Nautische Technik
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Bau durch die Institutswerkstatt konnte wegen der angespannten Arbeitslage
erst am Ende des Berichtsjahres begonnen werden. Ein Teil der Bauelemente
kann vom Versuchsgerät übernommen werden, der Zeitmarken-Impulsgeber
steht gleichfalls einbaufertig zur Verfügung. Die Erprobung auf See soll bei
einer der ersten Vermessungsfahrten von „Gauss“ stattfinden.
Um gegebenenfalls das Koppelgerät auch an anderen Typen von Fahrt-
mefianlagen betreiben zu können, wurde ein Zwischenglied gebaut, clas
außerdem geeignet ist, bei ausgefallener Fahrtmeßanlage die Fahrtwerte
durch Handeinstellung nachzubilden. Die praktische Erprobung soll zugleich
mit dem Schreibgerät erfolgen.
d) Verschiedenes
Im Instrumentenmeß- und Prüfraum wurde ein Meßtisch mit Präzisions-
Gleichstrom-Kompensator aufgestellt und in Betrieb genommen. Damit
besteht clic Möglichkeit der absoluten Eichung der elektrischen Meßinstru
mente aller Abteilungen des Instituts.
Für die Prüfung von Positionslaternen wurde eine verbesserte Regel-
und Meßeinrichtung entworfen, die eine sichere und genaue Einstellung der
Spannungswerte für die Lichtc[uellen der Normallaterne und der zu prüfen
den Laternen ermöglicht.
Für clas Referat „Zeitdienst“ wurden verschiedentlich Störungen in den
technischen Anlagen aufgesucht und beseitigt. Ein Zeitzeichenverstärker
wurde an einen Kurzwellenempfänger und einen Chronographen angepaß.t.
Die Genauigkeit und Reproduzierbarkeit der Anzeigewerte eines von
Renner angegebenen Strommesser-Typs wurde untersucht. Es wurden
Vorschläge gemacht fiir eine vereinfachte Richtungswertübertragung beim
Rauschelbach - Strommesser.
Nach voraufgegangener Prüfung eines Geräts für die Messung der mag
netischen Vertikalintensität auf See wurde für das Referat „Erdmagnetismus“
eine genauere und bequemere Einrichtung für die Regelung des Kompensa-
tionsfelcles und ein verbesserter Stromabnehmer entworfen und erstellt.
Zur Prüfung und Attestierung der Magnetkompaß-Ferniibertragungs-
Anlage der Firma C. PLATH wurden die zulässigen Toleranzwerte festgelegt
und ein Prüfattest aufgestellt.
Die elektrischen Daten für die Dimensionierung des magnetischen Minen
schutzes auf ..Gauss“ wurden berechnet. Die für den Einbau aller nautischen
Anlagen und Geräte auf ..Gauss“ erforderlichen Kabel- und Einbaupläne
wurden entworfen, der Einbau selbst teils mit eigenem Personal durchgeführt,
teils ständig überwacht (je eine Kreiselkompaß-Anlage für navigatorische und
Versuchszwecke und zwei Echolot-Anlagen, die aus eigenen Beständen
zusammen gestellt wurden, sowie eine Fahrtmeßanlage).
Nach Besichtigung der Entmagnetisierungsstellen Friedrichsort-Holtenau
und Brunsbüttel-Kudensee wurde ein Gutachten über den technischen Be
triebszustand der Anlagen abgegeben.
Für die Errichtung des geplanten freistehenden Magnetkompaßlabors
wurden verschiedene Bauplätze magnetisch vermessen.
Das Kreiselkompaßlager wurde aus dem Freihafen in einen
Tiefbunker nach St. Pauli verlegt: der Lagerbestand wurde geordnet und
registriert. Eine Reihe zur Bord Verwendung nicht mehr geeigneter Gleich-
strom-Drehstrom-Umformer wurde an verschiedene Hochschulinstitute und
an höhere Schulen zu Versuchs- und Lehrzwecken abgegeben. Die Einrich
tung der Kreiselkugel Werkstatt wurde abgeschlossen.