. 39
x
Gezeiten, iNuuti.sehe Astronomie, Zeitdienst
logischen Amtes für Nordwestdeutschland. Ein selbstschreibender Tischpegel
mit elektrischer Fernübertragung von den St. Pauli-Landungsbücken her
wurde im Dienstzimmer aufgestellt und in Betrieb genommen. Die Wasser-
standsbeobachtungen von der Küste werden telephonisch von der Zweigstelle
in Cuxhaven gesammelt und unter Benutzung einer festen Leitung nach
Hamburg durchgegeben. Wegen Personalmangels nehmen Wissenschaftler auch
der Abteilung IV regelmäßig wiederkehrend am laufenden Dienst teil. —
Auf Antrag der Landesbauernkammer Schleswig-Holstein werden ab
1. August außer den regelmäßigen Vorhersagen der Hochwasser
stände an der deutschen Nordseeküste, in Emden, Bremen und Hamburg
auch Ankündigungen besonders niedriger Niedrig wasser an der Westküste
Schleswig-Holsteins zu den Sendezeiten 09 h 45 m und 21 h 45 m über den Nordwest
deutschen Rundfunk verbreitet; sie sollen zur Energieersparnis bei der Ent
wässerung des Landes beitragen. Sturmflutwarnungen wurden wie
bisher über den Rundfunk, durch Posttelegramme und telephonisch an etwa
80 feste Empfänger im Küstenbereidi ausgegeben. Im Jahre 1948 sind an
30 Tagen insgesamt 32 Sturmflutwarnungen ausgegeben und 495 Telegramme
versandt worden. Warnungen an die Schiffahrt vor ungewöhnlich niedrigen
Hochwasserständen brauchten nicht ausgegeben zu werden. — Eine Unter
suchung über die örtlichen Unterschiede des Windstaus an der Westküste
Schleswig-Holsteins wurde begonnen und neben dem laufenden Dienst weiter
geführt.
\
Über weitere Veröffentlichungen und Vorträge s. Anhang.
2. Nautische Astronomie, Navigationsmethoden
Das Referat zog im April vom Forschungsschiff „Gauss“ am Sandtorquai,
wo es seit 1945 untergebracht war, in den ersten Stock des Seemannshauses um.
Das „N autische Jahrbuch 1948“ wurde zum Teil erst im Januar
1948 ausgeliefert. Das Manuskript des Nautischen Jahrbuchs 1949 wurde
fertiggestellt, der Druck erfolgte im August, die Herausgabe bereits im Ok
tober. Das Manuskript des Jahrbuchs 1950 wurde fertiggestellt und nach Aus
druck des Jahrbuchs 1949 in Druck gegeben. In Zusammenarbeit mit den
Navigationsschulen Hamburg und Bremen wurde der Inhalt durch Wegfall
einiger Tafeln gekürzt, Vorwort und Erklärungen wurden neu gefaßt.
Sonnen- und Mond-Auf- und Untergänge für 1949 wurden berechnet und
an verschiedene Interessenten mitgeteilt, Auskünfte über Helligkeits
verhältnisse, vor allem für gerichtliche Zwecke, häufig erteilt, in erster
Linie an das Meteorologische Amt für Nordwestdeutschland.
Die Beobachtungen zweier Lichtstrahlen in sehr geringer Höhe über dem
Wasser aus dem Jahre 1937 wurden zum Zwecke der Untersuchung der
Refraktion aufbereitet, die einschlägige Theorie wurde erarbeitet. Es
zeigte sich, daß die Verhältnisse über See zu kompliziert sind, um aus dem
früheren Material diese Theorie völlig zu bestätigen, wenn auch qualitativ
bereits ein recht guter Überblick gewonnen wurde. Es wurden daher Vor
bereitungen getroffen, die Messungen über einem Binnensee zu wiederholen.
Da sämtliche früheren Erprobungsergebnisse verloren sind und ein Urteil
über die Brauchbarkeit des Kreiselsextanten erwünscht schien,
wurde auf zwei Versuchsfahrten mit dem Vermessungsschiff „Paul Beneke“
untersucht, welche Genauigkeit astronomische Höhenbeobachtungen mit diesem
Gerät bei verschiedenem Seegang und verschiedener Integrationsdauer ergeben.
Es wurden auch Vergleichsmessungen mit dem SOLD-Libellen-Sextanten an-
* %