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Full text: Jahresbericht 1947

Jahresbericht 
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III. NAUTISCHE VERMESSUNGEN 
1. Allgemeines 
Im Zuge der Neuorganisation des Deutschen Hydrographischen Institutes 
im Juli 1947 erhielt die bisherige Abteilung D der Sektion I. 1 D: Nautische 
Vermessungen die neue Bezeichnung: III - Nautische Vermessung 1 ). — Das 
Aufgabengebiet änderte sich durch diese Umbenennung nicht. 
Bemerkungen zum Arbeitsgebiet der Abteilung: 
Das Gebiet ostwärts Travemünde (russische Besatzungzone) wurde 
erstmalig in den Vermessungsplan des D. H. I. 1947 aufgenommen. Seitens 
des russischen Mitgliedes des Direktorenrates wurden umfangreiche nau 
tische Vermessungen im Bereich der Seewasserstraßendirektion Mecklenburg, 
von der Wismar-Bucht über die Gewässer südlich Rügen bis zur Greifs- 
walder Oie und Insel Rüden für erforderlich gehalten. 
Gemäß dem Vermessungsplan für das Jahr 1947 wurde in der Haupt 
sache die Auslotung von solchen Fahrwassern und Seegebieten der deutschen 
Ost- und Nordseeküste vorgesehen, die während des Krieges nicht kontrol 
liert und seit der Kapitulation wegen der Minenlage nicht erneut vermessen 
werden konnten. Von den anliegenden Seewasserstraßenbehörden, dem 
Marscheidrauamt und anderen Forschungsstellen waren für deren Belange, 
wie Betonnungen. Befeuerungen und Forschungsarbeiten pp., so umfang 
reiche Anforderungen eingegangen, daß im Hinblick auf die Erfordernisse 
der dringendsten Seekartenberichtigungen beim Seekartenwerk des Insti 
tutes die Reihenfolge der notwendigsten Vermessungsarbeiten im Vermes 
sungsplan 1947 neu eingestuft wurden. Die in dieser Reihenfolge aufge 
führte Dringlichkeit soll auch nach Möglichkeit im Vermessungsplan 1948 
beibehalten werden. 
Um in Sonderfällen, bedingt durch Minen- und Wetterlage, Ausweich 
möglichkeiten für die Vermessungsfahrzeuge zu haben, wurde das Aufgaben 
gebiet auf hierfür geeignete Aufgaben erweitert und so umfangreich ge 
wählt. daß von vornherein zu übersehen war, daß es mit den vorhandenen 
Vermessungsfahrzeugen in der Vermessungsperiode 1947 bei weitem nicht 
vollständig bearbeitet werden konnte. 
Die Bearbeitung der Vermessungsaufgaben und der Einsatz der Ver 
messungsfahrzeuge erfolgte unter Berücksichtigung der Wichtigkeit oder 
während des Jahres sich ergebender Dringlichkeit mit Genehmigung des 
Managers des Institutes. 
Schon im Laufe der begonnenen Vermessungsperiode stellten sich drin 
gende Vermessungsarbeiten in den einzelnen Ost- und Nordseegebieten her 
aus, denen unbedingt Rechnung getragen werden mußte. So wurde auf 
Anordnung des Managers für die Sprengung der Insel Helgoland den eng 
lischen Dienststellen das Peiiboot „Ahne" in der Zeit vom 17. April bis 
9. Mai zur Verfügung gestellt. Das Peilboot unterstand somit vorübergehend 
dem N.O.l.C. 2 ) in Cuxhaven und hatte vom D.H.I. den Auftrag, die südliche 
Einsteuerung nach Helgoland und .die Ankerplätze der Reede nach der 
Sprengung zu vermessen (1. Nachtrag zum Vermessungsplan 1947). 
Die ursprünglich in der Wismar-Bucht vorgesehene ausschließliche Aus 
lotung des minenfreien Weges bis zur Hafeneinfahrt von Wismar wurde, 
obgleich die Bucht noch nicht als minenfrei erklärt war. erheblich erweitert, 
so daß heute das gesamte Gebiet der Bucht mit den Nebengewässern neu ver 
messen ist und neben der systematischen Auslotung durch umfangreiche 
’) Seit Frühjahr 1948: Seevermessung. 
2 ) Naval officer in Charge.
	        
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