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Full text: Jahresbericht 1949

Gezeiten, Nautische Astronomie, Zeitdienst 
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häufig Auskünfte über Helligkeitsverhältnisse erteilt, vor allem an das 
Meteorologische Amt für Nordwestdeutschland. 
Zur Untersuchung der Refraktion wurden nochmals Messungen über einem 
Binnensee ausgeführt, die von den Hamburger Wasserwerken (Betrieb 
Großensee) in zuvorkommender Weise gefördert wurden. Die-Ergebnisse 
der Messungen bestätigen in vollem Umfange die erarbeiteten Theorien 
der Luftschichtung über der Wasseroberfläche und lieferten erstaunliche 
Proben von Refraktionswirkungen, die bei Nivellements über Wasser 
oberflächen berücksichtigt werden müßten. Die zusammenfassende Bearbei 
tung konnte noch nicht abgeschlossen werden. 
Das Gebiet der Navigationsmeth öden konnte trotz der an 
gespannten Personallage weiterbearbeitet werden. Die Berechnung der 
Standlinien für die Hyperbelnavigation, besonders für Decca-Karten wurde 
untersucht, da die Verwendung von Decca für deutsche Schiffe erlaubt ist. 
Bei der hohen Miete für solche Anlagen dürfte aber eine Herstellung 
deutscher Karten vorläufig nicht in Frage kommen. Dagegen wurden die 
Consolfeuerleitstrahlen für weitere Gebiete berechnet und in Zusammen 
arbeit mit dem Seekartenwerk der Eindruck in bestimmte Seekarten vor 
bereitet. Vor allem für diese praktischen Fragen wurde die Fühlung mit 
der nautischen Praxis durch Besuche, Vorträge und Diskussionen reger als 
bisher aufgenommen. Auch konnte die Literatur des Auslandes stärker als 
bisher verfolgt werden. 
Dabei ergab es sieh, daß die zweckmäßigste Auswertung astronomischer 
Beobachtungen im Ausland erneut erörtert wird: die Frage wird hier mit 
Interesse beobachtet. Ein unmittelbares Bedürfnis für die deutsche Naviga 
tion besteht z. Z. auf diesem Gebiete nicht. Doch ergab die Rücksprache mit 
Lehrern der Seefahrtschulen Übereinstimmung der Urteile. Am Lehr 
gang für Seefahrtlehrer beteiligte sich das Referat mit 3 Tagen 
Vorträgen, bei denen eine Übersicht über den derzeitigen Stand der Funk- 
uncl astronomischen Navigation gegeben wurde und die Fehlertheorie für 
alle Arten von Standlinien entwickelt wurde. 
3. Zeitdienst, Chronometrie 
Der Wiederaufbau des Funkzeitzeichen- und Zeitmesserprüfdienstes ist 
im vergangenen Jahr um einen entscheidenden Schritt vorwärtsgekommen, 
der zu der Wiederaussendung eigener wissenschaftlicher Zeitzeichen und zu 
der Aufnahme von Gebrauchsuhrenprüfungen führte. 
Für die astronomischen Zeitbestimmungen wurde ein neues 
HSKHIVZM-Passage-Instrument von 70 mm Öffnung (Abb. 5 auf Anl. 9) in 
der hierfür vorgerichteten Beobachtungshütte aufgestellt und nach Justierung 
und Bestimmung der Instrumentalkonstanten am 22. August 1949 in Betrieb 
genommen. Bis zum Abschluß des Jahres konnten hiermit von drei Beob 
achtern insgesamt 29 Zeitbestimmungen angestellt werden. Im Rahmen der 
Zusammenarbeit mit der Hamburger Sternwarte in Bergedorf wurde am 
15. Februar eine Postleitung geschaltet, über die in viertelstündlichem Wechsel 
die Kontakte von Pendel- und Quarzuhren gegenseitig ausgetauscht werden. 
Auf diese Weise wurde ermöglicht, bei den Zeitbestimmungen jedes Instituts 
jeweils auch die Uhren des anderen Instituts anzuschließen. Bis zur An 
stellung eigener Beobachtungen konnten auf diese Weise zwischen dem 
15. Februar und 22. August 66 Zeitbestimmungen von drei Beobachtern an 
zwei Instrumenten der Hamburger Sternwarte dem hiesigen Zeidienst nutzbar
	        
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