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Full text: Jahresbericht 1948

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V. GEZEITEN, NAUTISCHE ASTRONOMIE, ZEITDIENST 
1. Gezeiten 
Im April zog der Gezeitendienst von dem Speicherboden am Alten 
Wandrahm Nr. 4 in das Seemannshaus um, wo er im Erdgeschoß und im 
ersten Stock endlich acht angemessene Arbeitsräume fand, so daß die erhalten 
gebliebenen Teile des Gezeiten archivs, Rechen maschinen u. a. nach 
mehrjährigem Lagern ausgepackt und wieder voll benutzbar gemacht werden 
konnten. Die große Gezeiten rechenmaschine soll im Erdgeschoß 
des Anbaus aufgestellt werden; der Auftrag für einige bauliche Änderungen, 
die vorher erforderlich sind, wurden unter Mitwirkung der Reichsbauver 
waltung Hamburg bereits erteilt. — Durch Einsparungsmaßnahmen verlor 
der Gezeitendienst zwei Hilfskräfte und die erledigte Planstelle eines krank 
heitshalber ausgeschiedenen wissenschaftlichen Sachbearbeiters, die sehr ent 
behrt wird. 
Die Veröffentlichungen der amtlichen deutschen Gezeitenvorausberech 
nungen sind erstmalig seit 1945 von den beteiligten Druckereien und Buch 
bindereien so früh fertiggestellt worden, daß sie rechtzeitig vor Beginn des 
neuen Jahres, im November, erscheinen konnten. In den „Gezeitentafeln 
für das Jahr 1949“, die nunmehr ein DIN-Format erhielten, ist die Aus 
wahl der Bezugsorte für das deutsche Gezeitengebiet geändert worden. Neben 
dem Kalender der „Hoch- und Niedrigwasserzeiten für die 
Deutsche Bucht und deren Flußgebiete, 1949“ wuirden, da 
der Versuch des Vorjahres Anklang fand, wiederum drei Teilausgaben für 
die Westküste Schleswig-Holstein, für das Elbe-Gebiet sowie für das Weser- 
Gebiet und Ostfriesland herausgegeben. Verschiedene Tageszeitungen er 
hielten beschränkte Abdruckgenehmigungen. 
Der Gezeitendienst lieferte oder erhielt Gezeitenvorausberechnungen im 
Austausch mit: Hydrographie Department, Admiralty, London; Service Hydro 
graphique de la Marine, Paris; Algemeene Dienst van den Rijkswaterstaat, 
s-Gravenhage; Direcçâo dos Servicos de Hydrografia, Lissabon; U. S. Coast 
and Geodetic Survey, Washington. 
Die ausführlichen Vorausberechnungen der Hoch- und Niedrig 
wasserzeiten und -höhen 1950 für die deutschen Bezugsorte wurden nach dem 
nonharmonischen Verfahren angefertigt und die Vorarbeiten für die Druck 
vorlage zu den „G e z e’i t e n t a f e 1 n 1950“ begonnen. 
Die Sammlung der deutschen Hoch- und Niedrigwasserbeobachtungen ist 
durch laufende Auswertung der Pegelaufzeichnungen aus dem Bereich der 
Marschenbauämter Husum und Heide sowie des Seewasserstraßenamtes 
Emden, aus dem Bereich der übrigen Ämter an Hand der eingegangenen 
Wasserstandslisten fortgesetzt worden. Ebenso wurden die im Vorjahre be 
gonnenen Ablesungen stündlicher Wasserstände von den Aufzeichnungen des 
Pegels Cuxhaven (Seewasserstrafienamt) um die Jahrgänge 1939 bis 1943 
erweitert; sie sollen zur Bestimmung mittlerer Wasserstände für eine Sammel 
veröffentlichung des Internationalen Hydrographischen Büros, Monaco, und 
zu harmonischen Analysen dienen. 
lin Rahmen der vor zwei Jahren begonnenen Neubestimmung der non- 
harmonischen Gezeitengrundwerte für die Deutsche Bucht sind 
die Fourier-Darstellungen der halbmonatlichen Ungleichheiten in Hoch- und 
Niedrig wasserhöhe auf Grund einjähriger Beobachtungen möglichst des Jahres
	        
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