Jahresbericht
Nr. 3 /1948
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d) Handgezeichnete Eiskarten
Eiskarten, die ganze Nord- und Ostsee umfassend:
103 (erste am 25. 10. 1947, letzte am 18. 5. 1948).
e) Funkberichte
Während der Eisperiode wurde täglich ein Funkeisbericht ausgestrahlt.
Der Funk eisbericht bestand aus den nach dem baltischen Schlüssel ver
schlüsselten Eis- und Schiffahrtsverhältnissen von 40 ausgewählten Stationen
und einem kurzen Klartext mit Eisvorhersage in deutscher und englischer
Sprache.
Der verschlüsselte Eisbericht wurde von dem Sender Kiel-Radio, der Klar
text von den Sendern Kiel-Radio und Elbe-Weser-Radio ausgestrahlt.
Elbe-Weser-Radio und Kiel-Radio je 15 Funkeisberichte (erster am
21. 2. 1948. letzter am 10. 3. 1948).
f) Eisauskünfte
Infolge des nur mäßigen Eiswinters wurde der Eisdienst Hamburg ver
hältnismäßig wenig für Eisauskunft herangezogen. Die meisten Auskünfte
konnten die amtlich eingerichteten Eisauskunftsstellen selbst geben.
Eisdienst Hamburg: 26 Eisauskünfte.
Schriftliche Gutachten über Eis- und Schiffahrtsverhältnisse auf An
forderung von Behörden und privaten Firmen: 9.
8. Erdmagnetismus
a) Allgemeines
Die Arbeiten des Berichtsjahres standen unter der hemmenden Wirkung
des Personalmangels, so daß wichtige, die Grundlage der praktischen Auf
gaben bildende Untersuchungen, z. B. die Methoden der erd magnetischen
Messungen auf See betreffend, immer wieder zurückgestellt werden mußten.
b) Die erdmagnetischen Karten
für die Nachträge zu den Seehandbüchern von Island, Färöer und Jan Mayen,
von der nördlichen, südlichen und östlichen Nordsee und von den Belten und
dem Sund für 1950 bzw 1953 wurden neu entworfen. Für den Neudruck von
Seekarten wurden die Angaben über Gebiete unsicherer Mißweisung über
prüft und die Mifiweisungsdaten für die Rosenorte angegeben. Abt. VT
erhielt Entwürfe für Karten von D. H und J für Europa, gültig für 1950.
Auf Vorschlag des Internationalen Hydrographischen Bureaus in Monaco
übernahm das DHI den Auftrag zum Entwurf einer Weltkarte der
Mißweisung für 1953 (Mafistab 1:28 000 000), die im Rahmen eines
festgelegten internationalen Zyklus alle 5 Jahre zu liefern sein wird. Die
Vorarbeiten zu diesem Entwurf wurden begonnen; sie führten zu einer
starken Wiederbelebung der Beziehungen zu einer Reihe von erd magnetischen
Instituten des Auslandes, denen wir für großzügige Überlassungen von
neuesten Aufnahmen und Beobachtungsdaten zu Dank verpflichtet sind.
Die Kartei der erdmagnetischen Meßpunkte konnte auf diesem Wege weiteres
wertvolles Material zugeführt werden.
c) Im Observatorium Wingst
trat keine Unterbrechung der Beobachtungen ein. Zur Basisbestimmung von
D und J wurden zweimal im Monat, für H im ganzen 5 absolute Messungen
durchgeführt, wobei die letzten durch 36 Relativ-Messungen ergänzt wurden.