Nr. 2 — 1947
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insbesondere in der Unterelbe bearbeitet. Eine Bearbeitung allsgewählter
Fragen wird in den „Unveröffentlichten Berichten“ niedergelegt werden.
Auf dem Gebiet der Entwicklung von Verfahren zur Behandlung meeres-
kundlicher Probleme konnte eine Anzahl von Ergebnissen erzielt werden.
Im Zusammenhang mit den Untersuchungen betreffend die Folgeerschei
nungen der Abdämmung der Eider bei Nordfeld wurde die Frage behandelt,
bis in welche Entfernung nach See hin sich <1 io Abdämmung auswirkt und
zwar zunächst fiir einen idealen Flußlauf konstanter Tiefe. Die Unter
suchung wurde unter Benutzung des Randwert Verfahrens durchgeführt. Des
weiteren wurden Gezeiteustrombeobachtungen aus den deutschen Flüssen,
die in die Nordsee münden, für eine kritische vergleichende Betrachtung
zusammengestellt, die insbesondere die Eigenart der Gezeitenstromerschei
nungen auf der abgedämmten Eider zeigen gegenüber den Gezeitenströmen
etwa auf Elbe und Weser. Da bei der Wasserbewegung auf flachem Wasser,
wie an der Nordseeküste, Reibungseinflüsse eine Rolle spielen, wurde eine
Untersuchung über die Turbulenz und die Reibung und deren Zusammen
hang mit den sogenannten konvektiven Gliedern angestellt, die sehr inter
essante Einblicke in einen einfachen Turbulenzmechanismus lieferte. Ge
legentlich der Untersuchung des Einflusses veränderlicher Dichte auf die
Wasserbewegung im Meer wurde ein Verfahren angegeben, das unter Zu
hilfenahme eines geeigneten Minimumprinzips gestattet, aus der Dichte
verteilung im Meer bei stationären Verhältnissen zunächst die Gestalt der
Meeresoberfläche und daraus die Geschwindigkeit zu ermitteln und somit
einen gewissen Fortschritt gegenüber dem bisher benutzten dynamischen
Verfahren darstellt. Weiterhin wurde der Einfluß der Breitenabhängigkeit
der Corioliskräfte auf die Bewegung im Meere behandelt sowie ein Einblick
in die Verhältnisse bei den Trägheitsschwingungen gegeben, die in einer
gewissen Beziehung zu den internen Wellen stehen. Außerdem wurde ein
Bericht über die Strömungsverhältnisse in den Zugängen zur Ostsee ange
fertigt, der auf vorhandene Untersuchungen zurückgreifen konnte. Ein
weiterer Bericht, der den Seegang und die Beziehung zwischen Seegang und
Wind behandeln soll, ist in Vorbereitung. Desgleichen ist eine Untersuchung
in Vorbereitung, die Probleme an der Grenzfläche Luft-Wasser und damit
in Verbindung stehende ozeanographische Aufgaben behandelt. — Die oze-
anographische Beobachtungskartei wurde überholt, geordnet und soweit er
forderlich. ergänzt.
Von den meereskundlichen Beobachtungen aus den Jahren 1940—45
wurden zunächst die Beobachtungen an den norwegischen Küsten aufbereitet
und in Längsprofilen die ozeanographischen Elemente eingetragen. Eine
eingehendere wissenschaftliche Bearbeitung ist vorgesehen.
3. Eisdienst
Nach dem Provisorium des Winters 1945/46 konnte im Winter 1946/47
infolge der Verbindung mit den nordischen Ostseestaaten der Eisdienst
nahezu friedensmäßig durchgeführt werden. Das eigene Eisbeobachtungs
netz umfaßte innerhalb der britischen Zone Deutschlands 69 Eismelde
stationen. Dazu kamen die vom Ostseeobservatorium Greifswald über
mittelten Eismeldungen aus der russischen Zone 1 . Aus dem Auslände erhielt
der Eisdienst täglich auf telegraphischem Wege die Meldungen aus Däne
mark und durch Funk die Meldungen aus Norwegen, Schweden und Finn
land. An Hand dieses Materials, dem nur die 1 Meldungen aus dem Raume
östlich der Oder bis zu dein Finnischen Meerbusen fehlten, war es zum