Jahresbericht
Nr. 4/1949
42
Netzes zur Verfügung gestellt, welcher bei Sturmfluten eine schnelle' Nach
richtenübermittlung gestattet, wenn auch unter verstärkter Beanspruchung
des Personals bei cler Außenstelle Cuxhaven. Ein Universalwindschreiber
der Firma FUESS mit elektrischer Übertragung der Meßwerte wurde von der
Institutswerkstatt an einem 13 m hohen Mast auf dem Institutsgebäude er
richtet und das Registriergerät im Dienstraum angebracht.
Die Vorhersagen der Hochwasserstände an der deutschen Nordseeküste,
in Emclen, Bremen und Hamburg wurden regelmäßig um 08 h 45 m und 21 h 45 m
über clen Nordwestdeutschen Rundfunk verbreitet. Die im Vorjahr begonnene
Vorhersage besonders niedriger Niedrigwasser an der Westküste Schleswig-
Holsteins wurde fortgesetzt. Die Sturmflutwarnungen wurden wie bisher über
den Rundfunk sowie an einen festen Empfängerkreis von Behörden und Fir
men, deren Gesamtzahl auf etwa 100 gestiegen ist, durch Posttelegramme und
fernmündlich ausgegeben. Insgesamt wurden Sturmflutwarnungen an 40
Tagen ausgegeben und 1185 Telegramme versandt. Auch bei ruhigem Wetter
nehmen Hamburger Behörden, Firmen und Privatleute bei Arbeiten im
Hafengebiet Auskünfte in zunehmendem Maße in Anspruch. Ein Bericht über
den Sturmflutwinter 1948/49 mit besonderer Berücksichtigung der Sturm
fluten vom 10. 2. und 1. 3. 49 ist den Empfängern der telegraphischen War
nungen und einigen weiteren Stellen zugesandt worden.
d) Verschiedenes
Am Sturmflutwarndienst beteiligte Wissenschaftler nahmen an verschie
denen Frühjahrs- und Herbstdeichschauen im Plamburger Gebiet und an der
Küste teil. Der Gezeitendienst war ferner auf der Gewässerkundlichen
Tagung der Bundesanstalt für Gewässerkunde in Stukenbrock/Bielefelcl am
29. 9. 49 vertreten. W. Horn wurde auf drei Jahre als Vertreter des Deut
schen Hydrographischen Instituts zum Mitglied des Fachbeirats der Naviga
tionsschule Hamburg ernannt.
2. Nautische Astronomie, Navigationsmethoden
Im Berichtsjahr wurde an drei Nautischen Jahrbüchern ge
arbeitet, nämlich an den Jahrgängen 1950 bis 1952. Das Jahrbuch 1950 be
fand sich zu Beginn des Jahres bereits bei der Druckerei, so daß cler Satz
fertig war, als sich herausstellte, daß die Auflage niedriger gewählt werden
müsse als bisher, weil der Absatz des Jahres 1949 durch die schlechte Ge
schäftslage zurückgegangen war. Nur durch großes Entgegenkommen der
Firma BROSCHEK und des Instituts war es möglich, den gleichen Preis wie
1949 festzusetzen. Das Jahrbuch 1950 erschien Ende Oktober. — Das Manu
skript des Jahrbuchs 1951 wurde fertiggestellt. Um den Preis auf jeden
Fall auch bei geringer Auflage auf der bisherigen Höhe zu halten, wurde
mit schweren Bedenken beschlossen, statt des bisherigen Drucksatzes ein
Manuskript mit einer für Tabellensatz geeigneten Spezialschreibmaschine
herzustellen und es durch Photographie und Flachdruck zu vervielfältigen.
Trotz der erheblichen Umstellung, die das neue Verfahren bedeutet, konnte
das Maschinenmanuskript im wesentlichen fertiggestellt werden. — Für das
Jahrbuch 1952 wurden die erforderlichen Berechnungen in Angriff genom
men und zum Teil durchgeführt.
Wie in den vergangenen Jahren so wurden auch diesmal die Zeiten der
Auf- und Untergänge für Sonne und Mond für das kommende Jahr 1950
berechnet und an verschiedene Interessenten mitgeteilt. Ebenso wurden