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IV. MEERESKUNDE UND ERDMAGNETISMUS
1. Allgemeines
Im abgelaufenen Jahr konnte clie praktisch-wissenschaftliche Arbeit der
Abteilung ausgebaut und vertieft werden. Neben der Arbeit in den Büros
und Laboratorien wurden meereskundliche Untersuchungen in Zusammen
arbeit mit den zuständigen Stellen im Küstenbereich der Deutschen Bucht
ausgeführt, und darüber hinaus konnte eine erste ozeanographische Fahrt
in die Nordsee, ins Skagerrak, Kattegat und in die Beltsee unternommen
werden, die der Erprobung ozeanographischer Geräte und 'meeresoptischer
Methoden diente.
Da das für ozeanographische Arbeiten auf See vorgesehene Ver-
messungs- und Forschungsschiff „Gaus-s” erst gegen Ende des Jahres fertig
gestellt wurde, konnte außerhalb des Instituts stehenden Stellen für um
fangreiche ozeanographische Untersuchungen meereskunclliches Gerät leih
weise zur Verfügung gestellt werden. Wegen der, als Folge der verschie
denen Etatskürzungen, besonderen Personalknappheit war es nicht einmal
möglich, das anfallende Beobachtungsmaterial innerhalb der Abteilungen
auszuwerten, was im Hinblick auf eine einheitliche und den hier vor
liegenden umfangreichen Erfahrungen entsprechende optimale Auswertung
unbedingt anzustreben gewesen wäre.
Eine weitere Ausweitung der Tätigkeit der Abteilung trat als Folge
der räumlichen Ausdehnung der der deutschen Seeschiffahrt zugänglichen
Gebiete ein und machte Vorbereitungen für die Abfassung meereskund-
licher Beiträge zu Seehandbüchern erforderlich. Hier machte sich ganz be
sonders der Mangel eines geeigneten Sachbearbeiters geltend.
Aus dem Gesamtgebiet der Ozeanographie wurden Anfragen des In-
und Auslandes beantwortet und Gutachten abgegeben. Angehörige der
Abteilung wurden zur Beratung und Mitwirkung bei der Durchführung
ozeanographischer Beobachtungen durch außerhalb des D. H. I. stehende
Stellen wie Wasser- und Schiffahrtsämter usw. abgeordnet. Wissenschaftler
der Abteilung konnten gelegentlich von Tagungen und Besprechungen über
die Ergebnisse und Arbeiten auf ozeanographischem Gebiet berichten und
sich über die Fortschritte verwandter Wissensgebiete und über die Mög
lichkeiten der praktischen Nutzanwendung meereskundlicher Arbeiten
unterrichten.
4 Angehörige der Abteilung nahmen regelmäßig am Windstau- und
Sturmflutwarndienst teil.
2. Dynamische Ozeanographie
Auf den Feuerschiffen der Nord- und Ostsee wurden die meereskund-
lichen Beobachtungen fortgeführt, und auf je einem Nordsee- und einem
Ostseefeuerschiff regelmäßige Serienbeobachtungen wieder aufgenommen.
Die anfallenden Beobachtungen wurden laufend aufbereitet und für eine
spätere Drucklegung vorbereitet.
An den Ostseepegeln Schleinuinde und Marienleuchte wurde laufend
der Wasserstand registriert. Am 1. 9. 49 wurde die Anlage in Schleimünde
einer früheren Absprache gemäß dem Wasser- und Schiffahrtsamt Ostsee
übergeben.
Die ozeanographische und die Kartei mit Stromangaben wurden fort
geführt. Die Arbeiten am Gezeitenstromatlas für die Nordsee wurden in
tensiviert und die Bearbeitung des Anteils der halbtägigen Hauptmond
tide M2 zu etwa 50°/» erledigt.