wurden  bis  zur  Druckreife  abgeschlossen.  Die  Eisverhältnisse
des  Winters  1946/47  fanden  eine  Zusammenstellung  in  dem  Bericht:  „Der
Eiswinter  1946/47  an  den  deutschen  Küsten“.  Aus  diesem  Bericht  geht
hervor,  daß  der  Eiswinter  1946/47  seit  dem  Vorliegen  von  regelmäßig  aufgeschriebenen ­
  Beobachtungen  (Winter  1903/04)  der  eisreichste  Winter  war
und  unter  allen  anderen  eine  extreme  Stellung  einnimmt.
Die  Eisverhältnisse  wurden  auf  Grund  der  im  Eisdienst  handgezeichneten ­
  Eiskarten  und  des  allgemeinen  Überblicks  über  die  Eisverhältnisse
der  Schiffahrt  und  den  übrigen  Interessenten  durch  die  gedruckten  Eisberichte, ­
  durch  die  Eunkberichte  über  Elbe-AVeser-  und  durch  Kiel-Radio
übermittelt.
Darüber  hinaus  wurden  die  Eisauskunftstellen  des  Deutschen  Hydrographischen ­
  Instituts  stark  in  Anspruch  genommen.  Für  Reedereien,  insbesondere ­
  im  Zusammenhang  mit  Havarieverfahren,  wurde  eine  Anzahl
von  Gutachten  abgegeben.
4.  Chemie  des  Meeres
Die  Untersuchung  der  Wasserproben  vom  Rantum-Becken  auf  Sylt
wurde  weiter  fortgeführt.  Neben  den  bisherigen  Beobachtungen  und  Bestimmungen ­
  von  Temperatur,  Salzgehalt,  Trübung,  Phosphat,  Nitrit  und
Fluoreszenz  wurde  neuerdings  auch  die  Alkalinität  ermittelt,  da  die  biologischen ­
  Paralleluntersuchungen  auf  eine  anomale  Erscheinung  im  Kalkgehalt ­
  hindeuteten.  Die  chemischen  Untersuchungen  erhärteten  diesen
Befund  in  dem  Sinne,  daß  in  dem  Beckenwasser  eine  Verunreinigung  mit
einer  starken  Säure  vorzuliegen  schien.  Um  daher  Messungen  an  Ort  und
Stelle  vornehmen  zu  können,  wurde  die  Kolorimeterröhren-Apparatur  der
Biologischen  Anstalt  zur  Bestimmung  der  Wasserstoff-Ionen-Konzentration
im  hiesigen  Laboratorium  neu  hergerichtet.  Diese  Messungen  wurden  in
der  Zeit  vom  15.  bis  20.  Oktober  ausgeführt,  und  die  Ergebnisse  haben  die
Vermutungen  bestätigt.  Es  konnte  festgestellt  werden,  daß  sich  von  dem
Gebiet  der  Steidum-Inge  aus  (Vorland  zwischen  Rantum-Becken  und  Westerland) ­
  Schwefelsäure,  die  hier  offenbar  durch  Verwitterung  von  schlickhaltigen
  Ablagerungen  entsteht,  ausbreitet.  Wegen  der  beschränkten  Arbeitsmöglichkeit ­
  waren  weitere  Untersuchungen  nicht  durchgeführt  worden.
5.  Physikalische  Eigenschaften  des  Meerwassers  und  Instrumente
Da  das  Laboratorium  für  physikalische  Eigenschaften  des  Meerwassers
mangels  eines  geeigneten  Raumes  seine  Tätigkeit  noch  nicht  aufgenommen
hat.  war  die  Arbeit  zunächst  noch  auf  die  Aufbereitung  und  Auswertung
vorhandenen  Materials  beschränkt,  wobei  meeresoptische  und  Seegangsmessungen ­
  im  Vordergrund  standen.
Viel  Mühe  wurde  auf  die  Bestandsaufnahme  der  ozeanographischen
Instrumente  und  der  Laborgeräte  verwendet.  Die  Geräte  wurden  listenmäßig ­
  erfaßt,  und  es  wurde  mit  der  Anlage  einer  Instrumentenkartei  be ­
            
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