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Full text: Jahresbericht 1948

Jahresbericht 
Nr. 3/1948 
12 
D. Berichte der Abteilungen 
I. NAUTISCHE VERÖFFENTLICHUNGEN UND NAUTISCHE NACHRICHTEN 
1. Allgemeines 
Entsprechend der der deutschen Schiffahrt seit April zugestandenen Er 
weiterung ihres Verkehrsraumes dehnten sich die Arbeitsgebiete der Re 
ferate I B, I C und I D aus. Uni so fühlbarer mußte sich de r Personalabbau 
auswirken, der zu einer teilweisen Stillegung von Arbeitsgebieten führte. Die 
Schwierigkeiten in der Drucklegung der Manuskripte haben sich seit dei 
Währungsreform vermindert, ließen sich indes noch nicht völlig beheben. 
Dafür haben sich die Unkosten teilweise sehr stark erhöht. Eine Erleichterung 
trat insofern ein, als die technischen Einrichtungen des Seckartenwerks in 
zunehmendem Maße den Druck der nautischen Veröffentlichungen gestatten. 
2. Auswertung der nautischen Tagebücher 
Die Arbeiten an den beiden nautiseh-schiffahrtlichen Untersuchungen 
a) die Aufstellung einer vergleichenden Seegangsstatistik für die 
Ost- und Nordsee, die Irische See und die Biskaya, 
b) die Ermittlungen des F ahrtverlustes kleiner Schiffe durch Wind 
einfluß 
konnten zunächst weitergeführt werden. Von Juni ab zwangen die bereits 
erwähnten Einsparungsmaßnahmen leider zur Einstellung dieser Arbeiten. 
Bei der unter a) genannten Untersuchung ließen sich noch 12 600 Seegangs 
beobachtungen aufbereiten, ca. 6000 lochen und prüfen. Sie sind tabelliert bis 
auf die der mittleren Nordsee und der Irischen See. Bei der unter b) genannten 
Untersuchung konnten noch rund 6000 Beobachtungsdaten von etwa 100 Schiffen 
gewonnen werden. Durch Gruppierung nadi Schiffsgröße, Bauart, Völligkeits- 
grad usw. sollte ein tabellarischer Nachweis des Verhaltens bzw. der Ge- 
sdiwindigkeitseinbuße der verschiedenen Schiffsgattungen in Zusammenhang 
mit der Beaufort-Skala erbradit w 7 erden. 
Für vordringliche Zwecke war das Personal cles Referats IA mit der 
Auswertung von besonders ausgesuchten Schiffstagebüchern für die Be 
schreibung von Dampferwegen in den Seehandbüchern sowie mit der Aus 
wertung seeamtlicher Spruchbegründungen (Strandungen infolge Stromver 
setzung) beschäftigt. 
Endlich wurde zusammen mit dem Seehandbuchreferat ein Nautischer 
Fragebogen („Nautischer Bericht“) hergestellt und an die Seefahrer und 
Schiffahrtskreise ausgegeben, um damit die erforderlichen Unterlagen für den 
küsten- und hafenkundliehen Teil der Seehandbudibearbeitung herbeizu 
schaffen. Es muß auch an dieser Stelle auf die grundsätzliche Notwendigkeit 
einer derartigen Mitarbeit der Nautiker und Schiffahrtskreise hingewiesen 
werden, die im eigenen Interesse der Sdiiffsleitungen von jeher bestanden 
hat. „Gib, damit Dir gegeben werde!“
	        
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