Jahresbericht
Nr. 4/1949
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war eine Aufstellung wegen der ungünstigen Unterbringung des Instituts
auf Jahre hinaus nicht möglich. Mitte Juni 1949 war endlich im Anbau des
Seemannshauses unter Aufsicht des ehemaligen Reichsbauamts, Bauabteilung
Nord, sowie unter tatkräftiger Mitwirkung der Institutswerkstatt nach Aus
brechen und Unterfangen einer Zwischenwand und Vermauern mehrerer Fen
ster ein geeigneter Raum hergerichtet und mit einem Maschinenfundament
aus Stahlträgern und -platten, einem erhöhten hölzernen Umgang, einer Lüf-
tungs- und Heizungsanlage zur Temperaturregelung, einer Schalttafel sowie
einer Beleuchtungseinrichtung aus Tageslichtröhren ausgestattet. Die Reini
gung und Montage der Maschine wurde dann ab Anfang Juli von der
Institutswerkstatt schnell und sorgfältig clurdigeführt, so daß bereits Anfang
Oktober die Vorausberechnungen 1951 und 1952 für Katharinenhafen an
gefertigt werden konnten. Später sind dann auch noch die beiden neu
beschafften herablaßbaren seitlichen Abschlußscheiben in den von der Werk
statt angefertigten Rahmen eingehängt worden.
b) Bearbeitungen
Die Sammlung der deutschen Hoch- und Niedrigwasserbeobachtungen
ist durch laufende Auswertung der Pegelaufzeichnungen aus dem Bereich
der Marschenbauämter Husum und Heide sowie des Wasser- und Schiffahrts
amtes Emden, aus dem Bereich der übrigen Ämter an Hand der eingegange
nen Wasserstandslisten fortgesetzt worden. Zur laufenden Bestimmung des
mittleren Wasserstandes und für harmonische Analysen wurden die bisheri
gen Ablesungen stündlicher Wasserstände von den Aufzeichnungen des Pegels
Cuxhaven (Wasser- und Schiffahrtsamt) um die Jahrgänge 1944 bis 1946 er
weitert.
Die 1945 begonnene Neuermittlung der nonharmonischen Gezeitengrund
werte für die Deutsche Bucht aus einjährigen Beobachtungsreihen, nach denen
die Tabellen der Gezeiten unterschiede in den Gezeitentafeln und -kalendern
völlig neu aufgestellt und erweitert wurden, konnte mit der Berechnung der
mittleren Hoch- und Niedrigwasserintervalle sowie von F ourier - Darstel
lungen der halbmonatlichen Ungleichheiten in Hoch- und Niedrigwasserhöhe
für 21 Pegelstellen hauptsächlich im Elbe-, Weser- und Jadegebiet zu einem
vorläufigen Abschluß gebracht werden. Eine neu angelegte, etwa 140 Pegel
stellen umfassende Kartei soll künftig die laufende Kontrolle der wichtigsten
Grundwerte erleichtern. Zur Verbesserung der Unterlagen für die ausführ
liche Berechnung der Gezeiten an den deutschen Bezugsorten wurden die
mittleren Intervalle und Höhen sowie die F ourier - Darstellungen der halb
monatlichen Ungleichheiten in Zeit und Höhe von Hamburg, Bremerhaven-
Doppelschleuse, Bremen, Wilhelmshaven und weitgehend auch von Emden
aus 19-jährigen Beobachtungen neu bestimmt. Zur Ermittlung der Streuungen
sollen auch die entsprechenden Werte für die einzelnen Jahre berechnet wer
den; die Ausgangsw T erte für die nötigen 324 F o u r i e r - Analysen wurden
berechnet und zur weiteren Bearbeitung an das Lochkartenreferat L gegeben.
Mit der Ermittlung der parallaktischen Ungleichheiten für Cuxhaven wurde
begonnen. Für Cuxhaven, Büsum und Norderney sind die mittleren Spring-
und Nipptidenkurven neu bestimmt worden. — Numerische Versuche zur
harmonischen Darstellung der Ungleichheiten in Zeit und Höhe aus 19-jähri
gen Beobachtungen gemäß den im Vorjahr angestellten Überlegungen ließen
sich angesichts der übrigen Arbeiten noch nicht durchführen.
Die harmonische Entwicklung des gezeitenerzeugenden Potentials der
Sonne wurde nach den Sonnentafeln von N e w c o m b mit großer Genauig
keit für die Epochen 1900 und 2000 neu berechnet. Die entsprechende Berech