Nr. 2 — 1947
23
Die Berichtigung ist auszuführen:
a) weil die Seekarten infolge der häufigen Veränderungen der Seezeichen
und der Neuauffindung von Hindernissen (Fahrwasser-, Betonnungs- und
Befeuerungsveränderungen, Auffinden, Bezeichnen und Verlegen von
Wracken, Änderungen von zahlreichen Zwangswegen) oft schon während
des Druckes nicht mehr den neuesten Stand der amtlichen Veröffent
lichungen angeben, aber aus Gründen der Schiffssicherheit in jedem
Falle nur mit dem neuesten Stand abgegeben werden dürfen;
b) weil (P)-Nachrichten, die eine Änderung oder Neueintragung von See
zeichen ankündigen, und (T)-Nachrichten, die einen zeitweiligen Zustand
melden, in alle Seekarten handschriftlich eingetragen werden müssen,
da sie wegen ihres vorübergehenden Charakters nicht in die Druck
platten aufgenommen werden können.
6. Seekartenvertrieb
Den Seekartenanforderungen der Verbraucherkreise konnte das D. H. I.
in diesem Jahre nicht restlos nachkommen. Hierfür gibt es mehrere Gründe.
Einmal verzögerte sich der Aufbau der technischen Einrichtungen durch
mannigfache Schwierigkeiten, sodann schmolzen die von den früheren Kriegs-
marinewerften übernommenen handschriftlich berichtigten Seekartenbestände
mehr und mehr dahin und schließlich müssen nicht nur die in den ver
gangenen Jahren wegen des Krieges aufgelaufenen Fortführungsarbeiten
erledigt werden, sondern die Seekarten sind auch z. Zt. besonders starken
laufenden Veränderungen unterworfen, namentlich im Hinblick auf die
Wegebezeichnungen und Fahrwasserveränderungen. Die Schwierigkeiten
wegen der Aufarbeitung der Rückstände können sich bei dem kleinen Per
sonalbestand des Seekartenwerkes nur allmählich verringern. Schon nach
dem vorigen Weltkrieg hat es mehrerer Jahre bedurft, um einen als normal
anzustrebenden Zustand herbeizuführen.
Im Laufe des Jahres haben auch in der russischen Zone Vertriebsstellen
für Deutsche Seekarten die Arbeit aufgenommen und zwar in Wismar,
Rostock, Stralsund und Greifswald, ln Berlin betreibt die Firma Dietrich
Reimer wieder den Vertrieb von Seekarten.
Vertriebsstellen, Berichtigungsstellen: s. letzte Um
schlagseite.
Die Zahl der Vertriebsstellen erhöhte sich im Laufe des Jahres von 10
auf 17.
7. Kartenabsatz
Abgegeben wurden bis Ende Dezember 1947 nachstehend aufgeführte
Seekarten:
1. An Deutschen Minenräumdienst . . 3 211 Stck.
2. An Behörden 3 539
3. An Vertriebsstellen 38 396
zusammen 45 146 Stck.