Nautische Technik
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wurden Gesichtspunkte für die Konstruktion eines für Prüfzwecke der Posi
tionslaternen geeigneten einfachen Gerätes gewonnen.
Das endgültige Modell des „n achge drehten Peilaufsatze s“, das
als Fernrohr-Peilaufsatz ausgeführt worden war, wurde an Bord des Ver
messungsschiffes „Paul Beneke“ eingebaut, wo es im Rahmen der Vermes
sungsarbeiten Verwendung findet. Es ergab sich, daß mit diesem Gerät die
Peilgenauigkeit auch von einem weniger geübten Beobaditer bei mittleren
Seegangsverhältnissen ca. Vio° beträgt. Die Arbeiten am nachgedrehten
Peilaufsatz sind damit abgeschlossen.
c) Lote, Logge, Koppelgerät
Auf dem Gebiete der Echolote wurde seit Beginn des Jahres größter
Wert auf einen Beitrag zur Steigerung des Wirkungsgrades und der Ge
nauigkeit der Vermessungsarbeiten gelegt, indem den Fahrzeugen sicher und
möglichst genau anzeigende Echolote an Bord gegeben bzw. die vorhandenen
Anlagen in ihren unsicheren Teilen — insbesondere den Unterwasserteilen —
ersetzt wurden. Dieses Bestreben wurde erschwert durch die beschränkten
materiellen und finanziellen Mittel des Institutes. So wurden während der
Winterliegezeit je eine gebrauchte Lotanlage auf den Peilbooten „Atair“ und
„Wega“ eingebaut, während das Peilboot „Hooge“ lediglich einen neuen
Senderschwinger erhielt. Auf allen Vermessungsfahrzeugen wurden — soweit
nicht bereits geschehen — die Anzeigegeräte von den Peildecks in die Karten
häuser verlegt. „Paul Beneke“ erhielt eine neue Lotanlage mit 50-m-Skala.
Die in den ersten Wochen der Vermessungstätigkeit auf einigen Peilbooten
aufgetretenen Abweichungen zwischen Hand- und Echolotung wurden nach
systematischen Einzelerprobungen fortschreitend behoben.
Der Aufbau der Prüfanlagen hat sich bei den Reparaturen der einge
setzten Anlagen sowie bei der Überholung cler aus Kiel übernommenen Be
stände als sehr wertvoll erwiesen. Für die Erhöhung der Ablesegenauig
keit der Echolotungen auf den noch nicht mit modernen Echolotanlagen mit
50 m-Skala ausgerüsteten Vermessungsfahrzeugen werden eine entsprechende
Anzahl von normalen Anzeigegeräten durch Änderung des Antriebsmecha
nismus auf einen 50 in-Mefibereich umgebaut werden. Mit der Laborerprobung
eines Mustergeräts wurde Ende Oktober begonnen. — Die ATLAS-WERKE
Bremen haben im Aufträge des Institutes ein Tochteranzeigegerät konstruiert,
das im Sommer auf „Paul Beneke“ in Betrieb genommen wurde. Die Anzeige
erfolgt mit Hilfe elektrischer Zeigerinstrumente, die die während der Schall-
Laufzeit erfolgende Aufladung eines Kondensators anzeigen. Die Größe
des Ausschlages ist ein Maß für die Laufzeit des Schallsignals und damit
für die gelotete Wassertiefe. Sofern die mit Ende der Vermessungszeit als
abgeschlossen erwartete Borderprobung befriedigend ausfällt, sollen später
weitere Vermessungsfahrzeuge mit gleichen Geräten ausgerüstet werden. Ab
gesehen davon, daß die neue Anzeigemethode ohne großen Aufwand den
erwünschten Anschluß mehrerer paralleler Anzeigegeräte ermöglicht, wird
auch die Anzeige cler Tiefenwerte mittels Zeigerinstrument vom Bedienungs
personal günstiger als die bisher übliche Glimmlichtanzeige beurteilt. Die für
die diesjährige Vermessungszeit vorgesehene Erprobung eines Lotschreibers
mit Folgezeiger mußte aus materiellen und finanziellen Gründen auf das
kommende Jahr verschoben werden. — Bei Vermessungen auf kleinen Wasser
tiefen wird mit Beibooten gearbeitet, für die die Verwendung einer normalen
Echolotanlage aus stromversorgungsmäßigen und Gewichtsgriinden nicht in
Betracht kommt; es wurde deshalb unter Verwendung vorhandener Teile
mit dem Aufbau eines tragbaren Klein-Echolotes begonnen, das aus