29
IV. MEERESKUNDE UND ERDMAGNETISMUS
1. Allgemeines
Einen wesentlichen Fortschritt im Hinblick auf die praktische und
wissenschaftliche Tätigkeit brachte die räumliche Vereinigung der Abteilung
im Dienstgebäude Seewartenstraße 9 (Seemannshaus). Die Einrichtung der
Diensträume und Laboratorien nahm viel Zeit in Anspruch und konnte noch
nicht vollständig zum Abschluß gebracht werden, da als Nachwirkung der
Währungsreform nicht nur der Sach-, sondern auch der Personaletat gekürzt
wurden. Dennoch wurde eine Reihe von Aufgaben in Angriff genommen,
die bis dahin zurückgestellt worden waren, insbesondere konnte die Tätig
keit in den Laboratorien aufgenommen werden.
Eigene Arbeiten auf See wurden nicht durchgeführt, da noch kein ge
eignetes Fahrzeug in Dienst gestellt war. Dagegen wurde bei Untersuchun
gen der Wasserstrafienämter und der Fischereibiologie in der Deutschen
Bucht und insbesondere im Bereich der Flußmündungen durch Gestellung
von Personal und ozeanographischem Gerät mitgewirkt. In den Laboratorien
wurden u. a. Untersuchungen für außerhalb des Institutes stehende Stellen
angestellt. Auf Tagungen und Besprechungen konnten Erfahrungen ausge
tauscht und Anregungen für die eigene Arbeit gewonnen werden.
Außerdem wurde eine Anzahl von Gutachten angefertigt und Aus
künfte für öffentliche und private Stellen erteilt. Vier Wissenschaftler
nahmen am Sturmflutwarndienst teil.
2. Dynamische Ozeanographie
Auf den Feuerschiffen der Nord- und Ostsee wurden laufend meeres-
kundliche Beobachtungen durchgeführt (siehe Tab. 3) und für eine spätere
Veröffentlichung zusammengestellt. Die Ostseepegel Marienleuchte und
Schleimünde registrieren laufend den Wasserstand.
Auf dem Neubau Feuerschiff „Elbe I“, „Bürgermeister O’Sroald 4 ', ist ein
Versuchsraum für meereskundliche Arbeiten eingerichtet. Das Feuerschiff
wurde 1948 in Dienst gestellt. (
Die ozeanographische Kartei wurde geordnet. Die Auswer
tung ozeanographischer Beobachtungen wurde fortgesetzt. Die Arbeiten an
dem Atlas der Gezeitenströme auf der Unterelbe wurden zum Abschluß ge
bracht. Die Drucklegung mußte zunächst aus Mangel an Mitteln zurück
gestellt werden. Die Bearbeitung von Gezeitenstrombeobachtun
gen auf der Weser unterhalb Bremens wurde in Angriff genommen
mit dem Ziel, auch für dieses Gebiet die Unterlagen für einen Gezeiten
stromatlas zusammenzustellen. Die Gezeitenstromkarten für die Neuauflage
des Nordseehandbuches östlicher Teil wurden überarbeitet. Die Arbeiten an
den Unterlagen zur Neuherausgabe des Gezeitenstromatlasses für die Nord
see konnten aus Mangel an Personal nur wenig gefördert werden.
In Zusammenarbeit mit der vormaligen Hauptverwaltung des Seever
kehrs und deren nachgeordneten Stellen wurden grundsätzliche Untersuchun
gen über die Gezeiten in seichten Gewässern, insbesondere in den Fluß
mündungen in Angriff genommen. Es wurde ein Verfahren entwickelt, um
aus dem zeitlichen Verlauf des Wasserstandes und des G e -