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Bibliothek, Archiv, Lochkartenstelle
Da hier außer 220 Volt Gleichstrom auch Drehstrom zur Verfügung steht,
war ein aus Greifswald mitgeführter DE-TE-WE-Quecksilberdampf-Gleich-
richter für 110—120 Volt Spannung aufgestellt worden. Als Ersatz für diesen
oder, wenn die Spannung im Drehstromnetz zu stark absinkt oder ganz aus
fällt, dient ein von der Werkstatt zusammengestelltes und schon im Alten
Wandrahm erprobtes Aggregat, das, mit 220 Volt Gleichstrom angetrieben,
i egelbar Gleidistrom von der erforderlichen Spannung liefert.
Nach jahrelangen Bemühungen war es gelungen, \on der Deutschen
// O L L ¿/N 77/ - M a s ch m ei i - G es e 1 ls eh a f t eine 'Ergänzungsmaschine, die bei der
Anwendung wissenschaftlicher Lochkartenverfahren sehr vorteilhaft ist und,
die meisten der anfallenden Lochkartenarbeiten wesentlich schneller auszu-
führer gestattet, einen „Kartenmischer“, zu ermieten. Wegen der nunmehr
ungeordneten Sparmaßnahmen mußte die Ermietung jedoch unmittelbar vor
der Inbetriebnahme dieser Maschinen wieder rückgängig gern acht werden.
Aus dem gleichen Grunde mußte die Ermietung des einen der beiden Rechen
locher, der Fachzählsortiermasdiine, des Motor-wiederholungslochers und des
Motorlodiprüfers für den Anfang des nächsten Jahres aufgekündigt werden.
Mithin stehen in Zukunft außer den beiden eigenen Handlochern und Hand
lochprüfern nur noch 1 Sortiermaschine, 1 Tabelliermaschine mit Summeri-
locher, 1 Kartendoppler und 1 Rechenlocher zur Verfügung.
Die für die harmonische Analyse der Gezeiten nach dem Verfahren von
Shidy-Schureman notwendige Lochkartenkartei, mit deren Hilfe sich
die Wasserstände für die verschiedenen Tiden sortieren lassen, wurde auf alle
in Frage kommenden Tiden erweitert.
Vou den bisher vorhandenen 148 Sätzen stündlicher Wasserstands-
beobachtungen von je 369 Tagen ist der größte Teil von Hand gelocht und
lochkartenmäßig geprüft. Von 45 Orten wurde die harmonische Analyse bis
zur Berechnung der Störungen der einzelnen Tiden aufeinander fertiggestellt.
Als Vorarbeit zur Herleitung von genaueren Werten für die Entstörung
der erhaltenen Tiden nach dem Verfahren von Sch u reman und als Vor
arbeit für das neue, sich an die Ausgleichung von Beobachtungen eng an
schließende Verfahren wurden die Argumente sowie deren Kosinus- und
Sinuswerte von Stunde zu Stunde mittlerer Sonnenzeit für 369 Tage für alle
in Frage kommenden Tiden lochkartenmäßig beredinet und geprüft. Zur
Ermittlung der Koeffizienten für die Entstörung aller Tiden nach dem neuen
Verfahren ist‘einmalig eine harmonische Analyse streng nach den Regeln der
Ausgleichsrechnung, und zwar die unbestimmte Auflösung der Normal
gleichungen, durchzuführen; die hierzu notwendige Berechnung der Koeffi
zienten der Normalgleichungen wurde nahezu fertiggestellt.
Als Hilfskarteien wurden gelocht: sieben-, sechs-, fünf- und vier
stellige Logarithmen der Zahlen von 1 bis 9999 nebst ihren Differenzen,
sieben-, sechs-, fünf- und vierstellige Antilogarithmen zu den Mantissen 0000
bis 9999 nebst ihren Differenzen, die reziproken Werte der Zahlen von 10 000
bis 12 000 auf 7 Stellen nebst ihren Differenzen und die numerischen Werte
der Sinus und Kosinus von 0.00001 zu 0.00001 des Umfangs auf 4 Zehner
stellen. Ferner wurde die Funktion c. (x + 1.25) : x 2 für x = 0.001 bis 13.000
als Beitrag zur Untersuchung über den Einfluß der Reibung auf die Bewegung
des Wassers berechnet und gelocht.
6000 Karten „Seegang und Dünung“ und 44 000 Karten „Strombeobach
tungen“ wurden von Hand gelocht und geprüft. 10 000 Karten „Seegang und
Dünung“ wurden, für jedes Vierteljahr getrennt, sortiert und tabelliert.