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Full text: Jahresbericht 1948

Meereskunde und Erdmagnetismus 
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Die praktische Auswertung der ein gelaufenen Eismel- 
d ungen erfolgte zur eigenen Übersicht in handgezeichneten Karten, für die 
Öffentlichkeit in werktäglich ausgegebenen gedruckten Eisberichten. Die ge 
druckten Eisberidite konnten durch Aufnahme einer Eiskarte vervollständigt 
werden. Außer den deutschen Meldungen enthielten sie alle eingetroffeneu 
ausländischen Meldungen und außerdem eine Eiskarte, welche die deutschen 
Küsten und die Ostsee-Eingange umfaßt. 
Für die Schiffe auf See und für die ausländischen Eisdienststellen wurden 
die deutschen Eismeldungen täglich durch Elbe-Weser-Radio und Kiel-Radio 
ausgestrahlt. 
Der Winter 1947/48 war ein mäßiger Eiswinter, der die Großschiffahrt 
verhältnismäßig wenig behinderte. Als Nachwirkung des extremen Eiswinters 
1946/47 mußte selbst noch im Jahre 1948 eine Anzahl von Gutachten über die 
Eisverhältnisse des Winters 1946/47 für Gerichte und Reedereien im Zu 
sammenhang mit Havarieverfahren angefertigt werden. 
Die wissenschaftlichen Arbeiten des Eisdienstes beschäftigten 
sich damit, Grundlagen für die Eisvorhersage zu sdiaffen. Diese Arbeiten sind 
noch im Gange. Die ersten Untersuchungen werden im kommenden Jahr ab 
geschlossen sein. 
Leider war es auch in diesem Jahr nicht möglich, den seit 1947 fertig- 
gestellten „Atlas der Eisverhältnisse des Nordatlantischen Ozeans und Über 
sichtskarten der Eisverhältnisse des Nord- und Südpolargebietes“ drucken zu 
lassen. Die dafür geplanten Geldmittel wurden im Zuge der Währungsreform 
gestrichen. 
4. Chemie des Meeres 
An praktischen Arbeiten konnten in der zweiten Hälfte des Jahres nach 
Einrichtung des Labors bereits einige kleinere Versuchsserien angesetzt 
werden. Begonnen wurde mit der Verbesserung der für die Produktionsfrage 
wichtigen Bestimmungen des Nitratgehaltes im Meeres wasser und 
einer Nachprüfung der bisher noch nicht bestätigten Versuchsergebnisse von 
T. C. Barnes über clen Gehalt von Wasser an „Mono-, Di- und Tri-Hydrol". 
Das aus den Jahren 1925—1938 stammende ozeanische Beobachtungs 
material des R. F. D. „Poseidon“ war von B. Schulz während des Krieges 
ausgewertet werden. Da diese Bearbeitung im Jahre 1944 verlorenging, mußte 
wegen der Bedeutung des Materials für fisdiereibiologische Fragen im lau 
fenden Jahr eine Neubearbeitung in Angriff genommen werden. 
Weiter fortgeführt wurde die hydrographische Überwachung 
des Rantum-Beckens auf Sylt in Zusammenarbeit mit der Biolo 
gischen Anstalt auf Helgoland in List/Sylt. Die chemische Untersuchung des 
Beckenwassers im Vergleich mit dem benachbarten Wasser der freien Watten 
ergab im Laufe des Jahres nur verhältnismäßig geringe Schwankungen in 
clen Wassereigenschaften, vor allem in der in biologischer Hinsicht bedeutungs 
vollen Alkalinität. Es hat demnach den Anschein, als ob die in den ersten 
Jahren deutlich vorhandene Änderung in Richtung der Aussüßung und Zu 
nahme des Säuregehaltes einem sich allmählich einstellenden Gleichgewicht 
Platz macht. 
Auf der Elbe wurden im Sommer einige Vorversuche unternommen, um 
die 1944 in der Ostsee mit Erfolg begonnenen Anfärbungsversuche
	        
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