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Full text: Jahresbericht 1948

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IV. MEERESKUNDE UND ERDMAGNETISMUS 
1. Allgemeines 
Einen wesentlichen Fortschritt im Hinblick auf die praktische und 
wissenschaftliche Tätigkeit brachte die räumliche Vereinigung der Abteilung 
im Dienstgebäude Seewartenstraße 9 (Seemannshaus). Die Einrichtung der 
Diensträume und Laboratorien nahm viel Zeit in Anspruch und konnte noch 
nicht vollständig zum Abschluß gebracht werden, da als Nachwirkung der 
Währungsreform nicht nur der Sach-, sondern auch der Personaletat gekürzt 
wurden. Dennoch wurde eine Reihe von Aufgaben in Angriff genommen, 
die bis dahin zurückgestellt worden waren, insbesondere konnte die Tätig 
keit in den Laboratorien aufgenommen werden. 
Eigene Arbeiten auf See wurden nicht durchgeführt, da noch kein ge 
eignetes Fahrzeug in Dienst gestellt war. Dagegen wurde bei Untersuchun 
gen der Wasserstrafienämter und der Fischereibiologie in der Deutschen 
Bucht und insbesondere im Bereich der Flußmündungen durch Gestellung 
von Personal und ozeanographischem Gerät mitgewirkt. In den Laboratorien 
wurden u. a. Untersuchungen für außerhalb des Institutes stehende Stellen 
angestellt. Auf Tagungen und Besprechungen konnten Erfahrungen ausge 
tauscht und Anregungen für die eigene Arbeit gewonnen werden. 
Außerdem wurde eine Anzahl von Gutachten angefertigt und Aus 
künfte für öffentliche und private Stellen erteilt. Vier Wissenschaftler 
nahmen am Sturmflutwarndienst teil. 
2. Dynamische Ozeanographie 
Auf den Feuerschiffen der Nord- und Ostsee wurden laufend meeres- 
kundliche Beobachtungen durchgeführt (siehe Tab. 3) und für eine spätere 
Veröffentlichung zusammengestellt. Die Ostseepegel Marienleuchte und 
Schleimünde registrieren laufend den Wasserstand. 
Auf dem Neubau Feuerschiff „Elbe I“, „Bürgermeister O’Sroald 4 ', ist ein 
Versuchsraum für meereskundliche Arbeiten eingerichtet. Das Feuerschiff 
wurde 1948 in Dienst gestellt. ( 
Die ozeanographische Kartei wurde geordnet. Die Auswer 
tung ozeanographischer Beobachtungen wurde fortgesetzt. Die Arbeiten an 
dem Atlas der Gezeitenströme auf der Unterelbe wurden zum Abschluß ge 
bracht. Die Drucklegung mußte zunächst aus Mangel an Mitteln zurück 
gestellt werden. Die Bearbeitung von Gezeitenstrombeobachtun 
gen auf der Weser unterhalb Bremens wurde in Angriff genommen 
mit dem Ziel, auch für dieses Gebiet die Unterlagen für einen Gezeiten 
stromatlas zusammenzustellen. Die Gezeitenstromkarten für die Neuauflage 
des Nordseehandbuches östlicher Teil wurden überarbeitet. Die Arbeiten an 
den Unterlagen zur Neuherausgabe des Gezeitenstromatlasses für die Nord 
see konnten aus Mangel an Personal nur wenig gefördert werden. 
In Zusammenarbeit mit der vormaligen Hauptverwaltung des Seever 
kehrs und deren nachgeordneten Stellen wurden grundsätzliche Untersuchun 
gen über die Gezeiten in seichten Gewässern, insbesondere in den Fluß 
mündungen in Angriff genommen. Es wurde ein Verfahren entwickelt, um 
aus dem zeitlichen Verlauf des Wasserstandes und des G e -
	        
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