Meereskunde und Erdmagnetismus
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3. Eisdienst
Die Organisation des Eisdienstes blieb im wesentlichen gegenüber
den Vorjahren erhalten. Lediglich die Eismeldestation Meldorf gibt nunmehr
fiir Meldorf Hafen und Bucht getrennte Angaben. Die Eisbeobachtungen
in Helgoland konnten auch im laufenden Jahr noch nicht wieder aufgenommen
werden.
Die Eisbeobachtungen aus der russischen Zone wurden, wie in den Vorjahren,
gesammelt vom Ostsee-Observatorium Greifswald hergegeben. Der
Austausch der Eisnieldungen mit Dänemark, Finnland, clen Niederlanden,
Norwegen und Schweden ist wieder in normaler Weise eingeleitet und hat
bereits im laufenden Jahr, soweit in den vorgenannten Staaten überhaupt
Eis auftrat, einwandfrei funktioniert.
Eine Erweiterung des praktischen Eisdienstes wurde insofern vorgenommen,
als vor Beginn und nach Beendigung der Eisperiode an den deutschen
Küsten, während der die gedruckten Eisberichte des D. H. I. erscheinen
und Funkeisberichte wie im Vorjahre ausgestrahlt wurden, Berichte
über die Eis- und Schiffahrtsverhältnisse der nördlichen Ostsee, in
Hamburg und in Bremerhaven durch Aushang bekanntgegeben wurden.
Ein Beridit über den Eiswinter 1948/49 erscheint in der Deutschen Hydrographischen
Zeitschrift (s. Anhang S. 69).
Die wissenschaftlichen Untersuchungen des Eisdienstes, die eine E i s -
Vorhersage zum Ziele haben, konnten soweit gefördert werden, daß
die Ergebnisse bereits im kommenden Winter für die Praxis des Eisdienstes
von Nutzen sein werden. Damit ist der erste Schritt getan zur Beratung
der Schiffahrt und des Seeverkehrs nicht nur über die gegenwärtige,
sondern auch über die zu erwartende Eislage.
Nach Überwindung zahlreicher Schwierigkeiten ist die Herausgabe des
Eisatlasses nunmehr für 1950 vorgesehen.
4. Chemische Eigenschaften des Meerwassers
Im laufenden Jahre konnte die praktische Tätigkeit im meereschemischen
Laboratorium wesentlich erweitert werden. Parallel mit der Aufnahme
und dem Ausbau der ozeanographischen Beobachtungstätigkeit auf
den Feuerschiffen in der Nord- und Ostsee lief im Laboratorium wieder
die tägliche Titrationstätigkeit zur Bestimmung des Salzgehalts der eingesandten
Wasserproben an. Zusammen mit den sonst anfallenden Wasserproben
wurden etwa 7500 Titrationen ausgeführt. Da sich die Anfragen von
anderen Forschungsstellen wegen Beschaffung von Knudsen-Tabellen und
Normalwasser in letzter Zeit häufen, wurden eine Arbeitsvorschrift ausgearbeitet,
die es gestattet, ohne allzu große Mehrbelastung und mit für gewässerkundliche
und biologische Untersuchungen genügender Genauigkeit
auch ohne diese Hilfsmittel den Salzgehalt zu bestimmen. (Erscheint in der
D.H.Z.).
Die Untersuchungen am Rantum-Becken wurden in Zusammenarbeit
mit der Biologischen Anstalt auf Helgoland (List/Sylt) auch in diesem Jahre
fortgeführt. Während zu Beginn des Jahres der hydrographische Zustand
in der zu erwartenden Richtung weiterlief, trat zwischen Juli und Oktober
eine völlige Umstellung im Chemismus des Rantum-Beckens ein, indem sich
hier die hydrographischen Werte wieder nahezu völlig dem Zustand des
freien Wattenmeeres anglichen.
Im Laboratorium laufen z. Z. praktische Untersuchungen zur Verbesserung
der Chlorophyll-Bestimmung im Meerwasser, welche zum Ziele haben,