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Full text: Jahresbericht 1947

Nr. 2 —1947 
19 
II. SEEKARTENWERK UND NAUTISCHE GEODÄSIE 
1. Allgemeines 
Das 1946 nach Hamburg überführte Deutsdie Seekartenwerk, das hin- 
siclitlich Personalbestand und Mitteln den Schwerpunkt der Abteilung bildet, 
hatte wegen der getrennten Unterbringung der einzelnen eng zusammen 
gehörenden Zweige in verschiedenen Stadtteilen, ja sogar bei fremden Be 
hörden, auch im Berichtsjahr noch längere Zeit erhebliche Schwierigkeiten 
zu überwinden. 
Die Hauptvermessungsabteilung 1 ) hatte zwar, das sei auch an dieser Stelle 
dankbar anerkannt, in uneigennütziger Weise einige ihrer Räume und ihre 
grolle Flachdruckschnellpresse für den Druck der Seekarten zur Verfügung 
gestellt. Der Druck mußte aber monatelang aussetzen, weil große Aufträge 
für Landkarten Vorlagen, die einer Mitbenutzung im Wege standen. Die 
Seekarten größten Formats konnten auch mit den Mitteln der Hauptver 
messungsabteilung VI nicht gedruckt werden. In Hamburg gab es weder bei 
Behörden noch bei privaten Betrieben Flaclnlruckschnellpressen, die für die 
größten Formate der Seekarten ausreichten. 
Inzwischen hatte das Strom- und Hafenbauamt der Stadt Hamburg den 
Aufbau der für das Seekartenwerk in Tollerort vorgesehenen neuen Räume 
so gefördert, daß im August für den Seekartendruck die erste, in Hamburg 
z. Zt. größte Flachdruckschnellpresse in Betrieb genommen werden konnte. 
Gleichzeitig waren die Diensträume für die Gruppen Kartographie und 
Lithographie in Tollerort fertig, so daß von du ab die Voraussetzungen für 
eine laufende Fertigung wenigstens des dringendsten Bedarfs an 
Seekarten neuesten Standes gegeben waren. Es gelang sogar, 
die fehlenden Fachkräfte zur Berichtigung der Druckplatten heranzuziehen. 
Rückblickend kann festgestellt werden, daß die Einrichtung des Seekarten 
werkes im Berichtsjahr wesentliche Fortschritte gemacht hat. Die Ver 
sorgung der Schiffahrt ist nunmehr technisch gesichert, da auch die wich 
tigsten Originalunterlagen für die Fortführung des Seekartenwerkes dank 
dem Verständnis und der Mitwirkung der Besatzungsbehörden aus dem all 
gemeinen Zusammenbruch hinübergerettet werden konnten. 
Das Seekartenwerk ist z. Zt. im wesentlichen in Tollerort zusammen 
gefaßt. Nur der Haupt vertrieb der Seekarten und die handschriftliche Be 
richtigung der im Hauptlager vorrätig gehaltenen Bestände an Seekarten 
erfolgt aus heizungstechnischen Gründen noch behelfsmäßig auf dem Schiff 
,.Jupiter‘ 2 ). 
Zwecks Beschaffung neuer Unterlagen für die Fortführung der Seekarten 
wurde mit verschiedenen Behörden Verbindung aufgenommen, mit der 
Hauptverwaltung des Seeverkehrs, der Seewasserstraßendirektion Hamburg, 
der Hauptvermessungsabteilung VI und mit dem Städtischen Vermessungs- 
amt in Hamburg. Verbindung wurde ferner mit der Seefahrtschule und mit 
nautischen und Fischereikreisen hergestellt, um die Wünsche bezüglich des 
Karteninhaltes und der Herausgabe neuer Seekarten festzustellen. Durch 
das Entgegenkommen des Managers stehen auch bereits wieder fremde See 
karten zur Berichtigung der deutschen Seekarten zur Verfügung. 
Die laufende Herstellung der Seekarten bringt bei dem Mangel an 
allen notwendigen Materialien täglich neue Schwierigkeiten mit sich, deren 
Überwindung viel Zeit und Arbeit beansprucht. 
') Jetzt Hauptvermessungsamt SchleswigiHolstein. 
-) Seit Frühjahr 1948 ebenfalls Tollerort.
	        
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