accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Jahresbericht 1947

Jahresbericht 
20 
2. Nautische Geodäsie 
Die Gruppe „Nautische Geodäsie“ wurde im Frühjahr 1947 durch Perso 
nalunion mit der Abteilung „Seekartenwerk“ verbunden und später mit 
dieser zur Abteilung „Seekartenwerk und Nautische Geodäsie“ verschmolzen. 
Dadurch, daß dem Aufbau des Seekartenwerks wegen seiner hohen 
praktischen Bedeutung große Aufmerksamkeit zugewandt werden mußte, 
konnten nicht alle Pläne für die Nautische Geodäsie verwirklicht werden. 
Trotz der Fülle der wissenschaftlichen Finzelfragen, die der Lösung harren, 
war es bis zum Schluß des Jahres nicht möglich, einem wissenschaftlichen 
Sachbearbeiter zu bestellen. 
Mit den vorhandenen Kräften wurde u. a. die Frage der Anwendungs 
grenzen der Deckpeilung und der trigonometrischen Entfernungsbestimmung 
mit Basis am Ziel für die Seevermessung untersucht. Die Abhandlung befreit 
die Praxis der nautischen Vermessung bei den behandelten Arbeiten bereits 
weitgehend von der Willkür subjektiver Beurteilung und stellt Planung und 
Ausführung auf eine exakte Grundlage. Fiir eine abschließende Behandlung 
des Problems müssen noch geeignete Versuchsmessungen mit Peilbooten 
durchgeführt werden. 
Das Zufrieren von Meeresteilen in dem strengen Winter 1946/47 hatte 
den Wunsch erweckt, Inseln durch geometrische Feinnivellements über das 
Eis mit dem Festland zu verbinden. Das D. H. I. besaß jedoch weder eine 
vollständige Ausrüstung für Feinnivellements noch einen ausgebildeten Meß 
trupp für Präzisionsmessungen. Im Laufe des verflossenen Jahres wurde 
daher eine Ausrüstung für Feinnivellements nach den Erfahrungen des ehe 
maligen Reichsamts fiir Landesaufnahme geschaffen. Den Kern derselben 
bildet ein Feinnivellier ZEISS-A und die ZEISS-Invarlatten 6344 und 3345. 
Das Strich-Normalmeter der Abteilung zum Prüfen von Präzisionsnivellier 
latten wurde von der Physikalisch-Technischen Reichsanstalt (P1R), Zweig 
stelle Berlin, mit einer Gleichung versehen. Mit seiner Hilfe ergab sich die 
Länge des Lattenmeters beider Invarlatten in guter Konstanz zu 1 m — 
0.02 mm. Das Normalmeter dient ebenfalls der Hauptvermessungsabtei 
lung VI in Hamburg zur Prüfung ihrer Präzisionsnivellierlatten. 
Zu der Aufstellung eines besonderen Meßtrupps für hydrographische 
Feinnivellements ist es bisher noch nicht gekommen. Die Notwendigkeit 
hierzu ist jedoch nach dem Aussetzen der praktischen Arbeiten der ehe 
maligen „Landesanstalt für Gewässerkunde und Hauptnivellements“ nicht 
von der Hand zu weisen. Die Erhaltung und Fortführung der Arbeiten der 
Landesanstalt ist für den Gezeitendienst und die Seevermessung äußerst 
wichtig. Damit das D. 11.1. in Zukunft wenigstens einen bescheidenen Beitrag 
zur Erhaltung des von der Landesanstalt in vorbildlicher Weise geschaffenen 
Höhennetzes liefert, wurden neue Richtlinien für die Kontrolle der Pegel 
und ihrer Versicherungsbolzen bei den Seevermessungen bearbeitet. In 
diesem Zusammenhang sei daran erinnert, daß bei Beginn der Feinein 
wägungen zur Beobachtung säkularer Bodenbewegungen im Gebiet der 
deutschen Nordseeküste — Nordseeküstennivellement — im Jahre 1928 vor 
gesehen worden ist. die Arbeiten in Zwischenräumen von etwa 25 Jahren zu 
wiederholen. 
In einer Abhandlung über die Berechnung gnomonischer Kartennetze 
wurde die Grundlage für eine rationelle Neuberechnung der Elemente der 
Großkreis- und Funkortungskarten des Seekartenwerks gelegt. Die Unter 
lagen hierzu waren während des Zusammenbruchs verlorengegangen. Beson
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.