Jahresbericht
Nr. 3 /1948
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III. SEEVERMESSUNG
1. Allgemeines
Für den Vermessungsplan 1948 wurde wieder in erster Linie die
Auslotung solcher Fahrwasser und Seegebiete vorgesehen, die während des
Krieges nicht kontrolliert und nach der Kapitulation wegen der Minenlage
nicht erneut vermessen werden konnten. Um Ausweichmöglichkeiten für die
Vermessungsfahrzeuge — etwa infolge ungünstiger Wetter- und Minenlage —
zu haben, wurde das Arbeitsgebiet absichtlich umfangreicher gewählt, als es
mit den zur Verfügung stehenden Fahrzeugen in der Vermessungsperiode 1948
normalerweise zu bewältigen gewesen wäre.
Die unter Berücksichtigung der Dringlichkeit erfolgte Numerierung cler
Vermessungsaufgaben für den Vermessungsplan 1947 wurde der besseren
Übersicht halber auch für den Vermessungsplan 1948 übernommen.
Die Erledigung der Aufgabe „A 17“ — Auslotung der Nordergründe, des
Roten Sandes, der Oster- und Westertill und Kleinen Knechtsände — mußte
wegen der immer noch bestehenden Minengefahr zurückgestellt werden. Es ist
zu hoffen, daß dieses Gebiet, das seit 1942 nicht mehr vermessen wurde, in
der Vermessungsperiode 1949 bearbeitet werden kann.
Im Laufe der begonnenen Vermessungsperiode stellten sich, bedingt durch
die Notwendigkeit der Kartenberichtigung, teils in Ergänzung der durch das
betreffende Seewasserstraßenamt bzw. das Marschenbauamt durchgeführten
Arbeiten, Vermessungsaufgaben heraus, die Nachträge zum Vermessungs
plan 1948 notwendig machten.
Mit Genehmigung des Britischen Managers des Instituts wurden folgende
Nachträge zum Vermessungsplan angeordnet und durchgeführt:
I. Nachtrag: Aufnahme der Insel Trischen, die durch die Sturmflut
im Jahre 1943 größere topographische Veränderungen zu verzeichnen
hatte, die eine berichtigte kartographische Darstellung in der Seekarte
notwendig machten.
II. N a ch t r a g : Auslotung der Meldorfer Bucht mit Schell-Legde,
Dieksander Priel, Sommerkoog-Steert-Loch, Kronen-Loch und Helm-
sand-Steert.
III. Nachtrag: Auslotung des Fahrwassers der Ems stromaufwärts
vom Anschluß an die Vermessungsaufgabe „A10“ — Oster- und
Westerems bis Pogum.
Die im IV. Nachtrag zum Vermessungsplan 1947 vorgesehene und be
gonnene Vermessung der Kieler Innenförde wurde wegen dringlicher Nord
seearbeiten zurückgestellt. Die Weiterbearbeitung ist für das Frühjahr 1949
in Aussicht genommen.
Die Bearbeitung der im Vermessungsplan 1948 vorgesehenen Arbeiten in
der Ostzone — „B11“ Einfahrt nach Warnemünde, „B12“ Auslotung des
Gellenstromes, der Vierendehl-Rinne und des Stralsunder Fahrwassers, „B13“
Reede von Saßnitz, „B 14“ Palmerort-Rinne und „B 15“ Auslotung des Osttiefs
in der Einfahrt zum Greifswalder Bodden — mußten wegen interzonaler
Schwierigkeiten zurückgestellt werden.
Infolge der ungewöhnlich ungünstigen Wetterlage, die während der
ganzen Vermessungsperiode herrschte, wurden die Vermessungsaufgaben
zeitlich stark beeinträchtigt.
2. Fachlicher Einsatz der Vermessungsschiffe
Nach Beendigung der Werftliegezeiten 1947/48 und erfolgter Ergänzung
und Neuausrüstung mit Schiffs- und Vermessungsgeräten standen folgende