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Full text : Jahresbericht 1949

Jahresbericht

Nr.  4/1949

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gemacht  werden.  Die  Unterschiede  in  den  Ergebnissen  der  nach  dem
22.  August  von  beiden  Instituten  angestellten  Zeitbestimmungen,  die  einmal
auf  einen  zum  Teil  bekannten  Längenfehler  der  Hamburger  Sternwarte,
andererseits  auf  Übertragungsverzögerungen  der  Uhrkontakte  zwischen
beiden  Instituten  und  ggf.  nodi  auf  sonstige  Einflüsse  zurückzuführen  sind,
sollen  durch  Parallelbeobachtungen  sowie  durch  die  Anpassung  der  Bergedorfer ­
  Registriereinrichtung  an  die  hiesige  bestimmt  und  geklärt  werden.
Vom  22.  August  bis  zum  Jahresende  lieferte  hierzu  die  Hamburger  Sternwarte ­
  mit  insgesamt  45  Zeitbestimmungen  bereits  zahlreiches  Material.
Für  die  Zeitbewahr  ii  n  g  stand  dem  Institut  neben  den  bisherigen
Quarzuhren  A  und  B  Ins  zum  20.  April  eine  Quarzuhr  der  Funküberwachung
der  Post  in  Itzehoe  über  Kabel  zur  Yerfiigung.  Die  Funküberwachung,  die
Ende  April  nach  Darmstadt  übersiedelte,  erhielt  hierfür  vom  Institut  über
die  gleiche  Leitung  laufend  die  Normalfrequenz  von  1000  Hz.  Die  durch  den
Weggang  dieser  Dienststelle  zunächst  unterbrochene  Zusammenarbeit  soll  in
Kürze  wieder  aufgenommen  werden.  Der  inzwischen  überholte  und  völlig
neu  geschaltete  AEG-Quarzgenerator  —  Quarzuhr  C  —  konnte  Anfang  September ­
  wieder  in  Betrieb  genommen  werden  und  wurde  außerdem,  um
von  Netzausfällen  frei  zu  kommen,  an  eine  besondere  Notstromanlage  angeschlossen. ­
  Der  mit  den  1000  Hz  dieses  Generators  betriebene  Synchronmotor ­
  liefert  über  einen  zweiten  Generator  gleichzeitig  440  Hz,  so  daß  damit
für  den  nur  einmal  vorhandenen  Stimmtonerzeuger  ein  Reservegerät  geschaffen ­
  wurde.  Sowohl  für  die  Überholung  und  Neuschaltung  des  Generators
als  auch  für  die  Entwicklung  der  Notstromanlage  und  den  Einbau  eines
zweiten  Stimmtonerzeugers  ist  das  Institut  Herrn  Dr.  E.  Rieckmann  von
der  Physikalisch-Technischen  Anstalt  zu  besonderem  Dank  verpflichtet.
Bis  auf  die  Quarzuhr  A.  die  verschiedentlich  Störungen  und  unerklärliche ­
  Gangänderungen  aufwies,  an  deren  Beseitigung  nun  nach  Verbesserung
der  Stromversorgung  gegangen  werden  soll,  sind  die  Uhren  zufriedenstellend
gelaufen.  Ein  Ende  Februar  von  der  Firma  ROHDE  &  SCHWARZ  geliefertes
Registrier-  und  Meßfeld,  das  zu  den  beiden  Normalfrequenzanlagen  A  und  B
gehört,  gestattet  und  erleichtert  die  Überwachung  der  beiden  Uhren  durch
laufende  Registrierung  der  Raumtemperatur,  der  Speisespannungen  beider
Uhren,  der  Notstrombatterien  sowie  der  1-kHz-  und  10-kHz-Schwebungen
beider  Uhren  auf  einem  Sechsfarben  Schreiber.  Im  Pendeluhrenkeller  wurde
eine  selbstentwickelte  Klimaanlage,  bestehend  aus  Heizkörper,  Thermostat
und  Ventilator,  eingebaut,  die  es  ermöglicht,  die  Raumtemperatur  während
des  ganzen  Jahres  auf  +  17°  C  ±  1°5  C  zu  halten.  Die  luftdichte  RIEFLER-Uhr
  zeigte  befriedigende  Gangleistungen.  Weitere  Pendeluhren  konnten  infolge ­
  anderer  dringender  Arbeiten  noch  nicht  in  Betrieb  genommen  werden.
Für  die  Registrierung  insbesondere  der  Uhrkontakte  und  Zeitsignale  erwiesen ­
  sich  die  bisher  benutzten  Wachspapierchronographen  mit  1  cm  sec -1
Vorschnbgesehwindigkeit  wegen  ihrer  großen  und  bei  Uhr-  und  Zeitsignalkontakten ­
  verschiedenen  Registrierverzögerung  als  ungeeignet.  In  der  eigenen
Werkstatt  wurde  deshalb  ein  Drehspulschnellschreiber  umgebaut  und  Mitte
des  Jahres  in  Betrieb  genommen,  der  es  gestattet,  mit  derselben  Feder,  also
ohne  Parallaxe,  Uhrkontakte  untereinander  bzw.  Uhrkontakte  mit  Zeitzeichen
verzögerungsfrei  zu  vergleichen.  Für  den  Papiertransport  wurde,  ebenfalls
in  der  eigenen  Werkstatt,  ein  Streifenzieher  konstruiert  und  gebaut,  der  bei
gleichmäßigem  Antrieb  einen  Papiervorschub  von  100  mm  sec -1  gestattet.
Der  Streifenzieher  wird  mit  einem  von  einer  Quarzuhr  über  einen  Verstärker
gesteuerten  50  Hz-Motor  betrieben.
            
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