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Full text: Jahresbericht 1948

Jahresbericht 
Nr. 3 /1948 
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Die Arbeiten am Induktionskompaß, wie sie im Jahresbericht 
Nr. 2 (1947) erläutert wurden, sind weitergeführt worden. Mit der im Labora 
torium aufgebauten Anlage wurden systematische Untersuchungen durchge 
führt, um die auftretenden Fehler in der Richtungsanzeige herabzusetzen. 
Weiter wurde die Anlage in bezug auf ihr Verhalten bei längerer Inbetrieb 
nahme und auf sichere Einstellung der Tochteranzeigegeräte untersucht. 
Es zeigte sich zunächst, daß die elektrische Übertragung der Richtung des 
magnetischen Feldes, also die Anzeige am Tochtergerät, nicht fehlerfrei war. 
Mit Hilfe einer besonderen Versuchsanordnung wurden die Fehlerkurven der 
elektrischen Übertragung aufgenommen. Durch harmonische Analyse der ge 
wonnenen Fehlerkurven erfolgte die Zerlegung des summarischen Fehlers in 
die einzelnen Harmonischen. So konnten als Ursadien für die Übertragungs 
fehler nach Art der Vs- und Vikreisigen Deviation (1. und 2. Harmonische), 
z. B. Fehler in der Wicklung des Magnetfühlers (Kurzschluß-Windungen) und 
der Einfluß von fremden magnetischen Feldern festgestellt werden. Auch ein 
zunächst noch vorhandener Übertragungsfehler nach Art der Vi2kreisigen De 
viation (6. Harmonische) konnte beseitigt werden. Hier lag die Ursache in der 
Speisung der Primärwicklung des induktiven Magnetfühlers (Induktionsring) 
mit sinusförmiger Spannung. Eine Speisung mit sinusförmigem Strom brachte 
die Beseitigung dieses Fehlers. 
Die Induktionskompaßanlage arbeitet in der jetzigen Ausführung ein 
wandfrei in Magnetfeldern, die größer als 3 Oerstedt sind, das bedeutet, 
daß zunächst noch ein Magnetkompaßsystem als „Erdfeldverstärker“ ver 
wendet werden muß. Dies geschieht in einfacher Weise dadurch, daß der Mag 
netfühler auf den Deckel eines Magnetkompasses aufgesetzt wird. Im Endziel 
muß aber ein sicheres Funktionieren der Anlage bei normaler Feldstärke 
erreicht werden. Deshalb wurde mit Experimentell begonnen, die zum Ziel 
haben, ausreichende Leistungsabgabe des induktiven Magnetfühlers auch bei 
den Feldstärken zu erhalten, wie sie an Bord normalerweise auftreten. Dazu 
waren definierte magnetische Felder notwendig, die mit Hilfe einer eigens 
dazu hergestellten Helmholtz-Sp ulenanordnung von 1 m Durch 
messer (s. Abb 7. Aul* 12) erzeugt werden können. Das zu dieser Spulen- 
anordnung gebaute Regelgerät gestattet kontinuierliche Regelung des Feldes 
von 0 bis 10 Oerstedt in 5 umschaltbaren Bereichen. 
Um später eine Erprobung der Induktionskompaßanlage an Bord eines 
Schiffes durchführen zu können, wurde das erste Teilgerät einer solchen An 
lage in bordmäßiger Ausführung konstruiert und von der Institutswerkstatt 
gebaut. 
Die im Vorjahr begonnenen Arbeiten zur Entwicklung und Untersuchung 
von Kardanlagern für Kreiselkompasse wurden fortgesetzt. Die beiden 
eingeschlagenen Wege zur Verminderung der Reibung wurden weiter verfolgt: 
die Achsenreibung durch eine künstlich überlagerte Rollbewegung bzw. durch 
Anwendung eines möglichst kleinen Hebelarmes herabzusetzen. Zur Fest 
legung des Gesetzes, wie stark der Gleitreibungskoeffizient bei senkrecht 
überlagerter Rollbewegung reduziert wird, wurden mit dem hierfür gebauten 
Prüfgerät orientierende Messungen durchgeführt. Erwartungsgemäß ergab 
sich eine Quasiflüssigkeitsreijmng, d. h. die Gleitgeschwindigkeit ist pro 
portional zur äußeren Antriebskraft, ihre Abhängigkeit von der Rolldreh 
geschwindigkeit war annähernd cjuadratisch. Nach Durchführung einiger Ver 
besserungen in experimentell-konstruktiver Hinsicht werden sich die end 
gültigen Messungen anschließen. Wie im vorjährigen Bericht bereits erwähnt, 
wurde die Reduktion der Gleitreibung bei eigens zu diesem Zweck konstru 
ierten Schwenklagern angewandt. Das Schwenkkugellager wurde in ein
	        
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