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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, August 1892.
Einstellung des ;‚Mire; Kirchth, v. Harburg
Nullstrichs am Nonius Ablesung am
Theodolitkreise:
Korrektion
Berechnete
Korrektion
10°
459
50°
55°
50°
35°
10°
75°
30°
35°
90°
95°
LO0°
L05°
L10°
115°
190°
264° 58‘ 29
259° 58‘ 30“
254° 58° 21°
249° 58 21“
244° 58‘ 20%
239° 58‘ 117
234° 58' 12°
229° 58‘ 6"
224° 58‘ 3“
219° 58° 3“
214° 57° 57°
209° 58’ O0"
204° 58‘ 0”
199° 57‘ 46“
194° 57° 53%
189° 57' 52”
184° 57° 47°
179° 57‘ 46"
+ 39”
+ 38°
al 47
— 47%
- 48
— 570
- 56“
. 62
+ 65%
65%
71“
68“
= 68"
- 820
+ 788
+ 16
+ 51%
++ 89
+ 370
„41“
4- 45“
+ 49%
— 53%
+ 56"
— 59“
- 62
- 65%
= 67%
- 69"
„ 71%
+ 73°
x. 74 |
+ 75
+ 76“
+ 7740
A 770
Differenz
Beob. —
Rechnung
Ja
3
+ gu
i— gu
j— 5
+14
u“
ou
0
at
+ A
— DU
— 50
+ 8
0
0”
+ 4"
+ 50
Zum Schlufs mögen noch die einzelnen Vortheile, welche die Untersuchung
der Sextanten auf ihre Excentricität mittelst des hier erörterten Verfahrens
gegenüber der früher auf der Seewarte gebräuchlichen Methode kurz nach ein-
ander zusammengestellt werden. Es sind die sieben nachfolgenden:
ı4. Die Messung ist bei jedem Wetter ausführbar, da selbst bei dichtem
Nebel der Lichtpunkt, welcher durch das Kollimatorfernrohr bei Beleuchtung
mittelst einer hinter dem Okular aufgestellten Beobachtungslampe (Laterne mit
parabolischem Reflektor und Linse) gebildet wird, sichtbar und einstellbar bleibt.
2. Man ist bei der Messung durchaus frei von den Fehlern in der un-
richtigen Stellung des Fernrohrs.
3. Man kann die Theilungsfehler genauer und einfacher bestimmen, als
dieses durch eine zeitraubende und das Auge sehr ermüdende gründliche Unter-
suchung mittelst des Nonius möglich ist, da man die Korrektion für jeden
beliebigen Theilstrich ermitteln kann. Die alsdann aus der Reihe der fort-
laufenden Werthe der bestimmten Korrektionen heraustretenden Werthe weisen
auf Theilungsfehler hin, deren genauer Betrag eben durch die Abweichung von
der Reihe bestimmt wird.
Man ist unabhängig von dem Grade der durch den Nonius zu erzielenden
Grenze der genauen Ablesbarkeit des Sextanten, indem bei diesem Verfahren
nur der Nullstrich des Nonius, nicht aber die übrigen Theilstriche desselben
benutzt werden.
5. Man kann sehr leicht den so häufig auftretenden gefährlichen Fehler
des Sextanten konstatiren, welcher durch eine nicht völlig sichere, etwas lose
oder sich klemmende Axe des Sextanten entsteht, und den Grad der Un-
sicherheit, welcher dadurch den Messungen anhaftet, bestimmen. Man hat dazu
nur nöthig, bei den einzelnen Einstellungen auf die verschiedenen Theilpunkte
des Limbus den Nullstrich des Nonius einmal von rechts und nach geschehener
Messung und Ablesung auch einmal von links her auf den Theilpunkt einzu-
stellen und die Messung zu wiederholen. Die Abweichungen zwischen den
beiden Ablesungen können alsdannı nur durch nicht sichere Axe oder durch
Fehler (Nachziehen) der Mikrometer- (Tangenten-)Schraube verursacht werden
und sind somit leicht auf ihre wahre Ursache zurückzuführen.
6. Man ist fast gänzlich unabhängig von der Genauigkeit, womit der
Indexfehler bestimmt wird. Der Indexfehler kommt bei diesem Verfahren nur
insofern in Betracht, als die ermittelten Korrektionen streng genommen nicht
für diejenigen Punkte der Theilung gelten, auf welche der Nullstrich des Nonius
eingestellt wurde, sondern für die um den Betrag des Indexfehlers davon ent-
fernt liegenden Punkte.